Metallpreise deutliche Korrektur erwartet
11.03.10 15:31
Commerzbank Corp. & Markets
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der bisherige Kursverlauf in diesem Jahr bei den Metallpreisen gestaltete sich äußerst volatil, berichten die Analysten von Commerzbank Corporates & Markets.
Sowohl die Metalle untereinander als auch der jeweilige Preis selbst hätten dabei höchst unterschiedliche Entwicklungen mit mehreren Hochs und Tiefs verzeichnet. Die folgende Ausarbeitung versuche zu beleuchten, inwiefern die jüngsten Preisanstiege mit einer Erholung der physischen Nachfrage einhergegangen seien.
Betrachte man die gekündigten Lagerscheine an der Londoner Metallbörse LME (s.g. cancelled warrants), so sei ein augenscheinliches Anziehen der Nachfrage zu konstatieren. Gekündigte Lagerscheine würden die künftigen Lagerabgänge anzeigen. Ein Anstieg dieser werde nicht nur als Indiz einer steigenden Nachfrage angesehen, sondern stütze oftmals die Metallpreise. Bis auf Zink und Zinn seien die gekündigten Lagerscheine bei den anderen vier wichtigen LME-Metallen in den letzten Wochen deutlich in die Höhe geschossen.
Dennoch seien die Vorräte in den börsenregistrierten Lagerhäusern nur unwesentlich gesunken. Die Kupferlagerbestände an der LME würden sich mit knapp 540 Tsd. Tonnen nach wie vor in der Nähe des jüngst verzeichneten Sechseinhalbjahreshochs befinden. Auch in den Lagerhäusern der Börse Shanghai würden diese nur marginal unter dem Allzeithoch liegen.
Die Situation bei den anderen Industriemetallen sehe ähnlich aus. Während an der Börse Shanghai die Aluminiumbestände scheinbar unaufhörlich steigen würden, seien sie an der LME nur leicht zurückgegangen. Mit 4,5 Mio. Tonnen würden sich diese weiterhin in der Nähe des Rekordhochs befinden. Selbst wenn also die gekündigten Lagerscheine auf ein Anziehen der Nachfrage hindeuten würden, so sei eine Angebotsverknappung nicht in Sicht. Denn die gekündigten Lagerscheine würden lediglich anzeigen, was aus den Lagern demnächst abfließe. Zuflüsse würden unberücksichtigt bleiben. Ebenso würden in dieser Statistik die Vorräte außerhalb der börsenregistrierten Lagerhäuser nicht erfasst.
In China, dem weltweit größten Rohstoffkonsumenten, dürfte sich die Nachfrage in diesem Jahr aufgrund der bereits implementierten bzw. geplanten Maßnahmen der chinesischen Regierung zur Abkühlung der überhitzten Konjunktur merklich reduzieren und die Importdynamik daher nachlassen.
Die Analysten von Commerzbank Corporates & Markets behalten ihre Preisprognosen bei und gehen von einer deutlichen Korrektur der Metallpreise aus. Neben dem Überschießen der Preise nach oben seien ihres Erachtens die aktuell noch schwachen fundamentalen Rahmendaten nicht ausreichend in den Preisen reflektiert.
Durch ein Nachlassen der Importdynamik in China sollten die Metalle eine wichtige Unterstützung verlieren. Die Industrienationen dürften darüber hinaus erst ab 2011 wieder merklich zum Nachfragewachstum beitragen. Zwar werde sich in diesen Ländern kurzfristig die Nachfrage bedingt durch Basiseffekte rein optisch erholen, allerdings bleibe das absolute Niveau noch relativ niedrig. Durch die Ausweitung der Produktion vieler Ortens im Zuge der aktuell hohen Preise verschlechtere sich zudem das Angebot/Nachfrage-Verhältnis, sodass ein Abbau der sehr hohen Lagerbestände ein langwieriger Prozess werden könnte. (11.03.2010/ac/a/m)
Sowohl die Metalle untereinander als auch der jeweilige Preis selbst hätten dabei höchst unterschiedliche Entwicklungen mit mehreren Hochs und Tiefs verzeichnet. Die folgende Ausarbeitung versuche zu beleuchten, inwiefern die jüngsten Preisanstiege mit einer Erholung der physischen Nachfrage einhergegangen seien.
Betrachte man die gekündigten Lagerscheine an der Londoner Metallbörse LME (s.g. cancelled warrants), so sei ein augenscheinliches Anziehen der Nachfrage zu konstatieren. Gekündigte Lagerscheine würden die künftigen Lagerabgänge anzeigen. Ein Anstieg dieser werde nicht nur als Indiz einer steigenden Nachfrage angesehen, sondern stütze oftmals die Metallpreise. Bis auf Zink und Zinn seien die gekündigten Lagerscheine bei den anderen vier wichtigen LME-Metallen in den letzten Wochen deutlich in die Höhe geschossen.
Die Situation bei den anderen Industriemetallen sehe ähnlich aus. Während an der Börse Shanghai die Aluminiumbestände scheinbar unaufhörlich steigen würden, seien sie an der LME nur leicht zurückgegangen. Mit 4,5 Mio. Tonnen würden sich diese weiterhin in der Nähe des Rekordhochs befinden. Selbst wenn also die gekündigten Lagerscheine auf ein Anziehen der Nachfrage hindeuten würden, so sei eine Angebotsverknappung nicht in Sicht. Denn die gekündigten Lagerscheine würden lediglich anzeigen, was aus den Lagern demnächst abfließe. Zuflüsse würden unberücksichtigt bleiben. Ebenso würden in dieser Statistik die Vorräte außerhalb der börsenregistrierten Lagerhäuser nicht erfasst.
In China, dem weltweit größten Rohstoffkonsumenten, dürfte sich die Nachfrage in diesem Jahr aufgrund der bereits implementierten bzw. geplanten Maßnahmen der chinesischen Regierung zur Abkühlung der überhitzten Konjunktur merklich reduzieren und die Importdynamik daher nachlassen.
Die Analysten von Commerzbank Corporates & Markets behalten ihre Preisprognosen bei und gehen von einer deutlichen Korrektur der Metallpreise aus. Neben dem Überschießen der Preise nach oben seien ihres Erachtens die aktuell noch schwachen fundamentalen Rahmendaten nicht ausreichend in den Preisen reflektiert.
Durch ein Nachlassen der Importdynamik in China sollten die Metalle eine wichtige Unterstützung verlieren. Die Industrienationen dürften darüber hinaus erst ab 2011 wieder merklich zum Nachfragewachstum beitragen. Zwar werde sich in diesen Ländern kurzfristig die Nachfrage bedingt durch Basiseffekte rein optisch erholen, allerdings bleibe das absolute Niveau noch relativ niedrig. Durch die Ausweitung der Produktion vieler Ortens im Zuge der aktuell hohen Preise verschlechtere sich zudem das Angebot/Nachfrage-Verhältnis, sodass ein Abbau der sehr hohen Lagerbestände ein langwieriger Prozess werden könnte. (11.03.2010/ac/a/m)
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