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BlackRock und norddeutscher Vermögensverwalter starten Anlageplattform - Fondsnews


07.11.18 13:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Das Angebot "hybrider" Geldanlageplattformen wächst: Die Kruse & Bock Vermögensverwaltung hat in Kooperation mit BlackRock das Portal "Peningar" lanciert, auf dem eine digitale Finanzportfolioverwaltung mit der Möglichkeit einer persönlichen Beratung kombiniert werden soll, so die Experten von "FONDS professionell".

"Anleger können von unserer langjährigen Erfahrung als Vermögensverwalter in Beratungsgesprächen profitieren. Dieses Alleinstellungsmerkmal dürfte besonders in den jetzigen unruhigeren Börsenzeiten interessant sein", sage Torben Bock, geschäftsführender Gesellschafter von Kruse & Bock.

Der 1999 gegründete Vermögensverwalter aus dem norddeutschen Brunsbüttel richte sich mit "Peningar" - isländisch für "Geld" - an Privatanleger, die mindestens 20.000 Euro investieren möchten. Vertrieben werden solle das Angebot unter anderem über das Finanzportal Ariva.de. Es stehe aber auch freien Finanzberatern offen, die ihren Kunden noch keine digitale Geldanlagelösung bieten könnten. Sie könnten "Peningar" als Tippgeber empfehlen.

Auf der Plattform werde zunächst für jeden Kunden die passende Anlagestrategie ermittelt. Anfangs stünden drei Strategien mit definierten Risikoprofilen zur Verfügung. Sie würden die nordischen Namen "Freya", "Balder" und "Loki" tragen, ihre Risikobandbreiten würden von vier bis oberhalb von zwölf Prozent reichen. Erhältlich seien diese Portfolios jeweils mit ETFs und aktiv gemanagten Fonds, die zumeist, aber nicht ausschließlich von BlackRock stammen würden. Die jährliche Gebühr ("All-In-Fee") betrage 1,19 Prozent. Darin enthalten seien auch Steuern und Depotgebühren, nicht aber die Verwaltungskosten der Fonds.

BlackRock diene bei "Peningar" nicht nur als Produktlieferant, sondern stelle auch die Musterportfolios und das Risikomanagement zur Verfügung. Außerdem unterstütze der Fondsanbieter den unabhängigen Vermögensverwalter beim Marketing, beispielsweise mit Blick auf das Tippgebermodell. "Wie solche Tippgebervereinbarungen konkret aussehen können, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Wir nehmen nun Gespräche mit potenziellen Partnern auf", sage Christian Machts, Leiter des Privatkundengeschäftes in Deutschland, Österreich und Osteuropa bei BlackRock, im Gespräch mit FONDS professionell ONLINE.

Technisch realisiert worden sei die Geldanlageplattform von Fintechcube. Die Depots führe DAB BNP Paribas. Die Bank übernehme auch das Reporting und kümmere sich um das digitale "Onboarding" der Kunden, also die Depoteröffnung inklusive Videolegitimierung.

Machts betone, das Engagement bei "Peningar" sei für BlackRock kein Schritt in Richtung direktes Endkundengeschäft. "Wir sind und bleiben ein reiner B2B-Anbieter", sage er. BlackRock partizipiere auch nicht am Vermögensverwaltungsentgelt, sondern verdiene nur an den Managementgebühren für die eingesetzten Fonds. "Es reicht heutzutage nicht, Kooperationspartnern nur Fonds zu liefern. Wir bieten mehr als nur die Produkte - beispielsweise Marketingunterstützung, Modellportfolios oder Risikomanagementtools."

Eine zumindest auf den ersten Blick ähnliche Kooperation habe BlackRock unterdessen beendet, nämlich die Anfang 2017 gestartete Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Fintech Youvestor. Gemeinsam hätten beide Unternehmen das Portal "Mein Depot" gestartet, bei dem Finanzberater ihren Kunden als Tippgeber Portfolios mit BlackRock-Fonds hätten empfehlen können.

Das Angebot habe sich explizit auch an Versicherungsvermittler gerichtet, die ihre Kunden seit Einführung des Paragrafen 34f in die Gewerbeordnung nicht mehr zu Fonds beraten dürften, ihnen aber dennoch eine Geldanlagelösung hätten bieten wollen. "Wir mussten nach anderthalb Jahren feststellen, dass die Idee hinter 'Mein Depot' nicht aufgegangen ist", räume Machts ein. "Deshalb wurde die Kooperation im Frühjahr beendet." Die Kunden seien mittlerweile auf die Youvestor-Plattform überführt worden. (07.11.2018/fc/n/s)