Wall Street Schluss: US-Börsen schließen mit leichten Gewinnen, Groupon-Aktie bricht nach Zahlen ein


09.02.12 22:18
aktiencheck.de

New York (aktiencheck.de AG) - Die Einigung auf weitere Sparmaßnahmen in Griechenland sorgte an den US-Börsen am Donnerstag für positive Stimmung. Die US-Indizes traten dennoch ein wenig auf der Stelle und gingen letztlich mit leichten Gewinnen aus dem Handel. Der Dow Jones verbesserte sich um 0,05 Prozent auf 12.890,46 Punkte, während der NASDAQ Composite um 0,39 Prozent auf 2.927,23 Zähler zulegte. Für den S&P 500 ging es um 0,15 Prozent auf 1.351,95 Punkte nach oben.

Wie das US-Arbeitsministerium heute mitteilte, hat sich die Arbeitsmarktsituation in den USA in der Woche zum 4. Februar 2012 verbessert. So verringerte sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 15.000 auf 358.000, während Volkswirte im Vorfeld eine Zahl von 370.000 prognostiziert hatten. Für die Vorwoche wurde der zunächst ermittelte Wert von 367.000 auf 373.000 nach oben korrigiert. Der gleitende Vier-Wochen-Durchschnitt schrumpfte um 11.000 auf 366.250 Erstanträge für Leistungen im Rahmen der US-Arbeitslosenversicherung.

Die Aktie des Technologiekonzerns Apple Inc. (ISIN US0378331005 / WKN 865985) markierte am heutigen Donnerstag abermals ein neues Allzeithoch. Dabei profitiert der Aktienkurs von einer positiven Analysteneinschätzung. Die Analysten von Needham & Co stufen die Apple-Aktie nach wie vor mit dem Votum "buy" ein. Das Kursziel wurde jedoch deutlich von bislang 540 US-Dollar auf nunmehr 620 US-Dollar angehoben. Die Aktie von Apple kletterte daraufhin im Handelsverlauf auf ein neues Allzeithoch bei 496,75 US-Dollar und schloss letztlich mit einem Aufschlag von 3,5 Prozent. Mit einer Marktkapitalisierung von gut 459 Mrd. US-Dollar ist Apple gemessen am Börsenwert das größte Unternehmen der Welt.

Bereits gestern nach US-Börsenschluss wurden diverse hochinteressante Quartalsberichte veröffentlicht. Überzeugen konnte dabei Cisco Systems. Der Technologiekonzern konnte dabei im zweiten Geschäftsquartal 2011/2012 Umsatz und Gewinn deutlich steigern und die Erwartungen der Analysten auf bereinigter Basis schlagen. So stieg der Umsatz im Berichtszeitraum um 10,8 Prozent auf 11,5 Mrd. US-Dollar. Der Nettogewinn wurde auf 2,2 Mrd. US-Dollar bzw. 40 Cents je Aktie beziffert. Im Vorjahresquartal hatte man noch ein Nettoergebnis von 1,5 Mrd. US-Dollar erzielt. Der bereinigte Gewinn belief sich auf 47 Cents je Aktie, nach 37 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten im Vorfeld einen Umsatz von 11,23 Mrd. US-Dollar sowie ein Ergebnis von 43 Cents je Aktie erwartet. Das Papier gab dennoch um 2,1 Prozent nach.

Die Aktie des Gutschein-Portals Groupon Inc. (ISIN US3994731079 / WKN A1JMC2) brach um 13,9 Prozent ein. Das Unternehmen konnte den Umsatz zwar deutlicher als erwartet steigern. Gleichzeitig musste aber erneut ein Verlust ausgewiesen werden. Zudem wurden die Ergebniserwartungen klar verfehlt. Der Umsatz konnte von 172 Mio. US-Dollar im Vorjahreszeitraum auf nun 506 Mio. US-Dollar nahezu verdreifacht werden. Der Nettoverlust belief sich auf 42,7 Mio. US-Dollar bzw. 8 Cents je Aktie, nach einem Nettoverlust von 378,6 Mio. US-Dollar bzw. 1,08 US-Dollar je Aktie. Auf bereinigter Basis wurde ein Verlust von 2 Cents je Aktie erzielt. Analysten hatten im Vorfeld einen Umsatz in Höhe von 475 Mio. US-Dollar sowie einen Gewinn in Höhe von 3 Cents je Aktie prognostiziert.

Für die News Corp. (ISIN US65248E1047 / WKN A0DLJU) ging es derweil nach Zahlen zum abgelaufenen Quartal um 2,1 Prozent nach unten. Der Medienkonzern konnte den Umsatz und Gewinn verbessern. Auf bereinigter Basis übertraf man die Erwartungen der Analysten. Schließlich stiegen Visa um 3,8 Prozent. Der Kreditkartenanbieter hat im abgelaufenen Quartal Umsatz und Gewinn deutlich steigern und die Schätzungen der Analysten überbieten. Zudem kündigte das Unternehmen ein neues Aktienrückkaufprogramm über 500 Mio. US-Dollar an.

Heute ging der Zahlenreigen dann weiter. Von besonderem Interesse war dabei die Bilanz von PepsiCo. Der Softdrink-Konzern hat seinen Gewinn im vierten Quartal trotz erhöhter Rohstoffkosten leicht verbessert. Dabei profitierte man von der Übernahme des russischen Getränkeunternehmens Wimm-Bill-Dann, Einmalerträgen aus Asset-Verkäufen und dem positiven Effekt einer zusätzlichen Berichtswoche gegenüber dem Vorjahr. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis übertroffen. Zudem wurde ein Stellenabbau angekündigt. Der den Aktionären zuzurechnende Nettogewinn belief sich auf 1,42 Mrd. US-Dollar bzw. 89 Cents pro Aktie, gegenüber 1,37 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Um Einmaleffekte bereinigt lag der jüngste Gewinn bei 1,15 US-Dollar (Vorjahr: 1,05 US-Dollar) pro Aktie. Der Umsatz nahm um 11 Prozent auf 20,16 Mrd. US-Dollar zu. Analysten waren zuvor von einem Gewinn von 1,13 US-Dollar pro Aktie und einem Umsatz von 19,91 Mrd. US-Dollar ausgegangen. Das Papier fiel um 3,7 Prozent.

Das amerikanische Biotech-Unternehmen Alexion Pharmaceuticals Inc. (ISIN US0153511094 / WKN 899527) hat dank starker Verkäufe seines derzeit einzigen vermarkteten Medikaments Soliris im vierten Quartal 2011 einen deutlichen Gewinnsprung verzeichnet. Demnach stieg der Umsatz im Berichtszeitraum um 46 Prozent auf 227,6 Mio. US-Dollar. Der Nettogewinn erhöhte sich um 82 Prozent auf 48,2 Mio. US-Dollar bzw. 25 Cents je Aktie. Um Einmaleffekte bereinigt, wurde ein Gewinn von 41 Cents je Aktie ausgewiesen. Analysten hatten zuvor lediglich ein EPS von 34 Cents sowie einen Umsatz von 220,8 Mio. US-Dollar erwartet. Die Aktie von Alexion Pharmaceuticals gewann daraufhin 4,9 Prozent.

Coca-Cola Enterprises hat im vierten Quartal einen höheren Gewinn erzielt, was auf ein solides Umsatzwachstum zurückzuführen ist. Die Erwartungen wurden erfüllt. Zudem wurde die Jahresplanung erhöht. Die Aktie des Abfüllunternehmens verteuerte sich um 1,5 Prozent. Daneben machten Lorillard einen Sprung um 9,7 Prozent nach oben. Der Zigarettenhersteller hat im abgelaufenen Quartal Umsatz und Gewinn verbessert. Die Schätzungen der Analysten wurden übertroffen.

Für die Aktie von Group 1 Automotive ging es um 3,0 Prozent nach oben. Der Autohändler hat seinen Gewinn im vierten Quartal aufgrund deutlich höherer Margen und einer effizienten Kostenkontrolle fast verdoppelt. Die Erwartungen wurden damit klar übertroffen. Der Informations-Dienstleister Thomson Reuters musste indes im vierten Quartal aufgrund von Goodwill-Abschreibungen ein negatives Ergebnis ausweisen. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag aber über den Analystenschätzungen. Der Titel verschlechterte sich um 1,2 Prozent.

Sonoco Products (ISIN US8354951027 / WKN 861171) gewannen 2,0 Prozent. Der Verpackungshersteller hat im vierten Quartal einen rückläufigen Gewinn ausgewiesen. Der Umsatz lag in etwa auf Vorjahresniveau. Die Gewinnschätzungen der Analysten wurden auf bereinigter Basis getroffen. Sirius XM Radio verbilligen sich nach Zahlen zum abgelaufenen Quartal um 1,4 Prozent. Der Anbieter von Satellitenradio-Services konnte Umsatz und Ergebnis verbessern. Die Gewinnerwartungen der Analysten wurden erreicht.

Der US-Automobilhersteller Ford Motor Co. (ISIN US3453708600 / WKN 502391) hat einen Wechsel in der Unternehmensführung angekündigt. Demnach wird Bob Shanks ab dem 1. April 2012 neuer Chief Financial Officer (CFO) des Unternehmens. Der Controller tritt die Nachfolge von Lewis Booth an, der nach 30 Jahren bei Ford in den Ruhestand geht. Darüber hinaus gibt es einen weiteren Wechsel im Top-Management. Ebenfalls zum 1. April geht Entwicklungschef Derrick Kuzak in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird Raj Nair, derzeit Vice President, Engineering, Global Product Development. Die Aktie von Ford verlor 1,2 Prozent.

Nachrichten gab es zudem von der Akquisitionsfront. Der Software-Konzern Oracle wird Taleo für rund 1,9 Mrd. US-Dollar übernehmen. Bei Taleo handelt es sich um einen Hersteller von Rekrutierungs-Software mit Sitz in Dublin (Kalifornien). Im Rahmen der Akquisition erhalten Taleo-Aktionäre für jeden ihrer Anteilsscheine 46,00 US-Dollar, was eine Prämie von 18 Prozent auf den gestrigen Schlusskurs der Taleo-Aktie beinhaltet. Die Transaktion, der das Taleo-Board bereits zugestimmt hat, soll Mitte 2012 abgeschlossen werden. Während Oracle um 0,6 Prozent zulegten, schossen Taleo um gut 17 Prozent nach oben.

Schließlich gab der Fotokonzern Eastman Kodak, der vergangenen Monat einen Antrag auf Gläubigerschutz nach Chapter 11 gestellt hat, heute bekannt, dass er seine Capture Devices-Aktivitäten einstellen wird. Den Angaben zufolge wird der Geschäftsbereich, der Digitalkameras, Taschen-Camcorder und digitale Bilderrahmen umfasst, demnach im Laufe des ersten Halbjahres 2012 aufgegeben. Im Gegenzug wird man das aktuelle Markenlizenzprogramm ausbauen und Lizenzen in den genannten Kategorien anstreben. Aufgrund dieser Entscheidung wird das Consumer Business künftig online- und retail-basierten Fotodruck sowie Desktop-Tintenstrahldruck beinhalten. Der Titel gab um 3,5 Prozent nach. (09.02.2012/ac/n/m)




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