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Details zum DWS-Börsengang enthüllt - Fondsnews


12.03.18 11:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die Deutsche Bank hat die Preisspanne für die Erstnotiz der Aktien ihrer Fondstochter DWS bekannt gegeben, so die Experten von "FONDS professionell".

Demnach wolle das Haus die Titel in der Bandbreite zwischen 30 und 36 Euro anbieten. Dies habe das Institut am Sonntagabend mitgeteilt. Demnach bringe der Börsengang dem Frankfurter Geldhaus im besten Fall bis zu 1,8 Milliarden Euro ein.

Die Bank trenne sich von mindestens 20 und höchstens 25 Prozent ihrer Anteile an der Fondsgesellschaft. Diese sei damit zwischen sechs und 7,2 Milliarden Euro wert. Analysten hätten den Börsenwert zuvor auf sechs bis acht Milliarden Euro taxiert. Die nun genannte Preisspanne rangiere also eher am unteren Ende der Schätzungen. Der Handel solle bereits am 23. März beginnen.

Deutsche-Bank-Chef John Cryan habe vergangenes Jahr angekündigt, den Fondsanbieter an die Börse zu bringen. Das Geldhaus wolle damit seine angespannte Kapitalausstattung aufbessern. Die Deutsche Asset Management erhalte im Zuge des Parkettgangs wieder ihren alten Namen DWS. Die Vermögensverwaltungssparte sei aber als KGaA gegründet worden. Damit sichere sich die Mutter den Einfluss auf die Tochter, auch wenn sie weitere Anteile an die Börse bringen sollte.

Neben dem derzeit wieder turbulenteren Marktumfeld dürfte insbesondere die Wahl der außergewöhnlichen und im Ausland eher unbekannten Rechtsform den Preisrahmen begrenzt haben. Die Deutsche Bank wolle nur dann mehr als 20 Prozent der Anteile auf den Markt bringen, wenn die Nachfrage besonders groß sein sollte. Dann könnten weitere 2,4 Prozent platziert werden. Weitere 2,6 Prozent seien über eine Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) des Konsortialführers aufs Parkett gegangen - dieser sei die Deutsche Bank selbst.

Trotz der Skepsis mancher Investoren gegenüber der KGaA-Struktur habe die DWS einen Ankeraktionär hinzugewonnen: Den japanischen Versicherer Nippon Life. Dieser werde sich mit fünf Prozent an dem Asset Manager beteiligen. "Wir freuen uns sehr, dass wir Nippon Life als Ankerinvestor gewonnen haben", habe Nicolas Moreau, Vorstandschef der DWS, der Mitteilung zufolge gesagt. Damit habe das Haus seit Tagen kursierende Pressemeldungen bestätigt.

Die beiden Häuser hätten zudem eine strategische Partnerschaft vereinbart. Diese siehe unter anderem vor, dass zusätzliches verwaltetes Vermögen in die DWS eingebracht werde. Das Haus verwalte derzeit rund 700 Milliarden Euro. Daneben sollten neue Vertriebsmöglichkeiten ausgelotet und gemeinsame Produkte entwickelt werden. Die Partnerschaft sei zunächst auf fünf Jahre ausgelegt. Außerdem solle ein Vertreter von Nippon Life Mitglied des Aufsichtsrats der DWS werden.

Zudem seien weitere Mitglieder des Aufsichtsrats bekannt geworden. So solle Margret Suckale, früher Personalvorstand bei der Deutschen Bahn und BASF, in das Kontrollgremium aufrücken. Weiterhin ziehe Evonik-Finanzvorstand Ute Wolf in das Gremium ein, berichte die Zeitung "Die Welt" und berufe sich auf ihr vorliegende Dokumente. Obendrein würden der Finanzvorstand des DWS-Konkurrenten Fidelity, Alan Scheuer, sowie der französische Unternehmensberater Aldo Cardoso als Kontrolleure berufen. Mit den prominenten Personalien wolle die Bank offenbar Kritik an der KGaA-Form abmildern.

Daneben würden die Deutsche-Bank-Vorstände Sylvie Matherat und Asoka Wöhrmann in das Gremium eintreten. Wöhrmann sei einst selbst Chef des Fondsanbieters gewesen und leite heute das Privatkundengeschäft der Bank in Deutschland. Die DWS habe die Personalien nicht kommentieren wollen. Den Aufsichtsratsvorsitz übernehme Deutsche-Bank-Vorstand Karl von Rohr, wie bereits bekannt. (12.03.2018/fc/n/s)