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Finanzaufsicht nimmt vier Fondshäuser wegen Preisabsprachen ins Visier - Fondsnews


01.12.17 10:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die britische Finanzaufsicht FCA ermittelt gegen vier Asset Manager wegen Kartellverdachts, so die Experten von "FONDS professionell".

Die Behörde werfe Artemis Investment Management, der zu BNY Mellon gehörenden Boutique Newton Investment Management sowie Hargreave Hale und River & Mercantile Asset Management vor, bei den Börsengängen von zwei kleineren Unternehmen in den Jahren 2014 und 2015 die Preise für die Erstnotiz abgesprochen zu haben. Um welche Nebenwerte es sich handele, habe die FCA nicht mitgeteilt.

Die britische Behörde gehe damit einem Anfangsverdacht nach. Die Ermittlungen müssten noch nicht in einer Strafe münden, habe die Behörde mitgeteilt. Sollten die Fondsgesellschaften aber für schuldig befunden werden, drohe eine Buße von bis zu zehn Prozent des Umsatzes. Die vier Häuser sollten nun zu den Vorwürfen der FCA Stellung nehmen. Die vier Häuser hätten gegenüber der Wirtschaftszeitung "Financial Times" erklärt, dass sie mit der Behörde kooperieren wollten.

Konkret würden die Ermittler den Asset Managern vorwerfen, dass diese Informationen darüber geteilt hätten, wie viel sie für die Aktien der beiden an die Börse strebenden Unternehmen hätten zahlen wollen. "Der Austausch fand bilateral statt und gewährte den Gesellschaften wechselseitig Einblick in ihre Pläne in einer Phase des Börsengangs, in der sie in Konkurrenz um die Aktien hätten stehen müssen", habe die FCA in einer Mitteilung erläutert. Damit könnte der Preis der neuen Anteilsscheine unter ein Niveau gedrückt worden sein, das sie eigentlich wert gewesen seien.

Anders als viele andere Aufseher habe die FCA sowohl die regulatorische Aufsicht über die Finanzbranche als auch Kompetenzen eines Kartellwächters. In vielen Ländern würden unterschiedliche Behörden diese Funktionen übernehmen. Die FCA habe die 2015 hinzugewonnene Marktwächter-Funktion bereits genutzt, um die britische Fondsbranche zu durchleuchten. In einer Studie sei sie zu dem Ergebnis gekommen, dass der Wettbewerb nicht ausreichend funktioniere und die Preise zu hoch seien. (01.12.2017/fc/n/s)