Ölpreis auf Achtwochenhoch


08.03.10 09:14
LB Baden-Württemberg

Stuttgart (aktiencheck.de AG) - Das Nordseeöl Brent hat den Sprung über die Marke von 80 USD geschafft und erreichte damit den höchsten Stand seit Mitte Januar, so die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg.

Zuletzt habe der unverändert schwache Euro Unterstützung gebracht. Zudem sei mit dem US-Arbeitsmarktbericht die Hoffnung aufgekeimt, dass der Ölverbrauch in den USA in den nächsten Monaten mit einer verbesserten Konjunkturentwicklung auch wieder deutlicher anziehen könnte. In den USA seien im Februar lediglich 36.000 Stellen abgebaut worden. Das seien deutlich weniger als erwartet gewesen, so dass die Konjunkturoptimisten Aufwind erhalten hätten.

Zuvor hätten bereits die US-Einzelhändler im Februar überraschend gute Geschäfte gemacht und damit signalisiert, dass die US-Verbraucher mit ihrem Geld weniger zurückhaltend umgehen würden als zuletzt befürchtet. Schließlich habe der chinesische Ministerpräsident zur Beruhigung beigetragen, der in einer Rede vor dem Volkskongress keine weiteren Einschnitte in die lockere Geldpolitik des Landes oder bei den Konjunkturspritzen angedeutet habe.

Nach dem starken Ölpreisanstieg der letzten Tage dürfte jedoch demnächst eine Korrektur anstehen. Denn die Abkoppelung des Ölpreis vom EUR/USD-Wechselkurs möge zwar kurzfristig gelingen. Mittelfristig dürfte die Beziehung jedoch nicht so schnell außer Kraft gesetzt werden. Schon vor acht Wochen habe der Ölpreis sich nicht nachhaltig vom stärkeren US-Dollar lösen können. Auch jetzt spreche vieles dafür, dass die Schere zwischen US-Dollar-Kurs und Ölpreis sich zumindest wieder ein Stück weit schließe.

Von fundamentaler Seite aus würden die Lagerdaten ebenfalls dafür sprechen, dass der jüngste Anstieg beim Ölpreis in den nächsten Tagen gestoppt werde. Die Lagerbestände in den USA hätten sich zuletzt fünf Mal in Folge erhöht. Aktuell lägen die Öllager auf einem Niveau von 341,6 Mio. Barrel. Dieser Wert liege zwar knapp 4% unter dem Vorjahresstand. Dennoch würden sich die Öllager sehr deutlich über ihren mehrjährigen Durchschnittsniveaus bewegen. Da auch beim OPEC-Meeting am 17. März wohl kaum Signale in Bezug auf eine Verknappung des Ölangebots gesendet würden, dürfte der Ölpreis demnächst wieder unter die Marke von 80 USD zurückfallen. Auf Sicht von drei Monaten rechne man damit, dass die Notierungen für Brent auf ein Niveau von etwa 75 USD/Barrel nachgeben würden. (08.03.2010/ac/a/m)




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