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Ausblick 2018: Aktuelles Umfeld kommt aktivem Management zugute


05.12.17 11:00
Natixis Investment Managers

Paris (www.fondscheck.de) - Zwei Drittel der institutionellen Investoren weltweit (65%) gehen davon aus, dass ihre Anlageergebnisse im Jahr 2018 durch Assetpreisblasen beeinträchtigt werden, so die Experten von Natixis Investment Managers.

Gleichzeitig würden drei von vier Befragten (75%) damit rechnen, dass das aktuelle Marktumfeld eher aktiv agierenden Managern zugute komme, weil Allokationen in passiven Investments bereits im dritten Jahr hintereinander Verluste erlitten hätten. Zu diesen Ergebnissen gelange eine aktuelle Umfrage, die heute von Natixis Investment Managers veröffentlicht worden sei.

Da die Notenbanken die Umsetzung ihrer monetären Hilfsmaßnahmen seit der Finanzkrise allmählich schrittweise zurückfahren würden, würden die Befragten im nächsten Jahr mit Wertschwankungen rechnen. Um ihre Portfolios entsprechend auszurichten, würden die Institutionellen deshalb auch ihre Engagements in nicht-traditionellen Anlageformen wie Private Equity, privaten Krediten, Infrastruktur-Investments und Immobilien als Alternativen zu Anleihen erhöhen. Außerdem möchten die Anleger angesichts eines dicht gedrängten Marktes auf diese Weise höhere Renditen erzielen.

Oliver Bilal, Head of International Sales and Marketing, bei Natixis Investment Managers erkläre dazu: "Weltweit sind sich die institutionellen Investoren des instabilen Marktumfelds, der verzerrten Assetpreise sowie der systemischen Risiken, für welche die Interventionen der Notenbanken und die zunehmende Beliebtheit passiver Investments gesorgt haben, absolut bewusst. So setzen sie auch weiterhin auf aktives Management, um das aktuelle Marktumfeld bewältigen zu können. Darüber hinaus sind sie zuversichtlich, dass ihre Portfolios entsprechend aufgestellt sind, um auch zukünftigen Marktumfeldern trotzen zu können. Allerdings warnen sie davor, dass Privatanleger die systemischen Risiken, mit denen passive Investments einhergehen, nicht wirklich im Blick haben."

Natixis habe Entscheidungsträger von 500 institutionellen Investmentgesellschaften befragt, die insgesamt Anlagegelder von mehr als 19 Bio. US-Dollar verwalten würden. Zu ihren Kunden würden Pensionäre, Staaten, Versicherungsgesellschaften und andere Institute zählen. Diese Umfrage zeige auch, dass 59% der Institutionellen der Auffassung seien, dass die Volatilität durch die Mittelzuflüsse in passive Investments künstlich gesenkt worden sei. Parallel dazu gebe über die Hälfte der Befragten (57%) an, dass das Wachstum im Bereich passive Investments die relativen Aktienkurse verzerre und gleichzeitig systemische Marktrisiken verursache (63%), über die sich Privatanleger nach Einschätzung von 72% gar nicht im Klaren seien.

Institutionelle Investoren würden in zunehmendem Maße auf aktive Anlagestrategien setzen. So seien 76% inzwischen davon überzeugt, dass das aktuelle Marktumfeld aktivem Portfoliomanagement zugute kommen dürfte.

Darüber hinaus vertrete eine Mehrheit von 57% der Institutionellen die Auffassung, dass sich aktive Investmentansätze im direkten Vergleich langfristig besser entwickeln würden als passive Strategien. Drei Viertel der Befragten (75%) würden angeben, dass aktiv agierende Manager Anlagechancen an den Schwellenländermärkten erfolgreicher identifizieren könnten. Ein ähnlich hoher Anteil der Institutionellen (74%) sei der Meinung, dass aktive Manager bessere Möglichkeiten bieten würden, in unkorrelierte Anlageklassen zu investieren.

Oliver Bilal füge hinzu: "Die Steuerung von Kursverlustrisiken wird 2018 eine noch größere Herausforderung darstellen. Allerdings sollte man das neue Jahr auch als Chance betrachten. Schließlich können Wertschwankungen für jene, die von ihnen profitieren können auch höhere Erträge zur Folge haben. Allerdings neigen institutionelle Investoren ohne ein wirklich breit diversifiziertes und nachhaltiges Risikomanagement auf Portfolioebene dazu, lediglich auf Marktkorrekturen und Wertschwankungen zu reagieren statt solche Entwicklungen auszunutzen. Im Jahr 2018 dürften sich die Märkte wechselhafter und volatiler entwickeln. Deshalb werden an den Märkten für aktive Investments wohl wesentlich aktivere Denkansätze erforderlich sein."

Mit drei Vierteln (77%) vertrete die überwiegende Mehrheit der Institutionellen die Auffassung, dass das lang anhaltende Niedrigzinsumfeld zu der Entstehung von Asset-Blasen geführt habe. 62% der institutionellen Investoren würden sich mit Blick auf das Jahr 2018 bei ihren Portfolios vor allem um steigende Zinsen sorgen. Schließlich könnte ein solcher Anstieg bei Anleihen eine Korrekturphase auslösen.

Die Umfrage zeige auch, dass Preisblasen bei Vermögenswerten den geopolitischen Ereignissen - die angesichts der jüngsten Entwicklungen 74% der Befragten beunruhigen würden - allmählich Konkurrenz machen würden. Gleichzeitig würden die Assetpreisblasen von den Institutionellen bereits als größere Gefahr für ihre Investmentperformance im Jahr 2018 angesehen als ein Anstieg der Zinsen (61%).

Die institutionellen Investoren seien ferner der Ansicht, dass von den traditionellen Anlageklassen vor allem am Anleihenmarkt eine Blasenbildung drohe. So würden mit 42% inzwischen fast doppelt so viele institutionelle Investoren mit einer Anleihenblase wie mit einer Immobilienblase (23%) rechnen. Und selbst von jenen 64% der Befragten, die eine Blasenbildung bei Bitcoins erwarten würden, sei man damit nicht mehr allzu weit entfernt.

Oliver Bilal ergänze: "Da praktisch Anleiheninvestments aller Art der zunehmenden Gefahr weltweit nachhaltig steigender Zinsen ausgesetzt sind, betrachten viele institutionelle Investoren das aktuelle Bewertungsniveau am Anleihenmarkt mittlerweile skeptisch. Aus diesem Grund halten die Investoren zunehmend nach Anlagealternativen und unkorrelierten Investmentlösungen Ausschau, um besser auf die Herausforderungen des Marktes im Jahr 2018 begegnen zu können."

Ein großer Teil der institutionellen Investoren (30%) beobachte momentan auch an den Aktienmärkten eine Blasenbildung. Allerdings dürften eher erneut aufkommende Wertschwankungen (statt nachhaltiger Korrekturphasen) die Aktienmärkte im Jahr 2018 prägen. So rechnet eine überwiegende Mehrheit von 78% der Institutionen für das nächste Jahr mit einem Anstieg der Volatilität an den Aktienmärkten. Obwohl in diesem Jahr kaum Wertschwankungen zu beobachten gewesen seien, würden die meisten institutionellen Investoren (59%) diesen Umstand für nicht dauerhaft halten und sich sogar ernsthafte Sorgen machen.

Institutionelle Investoren würden mittlerweile in größerem Maße sowohl auf Aktien als auch auf unkorrelierte alternative Investments setzen, um derartigen Herausforderungen am Markt zu trotzen:

- Die Aktienausrichtung sei auf 37,1% angestiegen (gegenüber 33,8% im Jahr 2016); gleichzeitig sei die Allokation in Anleihen leicht von 35,0% (2016) auf 33,9% zurückgegangen.

- Ein Drittel der institutionellen Investoren (33%) verringere zurzeit die Engagements in Hochzins-Unternehmensanleihen. Parallel dazu reduziere ein Viertel (26%) die Positionen in Staatsanleihen. Darin würden sich möglicherweise die Ängste vor einer Blasenbildung bei den Anleihenbewertungen widerspiegeln.

- Fast zwei Drittel der Befragten (64%) seien der Ansicht, dass Anleihen ihrer traditionellen Aufgabe bei der Risikosteuerung auf Portfolioebene mittlerweile nicht mehr gerecht würden. Gleichzeitig würden 60% der Institutionellen die Auffassung vertreten, dass traditionelle Anlagen inzwischen eher eine zu enge Korrelation zueinander aufweisen würden, um wirklich voneinander unabhängige Erträge zu generieren.

- Im Gegensatz dazu würden 78% der Befragten den verstärkten Einsatz alternativer Investments für eine effektive Möglichkeit halten, das Risiko zu steuern. Fast genauso viele Institutionelle würden sogar noch weiter gehen und alternative Investments für die Diversifikation des Portfoliorisikos als unerlässlich betrachten (70% im Vergleich zu 67% aus dem Vorjahr).

- Bei alternativen Investments bestehe ferner Kaufinteresse an illiquiden Papieren. So seien 74% der institutionellen Investoren der Meinung, dass die potenziellen Erträge solcher Anlagen das Risiko infolge festgelegter Anlagezeiträume trotzdem angemessen kompensieren würden. Am beliebtesten seien in diesem Zusammenhang Private Equity Investments. So würden 39% der Institutionellen ihre Engagements in Private Equity momentan aufstocken. Gleichzeitig seien zwei Drittel (67%) mit der Performance der in ihrem Portfolio enthaltenen Private Equity-Investments zufrieden.

- Auf Branchenebene würden die meisten Institutionellen (45%) erwarten, dass sich der Technologiesektor im Jahr 2018 überdurchschnittlich entwickeln werde, gefolgt von den Segmenten Gesundheitswesen (44%), Rüstung/Luftfahrt (43%) und Finanzen (41%). Siehe auch "Branchenausblick institutioneller Investoren für 2018".

Im direkten Vergleich zu Anleihen würden Schuldverschreibungen nach Einschätzung von über drei Viertel der institutionellen Investoren höhere risikobereinigte Erträge als ihre Anleihenpendants (im letzten Jahr waren es lediglich 73%) bieten. Aktuell würden 36% der Institutionellen ihre Positionen bei Schuldverschreibungen erhöhen.

Parallel dazu setze sich allmählich auch eine längerfristige Einschätzung bezüglich der Nachhaltigkeit von Erträgen durch. So würden drei von fünf Institutionellen (60%) erwarten, dass die Berücksichtigung ökologischer und sozialer Kriterien sowie von Aspekten der Corporate Governance in den nächsten fünf Jahren für alle Manager zum Standard werde. Der Grund dafür scheine sowohl praktischer als auch moralischer Natur zu sein, denn eine ähnlich große Mehrheit (59%) sei davon überzeugt, dass ESG-Investments durchaus auch Alpha-Chancen bieten würden.

Oliver Bilal erläutere: "Neben Zinserhöhungen und zunehmenden Wertschwankungen wappnen sich die institutionellen Investoren zurzeit für eine mögliche Bildung von Asset-Blasen und eine entsprechende Korrektur. Jenseits des traditionellen Zusammenspiels von Anleihen und Aktien suchen viele institutionelle Investoren auch in alternativen Anlagestrategien Zuflucht. Schließlich sind sie bestrebt, ihre Portfolios sicher und breit diversifiziert aufzustellen und dabei gleichzeitig zufriedenstellende Erträge zu erzielen. Statt der bereits seit langem anhaltenden Suche nach Rendite stellen wir auf Portfolioebene also ein zunehmendes Sicherheitsbestreben fest - und eine neue Jagd nach Diversifikation." (05.12.2017/fc/n/s)