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Aufseher klopfen Liquiditätsrisiken von Fonds ab - Fondsnews


14.02.20 11:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die europäische Finanzmarktaufsicht ESMA hat eine Untersuchung gestartet, inwieweit sich Asset Manager an die Vorgaben zur Liquidität in Ucits-Fonds halten, so die Experten von "FONDS professionell".

Im Laufe des Jahres sollten sämtliche nationalen Aufsichten des Kontinents prüfen, inwiefern Portfoliomanager in der täglichen Praxis die Vorgaben umsetzen und sicherstellen würden, dass sie Anteilsrückgaben stets erfüllen könnten.

Die Frage nach einer ausreichenden Zahlungsfähigkeit in Publikumsfonds sei zuletzt immer wieder aufgekommen. Ein Auslöser der Diskussion seien Fälle wie die des ehemaligen GAM-Managers Tim Haywood sowie des einstigen britischen Starmanagers Neil Woodford gewesen, die illiquide Papiere für ihre Fonds gekauft hätten. Die meisten ihrer Vehikel hätten aufgelöst werden müssen.

Zudem habe eine Studie des Internationalen Währungsfonds (IWF) beobachtet, dass Rentenfondsmanager rund um den Globus einerseits Papiere mit immer schlechterer Bonität in ihre Portfolios laden würden. Zum anderen würden sie Bar- und Geldmarktreserven abbauen - und so ihre Manövriermasse reduzieren, sollten Anleger kurzfristig und in Scharen ihre Mittel abziehen. Zwar fließe dank der ultra-laxen Geldpolitik viel Liquidität durch die Kapitalmärkte. Doch in den wenigen Nischen, die im Niedrigzinsumfeld noch Renditen bieten würden, könne diese rasch versiegen.

Die Luxemburger Aufsicht CSSF habe nun die erste Stufe dieser Untersuchung eingeleitet, habe die Behörde mitgeteilt. Sie habe Fragebögen an eine große, repräsentative Gruppe von Ucits-Anbietern in dem Großherzogtum geschickt. Die Kontrolleure würden sich bei den Fragen und der Auswertung auf eine von der ESMA vorbereitete, für ganz Europa einheitliche Methodik stützen, so die CSSF.

Mit der Kontrolle wollten die ESMA und die nationalen Aufsichtsbehörden sichergehen, dass die Anbieter von Ucits-Fonds Liquiditätsrisiken in ihren Portfolios ausloten, durchgängig beobachten und zielgerichtet steuern würden. Damit solle sichergestellt werden, dass Anleger von Ucits-Fonds ihre Anteile jederzeit zurückgeben könnten. Die Einhaltung der Vorschriften zur Liquiditätskontrolle und -steuerung sei eine tragende Säule, um die Stabilität des Finanzsystems und das ordnungsgemäße Funktionieren der Kapitalmärkte zu sichern sowie die Anleger zu schützen, würden die Aufsichtsbehörden argumentieren.

In der Branche sei schon mehrfach die Frage nach strikteren Regeln zur Liquiditätssteuerung in Publikumsfonds aufgeworfen worden. So habe die Irische Zentralbank angekündigt, sich dieser Frage zu widmen. Irland sei nach Luxemburg die zweitgrößte Heimat für Ucits-Fonds. Auch die Luxemburger CSSF solle Medienberichten zufolge diese Frage hinter den Kulissen mit Fondsanbietern diskutiert haben.

Die Chefin von Fidelity International, Anne Richards, habe jüngst wiederum die uneingeschränkte, tägliche Handelbarkeit von Publikumsfondsanteilen infrage gestellt. Bei Investments in nicht-börsennotierte Papiere seien womöglich andere Regeln nötig, so Richards. Es müsse klarer bestimmt werden, in welchen Situationen eine tägliche Anteilsrücknahme nicht angemessen sei. (14.02.2020/fc/n/s)