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Flossbach von Storch mischt sich in Aktiv-Passiv-Debatte ein - Fondsnews


04.01.19 12:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die Analysten des Kölner Vermögensverwalters Flossbach von Storch haben die Leistung von flexiblen Anleihemanagern untersucht - mit mutmachenden Ergebnissen, so die Experten von "FONDS professionell".

So würden diese durchaus ihre Vergleichsindices schlagen und sich damit von der passiven Konkurrenz und von den Aktienkollegen abheben.

Fans passiver Papiere würden ihr Tun vor allem mit einem Argument legitimieren: Dass Manager aktiver Fonds nur selten Mehrwert liefern würden. Doch eine aktuelle Studie rücke diese Aussage nun in ein anderes Licht. Demnach gelinge es der Hälfte der Steuerleute von flexiblen Anleihefonds, ihren Vergleichsindex zu übertreffen. Zu diesem Ergebnis komme eine Auswertung des Flossbach von Storch Research Institute aus Köln. Bei der Frage, ob aktive oder passive Investments die bessere Wahl seien, würden sich die Bondmanager damit von ihren Aktienkollegen absetzen. In einer ähnlichen Untersuchung für Aktienfonds hätten die Kölner eine Erfolgsquote von lediglich 28 Prozent ermittelt.

Erfolge würden die Rentenmanager aber überwiegend nur zu bestimmten Zeiten feiern. In Krisenjahren wie 2008 und 2009 sowie 2011 sei das Feld den Marktbarometern hinterhergehinkt. Über den gesamten Zeitraum gesehen hätten die ausgewählten aktiven Manager eine Rendite von 2,6 Prozent per annum und damit einen knappen Vorsprung vor dem Bloomberg Barclays Multiverse Total Return Index mit 2,3 beziehungsweise dem Bloomberg Barclays Global Aggregate Index mit 2,2 Prozent per annum erwirtschaftet.

Die Experten hätten bei ihrer Untersuchung die Wertentwicklung von 214 aktiven Rentenfonds analysiert, die global und ohne Einschränkungen investieren könnten. Die Beschränkung auf flexible Bondportfolios würden die Forscher damit begründen, dass in anderen Segmenten aktives Management kaum Aussichten auf eine Mehrrendite biete. "Jede Restriktion, wie etwa Währungs- oder Ratingbeschränkungen sowie der Fokus auf Länder oder Sektoren, dürfte die Chance auf eine langfristige Überrendite mindern", würden Agnieszka Gehringer und Kai Lehmann in der Studie schreiben.

Die Analysten hätten sich die Spanne von Januar 2006 bis August 2018 angeschaut. Dabei hätten sie auch aktive Fonds einbezogen, die nicht schon zu Beginn aufgelegt gewesen seien. Die Performance der aktiven Manager hätten sie dann mit der Entwicklung der beiden Marktbarometer verglichen. Die Analysten hätten die Leistung der aktiven Manager nicht direkt mit börsengehandelten Indexfonds (ETFs) abgleichen können, da es keine entsprechenden Produkte gebe oder diese noch nicht so lange am Markt seien. Stattdessen hätten die Kölner eine fiktive Gebühr von zehn Basispunkten von der Index-Entwicklung abgezogen.

In einem weiteren Schritt hätten die Studienautoren noch die rollierenden Dreijahresrenditen der aktiven Fonds mit denen der angepassten Marktbarometer verglichen. Dabei hätten sich erhebliche Unterschiede im Feld der aktiven Portfoliolenker gezeigt. Während die besten Manager fast über den gesamten Betrachtungszeitraum hinweg den Markt übertroffen hätten, sei dies den schlechtesten Managern zu keiner Zeit gelungen.

Die Autoren würden zu dem Schluss kommen, dass die Anleihemärkte aufgrund ihrer Komplexität viele Möglichkeit eröffnen würden, eine Überrendite gegenüber dem Markt zu erzielen. Doch wie auch bei Aktien gelinge dies längst nicht allen Portfolioverantwortlichen. So müssten sich Fondsinvestoren auf die Suche nach den Managern machen, denen es über längere Zeit gelinge, ihre Vergleichsbarometer zu übertreffen. Und die gebe es, würden sich die Flossbach-Experten nach ihrer Auswertung überzeugt zeigen. (04.01.2019/fc/n/s)