Berenberg-Starmanager Gebhardt: "Wir liefern bessere Ergebnisse als ETFs" - Fondsnews


13.03.18 13:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die günstigen passiven ETFs erzeugen zunehmend Rechtfertigungs- und Performance-Druck auf aktive Fondsmanager, so die Experten von "FONDS professionell".

Für die Berenberg-Manager Henning Gebhardt und Matthias Born sei das Thema eine "rein amerikanische Diskussion", die sie angesichts von Gesamtmarktzahlen in Europa für obsolet halten würden.

"Die Diskussion aktiv versus passiv halte ich für überzogen", habe Henning Gebhardt, Portfoliomanager des Berenberg Aktien-Strategie Deutschland, bei einer gut besuchten Podiumsdiskussion am FONDS professionell KONGRESS 2018 in Wien gesagt. "Historisch liefert das aktive Management bessere Zahlen. Das Ganze ist eine Diskussion, die zyklisch immer wieder kommt", gebe sich Gebhardt gelassen. ETFs würden die Aufmerksamkeit der Anleger auf sich ziehen, weil seit Ende 2016 die Aktienmärkte sehr kräftig angezogen hätten - die an die Indices angebundenen ETFs hätten sich entsprechend stark mit entwickelt.

Die Debatte betreffe vor allem die USA, so Gebhardt. In Europa sei der langfristige Vergleich der Zahlen jedenfalls eindeutig. Europäische aktiv gemanagte Fonds hätten in den Jahren zwischen 2000 und 2016 durchschnittlich jährlich 78 Basispunkte mehr abgeworfen als passive Fonds - und das nach Gebühren. Die eigene Benchmark hätten die europäischen Fondsmanager jährlich mit 42 Basispunkten outperformed, wie Daten zeigen würden, die Berenberg präsentiert habe.

2018 sollte laut Gebhardt aufgrund guter makroökonomischer Vorgaben und starker Gewinnerwartungen in den Unternehmen ein gutes Aktienjahr werden. Weil aber die Volatilität zunehmen dürfte, könnte das Sentiment der Anleger wieder zugunsten der aktiven Manager umschlagen, so der Fondsprofi. Die letzten Zahlen aus dem eigenen Haus dürften die Anleger jedenfalls zufriedenstellen. Gebhardt habe seine Benchmark seit Juni 2017 (Auflegung des Fonds) um 3,5 Prozentpunkte geschlagen. Kollege Born, der den Eurozone Focus Fund (ISIN LU1637618155 / WKN A2DVP7) bei Berenberg steuere, habe seit Auflegung im Oktober 2017 eine Outperformance von 1,9 Prozentpunkten erzielt.

Born, angesprochen auf mögliche Problemfelder im Jahr 2018 wie Inflationsgefahr oder steigende Zinsen, zeige sich unbeeindruckt: "Ich sehe keinen Strukturbruch. In Europa ist möglicherweise ein leichter Gegenwind von der Währungsseite zu erwarten, aber das ist schon das Einzige." Der Euro habe vergangenes Jahr sehr deutlich zum Dollar aufgewertet.

Gebhardt ergänze: "Es ist sehr einfach: Am Aktienmarkt hat man nur eine Chance, wenn die Gewinne steigen. Wir haben Wachstumsprognosen im zweistelligen Prozentbereich auch in Europa. Und ich sehe in den nächsten drei Jahren keine Änderung des makroökonomischen Trends".

Gebhardt investiere beim Berenberg Aktien-Strategie Deutschland in Qualitätsunternehmen mit überdurchschnittlichen strukturellen Wachstums- und Erfolgsaussichten. Er sei vor gut einem Jahr von der DWS zur ältesten Privatbank Deutschlands gewechselt, die ihr Wealth- und Assetmanagement kräftig ausgebaut habe. Bei der DWS habe Gebhart 16 Jahre lang den Erfolgsfonds DWS Aktien Strategie Deutschland (ISIN DE0009769869 / WKN 976986, EUR ACC; ISIN DE000DWS2D82 / WKN DWS2D8, FC EUR ACC) verantwortet. Der Aktien-Strategie Deutschland-Fonds sei zum neuen Flaggschiff von Berenberg ausgerufen worden und sei konzeptionell an den DWS-Fonds angelehnt. Gebhart leite gleichzeitig das Wealth und Asset Management. Born sei ebenfalls 2017 zu Berenberg gekommen. Davor habe er unter anderem seit 2007 den Deutschlandaktien-Klassiker Concentra von Allianz Global Investor gelenkt. (News vom 12.03.2018) (13.03.2018/fc/n/s)






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