Erweiterte Funktionen

Spekulationen: Allianz wirft Auge auf DWS


18.03.19 12:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die Gespräche über eine mögliche Fusion der Deutschen Bank mit der Commerzbank haben zugleich Spekulationen wiederaufleben lassen, wonach die Allianz Interesse an der DWS hege, so die Experten von "FONDS professionell".

Dem Nachrichtendienst "Bloomberg" zufolge prüfe der Versicherungskonzern "die Machbarkeit einer solchen Transaktion". Bei einem Zusammenschluss der Fondstochter der Deutschen Bank mit Allianz Global Investors entstünde ein deutscher Branchenprimus mit einem verwalteten Vermögen von mehr als einer Billion Euro.

Taufrisch seien derartige Gedankenspiele nicht. Entsprechende Gerüchte über ein Zusammengehen hätten bereits im Vorfeld des Börsengangs der DWS im Frühjahr 2018 die Runde gemacht. Der damalige DWS-Chef Nicolas Moreau habe so einer Großfusion damals aber eine Absage erteilt. Die nun wieder aufkeimenden Spekulationen würden sich denn auch auf eine vage Basis stützen. Bei der Allianz befänden sich die Überlegungen in einem frühen Stadium, heiße es bei Bloomberg. Es sei denkbar, dass keine Gespräche formeller Art aufgenommen würden und dass es zu keiner Vereinbarung komme, habe es weiter geheißen.

Zudem würden widersprüchliche Angaben existieren. Für die Allianz sei eine Übernahme der DWS derzeit kein Thema, berichte wiederum die Nachrichtenagentur "Reuters". "Es gibt keine Gespräche darüber", hätten zwei mit der Situation vertraute Personen dem Dienst gesagt. Sprecher der beteiligten Häuser hätten sich nicht zu den Gerüchten äußern wollen.

Den Aktienkurs der DWS hätten die Spekulationen jedenfalls beflügelt. Am Montagvormittag (18. März) sei der Kurs um mehr als 9% geklettert und habe erstmals seit dem Börsengang wieder die Marke von 30 Euro überwunden. Das Papier sei vor einem Jahr zu 32,55 Euro in den Handel gestartet.

Auslöser für das Wiederaufleben des Gemunkels sei die Idee, dass die Deutsche Bank über einen Verkauf der DWS die Übernahme der Commerzbank zumindest teilweise finanzieren könnte. Die Fondstochter der Deutschen Bank weise eine Marktkapitalisierung von gut sechs Milliarden Euro auf. Die Mutter halte noch rund 78 Prozent der Anteile. Auf der anderen Seite gelte die DWS aber als Tafelsilber der Deutschen Bank - entsprechend zögerlich stehe das Institut einem Verkauf der Tochter gegenüber, heiße es bei Bloomberg.

Angesichts der steigenden Konkurrenz durch passive Investmentprodukte und eines wachsenden Kostendrucks stehe die Asset-Management-Branche generell vor einer massiven Konsolidierung. Dementsprechend sei es wenig verwunderlich, wenn große Akteure zumindest ihre Optionen prüfen würden. Allerdings seien solche Überlegung meist eher rein theoretische Planspiele. Mitunter würden auch Investmentbanken und Beratungsgesellschaften Ideen an die Asset Manager herantragen, wie "FONDS professionell ONLINE" aus Branchenkreisen erfahren habe. Immerhin würden diese Akteure damit gutes Geld verdienen - auch wenn Fusionsvorhaben nie über den Modellstatus hinausreichen würden. (18.03.2019/fc/n/s)