Gold mittelfristige Aufwärtsbewegung erwartet
08.03.10 09:27
LB Baden-Württemberg
Stuttgart (aktiencheck.de AG) - Der Goldpreis erreichte nach einem steilen Anstieg Anfang Dezember 2009 mit 1.226 US-Dollar je Feinunze ein Allzeithoch, so die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg.
Danach sei eine mehrwöchige Konsolidierungsphase gefolgt, die Anfang Februar 2010 mit dem kurzfristigen Rückgang auf 1.044 US-Dollar ihren vorläufigen Tiefpunkt erreicht habe. Der Goldpreis habe sich mittlerweile erholt und notiere derzeit rund 90 US-Dollar höher. Aufgrund von Wechselkursänderungen sei die Konsolidierungsphase auf Euro-Basis nicht nur sehr viel geringer ausgefallen. Die jüngste Aufwärtsbewegung der US-Dollar-Notierung habe dem Goldpreis in der europäischen Gemeinschaftswährung sogar zu einem neuen Allzeithoch bei knapp 840 Euro je Feinunze verholfen.
Ein maßgeblicher Anteil der Goldpreisentwicklung in den vergangenen drei Monaten gehe auf die griechische Staatsschuldenkrise und den damit verbundenen Vertrauensverlust in die Eurozone zurück. Als direkte Folge habe der Euro gegenüber dem US-Dollar abgewertet und der Einfluss derjenigen Marktteilnehmer, die Gold lediglich als Hedge für den US-Dollar ansehen würden, habe unter anderem zum Preisrückgang geführt. Dies sei in gewisser Weise paradox, da Gold angesichts der möglichen Zahlungsunfähigkeit eines Staates und den drohenden Folgen ein klarer Profiteur sein sollte.
Seit Anfang Februar habe sich das Edelmetall trotz der Fortsetzung der Euro-Schwäche nach oben entwickelt. Möglicherweise sei dies ein Hinweis für eine geänderte Marschrichtung der Euro-Skeptiker zugunsten von US-Dollar wie auch von Gold. Angesichts der mittelfristig erwarteten Seitwärtsbewegung des Wechselkurses dürfte der Einfluss vom Devisenmarkt in den kommenden Monaten per Saldo beschränkt bleiben.
Für die seit 2007 geplanten Goldverkäufe des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Höhe von 403,3 Tonnen sei Mitte Februar die zweite Phase angebrochen. In der ersten Phase sei das Edelmetall nur Notenbanken angeboten und insgesamt 212 Tonnen an Indien, Mauritius und Sri Lanka abgegeben worden. Da offenbar keine weiteren Notenbanken zu Käufen bereit gewesen seien, würden die restlichen 191,3 Tonnen nun im regulären Handel veräußert. Der IWF möchte hierbei marktschonend vorgehen, doch die ungewöhnlich umfangreiche und offensive Ankündigung der Verkäufe werde von vielen Marktbeobachtern argwöhnisch betrachtet.
Nichtsdestotrotz dürfte die Zeit der hohen Notenbankverkäufe zu Ende gehen. Dieses Jahr laufe vermutlich das Verkaufsprogramm der Banque de France aus und die EZB habe seit dem ersten Halbjahr 2009 keine Veräußerungen mehr durchgeführt.
Der Goldpreisrückgang seit Anfang Dezember habe sich positiv auf die Schmucknachfrage in den Schwellenländern ausgewirkt. Gemäß der Bombay Bullion Association seien im Januar 37 Tonnen und im Februar mindestens 30 Tonnen Gold importiert worden. Dies sei angesichts des hohen Preises auch im Vergleich zur Vorkrisenzeit Anfang 2007 beachtlich. In den kommenden Monaten dürfte die Schmucknachfrage abgesehen von der saisonalen Sommerschwäche vor dem Hintergrund der Konjunkturbelebung insbesondere in den Schwellenländern wieder anziehen.
Die bei Anlegern insbesondere im ersten Quartal 2009 sehr beliebten börsengehandelten Goldfonds (ETFs/ETCs) hätten in Europa seit Anfang Januar in der Summe praktisch keine Mittelzuflüsse verzeichnet. Der Bestand des US-amerikanischen SPDR-Fonds sei sogar per Saldo um mehr als 17 Tonnen zurückgegangen. Dagegen bewege sich die Nachfrage nach physischem Gold weiterhin auf hohem Niveau. In letzter Zeit würden sich zudem Berichte mehren, wonach bekannte Spekulanten und Hedge-Fonds-Manager auf Gold setzen. Da dieser Gruppe auch der Internbankenmarkt offen stehe, bleibe ihre Positionierung größtenteils im Dunkeln.
Das steigende spekulative Interesse erhöhe die Anfälligkeit für größere Preiskorrekturen. Angesichts des weiterhin hohen Anlegerinteresses an Münzen und Barren, der wieder anziehenden Schmucknachfrage sowie des fehlenden Angebots vonseiten der Notenbanken bleibe eine Fortsetzung der mittelfristigen Aufwärtsbewegung ungeachtet hiervon das wahrscheinlichste Szenario. (08.03.2010/ac/a/m)
Danach sei eine mehrwöchige Konsolidierungsphase gefolgt, die Anfang Februar 2010 mit dem kurzfristigen Rückgang auf 1.044 US-Dollar ihren vorläufigen Tiefpunkt erreicht habe. Der Goldpreis habe sich mittlerweile erholt und notiere derzeit rund 90 US-Dollar höher. Aufgrund von Wechselkursänderungen sei die Konsolidierungsphase auf Euro-Basis nicht nur sehr viel geringer ausgefallen. Die jüngste Aufwärtsbewegung der US-Dollar-Notierung habe dem Goldpreis in der europäischen Gemeinschaftswährung sogar zu einem neuen Allzeithoch bei knapp 840 Euro je Feinunze verholfen.
Ein maßgeblicher Anteil der Goldpreisentwicklung in den vergangenen drei Monaten gehe auf die griechische Staatsschuldenkrise und den damit verbundenen Vertrauensverlust in die Eurozone zurück. Als direkte Folge habe der Euro gegenüber dem US-Dollar abgewertet und der Einfluss derjenigen Marktteilnehmer, die Gold lediglich als Hedge für den US-Dollar ansehen würden, habe unter anderem zum Preisrückgang geführt. Dies sei in gewisser Weise paradox, da Gold angesichts der möglichen Zahlungsunfähigkeit eines Staates und den drohenden Folgen ein klarer Profiteur sein sollte.
Seit Anfang Februar habe sich das Edelmetall trotz der Fortsetzung der Euro-Schwäche nach oben entwickelt. Möglicherweise sei dies ein Hinweis für eine geänderte Marschrichtung der Euro-Skeptiker zugunsten von US-Dollar wie auch von Gold. Angesichts der mittelfristig erwarteten Seitwärtsbewegung des Wechselkurses dürfte der Einfluss vom Devisenmarkt in den kommenden Monaten per Saldo beschränkt bleiben.
Nichtsdestotrotz dürfte die Zeit der hohen Notenbankverkäufe zu Ende gehen. Dieses Jahr laufe vermutlich das Verkaufsprogramm der Banque de France aus und die EZB habe seit dem ersten Halbjahr 2009 keine Veräußerungen mehr durchgeführt.
Der Goldpreisrückgang seit Anfang Dezember habe sich positiv auf die Schmucknachfrage in den Schwellenländern ausgewirkt. Gemäß der Bombay Bullion Association seien im Januar 37 Tonnen und im Februar mindestens 30 Tonnen Gold importiert worden. Dies sei angesichts des hohen Preises auch im Vergleich zur Vorkrisenzeit Anfang 2007 beachtlich. In den kommenden Monaten dürfte die Schmucknachfrage abgesehen von der saisonalen Sommerschwäche vor dem Hintergrund der Konjunkturbelebung insbesondere in den Schwellenländern wieder anziehen.
Die bei Anlegern insbesondere im ersten Quartal 2009 sehr beliebten börsengehandelten Goldfonds (ETFs/ETCs) hätten in Europa seit Anfang Januar in der Summe praktisch keine Mittelzuflüsse verzeichnet. Der Bestand des US-amerikanischen SPDR-Fonds sei sogar per Saldo um mehr als 17 Tonnen zurückgegangen. Dagegen bewege sich die Nachfrage nach physischem Gold weiterhin auf hohem Niveau. In letzter Zeit würden sich zudem Berichte mehren, wonach bekannte Spekulanten und Hedge-Fonds-Manager auf Gold setzen. Da dieser Gruppe auch der Internbankenmarkt offen stehe, bleibe ihre Positionierung größtenteils im Dunkeln.
Das steigende spekulative Interesse erhöhe die Anfälligkeit für größere Preiskorrekturen. Angesichts des weiterhin hohen Anlegerinteresses an Münzen und Barren, der wieder anziehenden Schmucknachfrage sowie des fehlenden Angebots vonseiten der Notenbanken bleibe eine Fortsetzung der mittelfristigen Aufwärtsbewegung ungeachtet hiervon das wahrscheinlichste Szenario. (08.03.2010/ac/a/m)
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