Vanguard beichtet "Sünden" bei Nachhaltigkeits-ETFs - ETF-News


14.08.19 15:10
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die Fondsgesellschaft Vanguard hat 29 Aktien aus zwei börsengehandelten Indexfonds (ETFs) geworfen, die einen nachhaltigen Ansatz verfolgen, so die Experten von "FONDS professionell".

Dies berichte die "Financial Times" und berufe sich auf ein Schreiben an Anteilseigner, das der Wirtschaftszeitung vorliege. Die Titel seien "irrtümlich" durch den Indexanbieter FTSE Russell in den "Gutes Gewissen"-Portfolios gelandet, bei deren Titelauswahl eigentlich auf die Einhaltung ökologischer und ethischer Kriterien (ESG) geachtet werden solle.

Dennoch seien Unternehmen wie der Waffenfabrikant Sturm Ruger, der Gefängnisbetreiber Geo Group oder der Pharmakonzern Glaxosmithkline in die Indexfolger gerutscht. Die Methode, nach denen FTSE Russell die Titel vor der Aufnahme in den Index durchleuchte, sei fehlerhaft gewesen, heiße es in dem Schreiben. Konkret gehe es um den Vanguard ESG US Stock ETF und den Vanguard ESG International Stock ETF, die nicht in Europa vertrieben würden.

"Zusammengenommen machen die Aktien nur einen geringen Anteil am Volumen der betroffenen Fonds aus", habe eine Vanguard-Sprecherin der "Financial Time" gesagt. "Wir bedauern den Fehler sehr. FTSE hat mittlerweile zusätzliche Überwachungs- und Kontrollmechanismen eingeführt. Diese sollen sicherstellen, dass die Indices ihre Vorgaben einhalten."

Vertriebsunterlagen zufolge sollten die ESG-Indexfonds explizit Unternehmen ausschließen, die Einnahmen aus Pornographie, Alkohol und Tabak, Waffen, fossilen Energieträgern, Glücksspiel und Atomkraft erzielen würden. Zudem sollten Unternehmen außen vor bleiben, die nicht den Prinzipen der UN-Global-Compact-Initiative entsprechen würden.

Mit der Fehlerkorrektur seien auch Unternehmen wie der Restaurant-Betreiber Yum Brands oder die Medienkonzerne von Mogul Rupert Murdoch - News Corp und Fox - aus den Fonds geflogen. Beide Firmen seien aus Sicht der guten Unternehmensführung in die Kritik geraten. Gegen welche Standards die Unternehmen jeweils genau verstoßen würden, gehe aus dem Schreiben jedoch nicht hervor. Vanguard und FTSE Russell hätten sich gegenüber der "Financial Times" hierzu nicht näher äußern wollen. (14.08.2019/fc/n/e)