Globale Kapitalflüsse bei Short & Leveraged ETPs: Pessimismus gegenüber Japan und USA


08.10.19 10:00
WisdomTree Europe

London (www.fondscheck.de) - Es herrscht eine pessimistische Stimmung bei Short & Leveraged (S&L) Aktieninvestoren gegenüber Japan, gefolgt von den USA, so die Experten von WisdomTree Europe.

Japans Markt habe die rückläufigen Kapitalflüsse bei Anlegern angeführt. Sie hätten dort ihre Long-Positionen im Laufe des Monats um einen Nominalwert von 4.329 Mio. USD reduziert und neue spekulative Short-Positionen von 2.373 Mio. USD aufgenommen, was auf Leverage-Faktoren zurückzuführen sei. Japanische Aktien hätten mit einer Kursrally von über 5 Prozent im Nikkei 225-Index einen starken September verzeichnet. Möglicherweise sei dies ein Grund für Investoren gewesen, im Laufe des Monats Gewinne mitzunehmen.

Der US-Markt sei Japan bei rückläufigen Kapitalflüssen gefolgt, wobei Investoren dort ihre Long-Positionen im Laufe des Monats um einen Nominalwert von 3.236 Mio. USD reduziert und 616 Mio. USD neue spekulative Short-Positionen aufgenommen hätten. Nach einer guten Performance in der ersten Monatshälfte hätten die US-Aktien vor dem Hintergrund der sich erneut eintrübenden Aussichten für das Wirtschaftswachstum und der gegen Präsident Trump eingeleiteten Untersuchung nachgegeben.

Im September hätten S&L-Investoren 277 Mio. USD an Öl-Nettopositionen hinzugefügt, was hauptsächlich durch neue Long-Positionen angetrieben worden sei, wobei Hebelfaktoren berücksichtigt seien. Die Ölpreise seien im Laufe des Monats wegen des Angriffs auf saudische Ölanlagen unvermittelt angestiegen. Dies habe zu einer potenziellen Angst vor Versorgungsengpässen geführt, die jedoch schnell nachgelassen habe, als sie von den saudischen Behörden entkräftet worden sei. Insgesamt hätten bullish eingestellte Investoren hier in den letzten zwei Monaten stattliche Gewinne eingefahren.

S&L-Investoren hätten sich Silber gegenüber auf eine fallende Tendenz eingestellt. Sie hätten ihre Long-Positionen geschlossen und neue Shorts hinzugefügt, was sich in Nettozuflüssen von 216 Mio. USD niedergeschlagen habe. Silber habe aufgrund seiner Korrelation zu Gold und des Charakteristikums eines "Safe-Haven"-Assets in den letzten Monaten kräftig aufgeholt. Diese Erholung habe in den letzten Wochen teilweise wieder nach und könnte S&L-Investoren dazu veranlassen lassen, Positionen zu schließen.

S&L-Investoren würden an ihrer pessimistischen Einschätzung gegenüber US-Anleiherenditen festhalten. Im September hätten S&L-Investoren ihre Positionen bei kurzläufigen US-Staatsanleihe-ETPs um 222 Mio. USD weiter abgebaut, aber gleichzeitig ihre Long-Positionen um 308 Mio. USD erhöht, Leverage-Faktoren mit eingerechnet.

Der September sei ein wichtiger Monat für die Zentralbanken gewesen, als die US-Notenbank FED die Zinsen um weitere 25 Basispunkte auf eine Spanne von 1,75 bis 2,00 Prozent gesenkt habe. Inzwischen habe die FED angedeutet, dass in diesem Jahr keine weiteren Zinssenkungen folgen würden. Dies sei eine Einschätzung, die nach wie vor im Widerspruch zum Markt stehe, der aktuell eine weitere Zinssenkung noch im Dezember dieses Jahres erwarte.

Die Gesamtsumme der AuM bei Short & Leveraged (S&L) ETPs habe zum 30.September 2019 73,5 Milliarden USD betragen. 37 Prozent der AuM würden in Kurzprodukten mit Hebelfaktoren zwischen -1x und -3x gehalten. 63 Prozent der AuM seien Long-Produkte mit Hebelfaktoren von +2 und mehr. Der Hebelfaktor bei den meisten Assets betrage +2x und betreffe 39 Prozent der AuM. Aktien-ETPs seien mit 83 Prozent der AuM bei der S&L-Asset-Allokation am beliebtesten, gefolgt von Rohstoffen mit 8 Prozent und Anleihen mit 5 Prozent. Der Rest teile sich zwischen Währungen und alternativen ETPs auf. (08.10.2019/fc/n/e)