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Fondsbarometer: America is great again - Fondsnews


06.09.18 12:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Trotz der anhaltenden Sorgen wegen eines von USA ausgehenden Handelskriegs war der August 2018 für amerikanische Dividendenwerte ein guter Monat, so die Experten von "FONDS professionell".

Wie US-Medien berichten würden, hätten Dow und S&P 500 den besten August seit 2014 gesehen, die Technologiebörse NASDAQ habe letztmals im Jahr 2000 ein so gutes August-Ergebnis erlebt.

"Biotechnologie", "Technologie" und "Gesundheit/Pharma" seien daher die ertragreichsten Sparten im Bereich der Branchenfonds gewesen, nordamerikanische Nebenwerte und "USA" seien die besten Regionen gewesen. Und Ende August hätten Meldungen über die "längste Hausse der US-Geschichte" die Runde gemacht. Donald Trumps raue Töne in Richtung der internationalen Handelspartner der Vereinigten Staaten würden mittlerweile als "Verhandlungstaktik" eingestuft, die dem Land am Ende Vorteile bringen sollten. Ob das wahr sei und ob es, falls es wahr sei, wirklich funktionieren werde, sei derzeit offen, im August hätten viele Investoren aber scheinbar daran geglaubt.

Dass der NASDAQ-Index, der vor kurzem neue Rekordstände bei mehr als 8.000 Punkten erreicht habe, in diesem Tempo weiter zulegen könne, werde allerdings von vielen Beobachtern bezweifelt. Immer häufiger falle der Begriff "Blase", wenn es um Titel wie Amazon gehe, deren Aktien binnen des letzten Jahres rund 75 Prozent teurer geworden sei.

Am anderen Ende des Spektrums seien - wenig überraschend - die Türkei, der Bereich "Edelmetalle" sowie drei der vier BRIC-Staaten gelandet. Nur Indien habe sich der neuerlichen Emerging-Market-Schwäche entziehen können. Brasilien, Russland und China hätten im Monatsvergleich zwischen fast fünf und knapp elf Prozent an Wert eingebüßt.

Immer mehr Medien würden die jüngste Entwicklung in den Schwellenländermärkten als "Krise" bezeichnen, die ausgehend von Ländern wie Argentinien und der Türkei Kreise ziehe. Es seien in erster Linie die unter Druck geratenen Anleihen und somit Währungen der Schwellenländer, die für Baisse bei Schwellenländeraktien verantwortlich seien. JP-Morgan-Chase-Analysten würden laut Bloomberg die Manager von Emerging-Market-Bonds-Fonds, die in lokalen Währungen denominierte Fonds verwalten würden, als Verursacher der Talfahrt orten. Sie hätten demnach im Juli noch stark zugekauft, um im Monat darauf eine 180-Grad-Wende zu vollziehen.

Die Manager der Aktienfonds, die denselben Ländern aktiv seien, würden ihre Positionen hingegen noch halten, wie die US-Bank meine. Und dies werde als Bedrohung für die Schwellenländerbörsen besehen, denn sollten auch die Aktienfondsmanager den Mut verlieren, würden demnach weitere Kursrückgänge drohen. Nach Einschätzung von Experten liege der Ball bei US-Notenbank, sollte sie signalisieren, dass sie sich mit Zinsanstiegen und Liquiditätsverringerung zurückhalten werde, würde das für die Schwellenländer eine Entspannung bringen. Da es dafür aber keinerlei Anzeichen gebe, müsse tendenziell mit einer Fortsetzung der Talfahrt gerechnet werden.

Insgesamt sei die Bilanz für Aktienfonds im August negativ gewesen, im Durchschnitt hätten die 57 beobachten Kategorien ein halbes Prozent an Wert eingebüßt. Global diversifizierte Aktienfonds hätten den Monat mit einem Plus von 0,67 Prozent hingegen dank der starken Gewichtung von US-Aktien in dieser Fondsklasse mit einem Gewinn beendet.

FONDS professionell bringe seit Juli 2014 monatlich das FONDS professionell Fondsbarometer - eine Performanceübersicht der FIAP-Aktienfonds-Indices gereiht nach ihrer Monatsperformance. Daraus werde ersichtlich, welche Fonds gerade "Rückenwind" hätten und welche unter Kursverlusten leiden würden. Damit daraus eine brauchbare Information werde, zeige die Darstellung auch, wie diese Fondskategorien (Länder, Regionen, Branchen und Themen) über andere Zeiträume abgeschnitten hätten - 1 Monat, 3 Monate, 6 Monate, 1 Jahr, 3 Jahre sowie über 5 und 10 Jahre. Die jeweils zehn stärksten und zehn schwächsten Ergebnisse seien farblich hervorgehoben.

Das nächste Fondsbarometer erscheine Anfang Oktober. (06.09.2018/fc/n/s)