So viel könnte Deka-Kunden künftig das Research kosten - Fondsnews


25.09.17 11:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die DekaBank hat für ihre Fondspalette die Kosten für externes Research erstmals konkret beziffert, so die Experten von "FONDS professionell".

Der Wertpapierdienstleister der Sparkassen habe für seine Portfolios einen Maximalwert festgelegt, der für Analysen von Dritten aufgewendet werden könne. Diese Höchstgrenze rangiere zwischen 0,10 und 0,20 Prozentpunkten des jeweiligen Fondsvolumens. Dies gehe aus einer Vertriebsmitteilung hervor, die "FONDS professionell ONLINE" vorliege. Diese gelte für die in Deutschland angesiedelten Vehikel des Hauses.

Der Hintergrund für diesen Schritt seien Neuregelungen, die mit der Finanzmarktrichtlinie Mifid II Anfang 2018 in Kraft treten würden. Damit müssten die Fondsanbieter künftig die Ausgaben für Studien genau aufschlüsseln. Bislang würden Investmentbanken und Broker die Analysen im Gegenzug für Handelsaufträge verteilen. Solche Gegengeschäfte erschienen den Regulierern aber zu undurchsichtig. Künftig müssten daher Asset Manager die Kosten für Wertpapiertransaktionen und Research gesondert ausweisen.

So belaste die Deka die Anleger von Fonds wie dem Deka Global Balance mit bis zu zehn Basispunkten für Research, den Deka Multi Asset Income (ISIN DE000DK2J662 / WKN DK2J66) mit 15 oder den Deka Dividenden-Strategie-Fonds (ISIN DE000DK2CDS0 / WKN DK2CDS) mit 20 Basispunkten. "Dies sind jedoch Maximalwerte, die in der Praxis keinesfalls voll ausgeschöpft werden", habe ein Sprecher auf Anfrage von "FONDS professionell ONLINE" betont.

Zudem sollten die Transaktionskosten sinken, da hier ja die Ausgaben für Research nicht mehr enthalten seien. Für Anleger sollten der Deka zufolge also unter dem Strich keine Mehrkosten anfallen. Eventuell würden die Gebühren sogar sinken, da künftig nur sehr ausgewähltes Research eingekauft werde. Zudem arbeite das Haus derzeit daran, die Handelskosten zu optimieren, habe es aus der Deka-Zentrale geheißen. Branchenkennern zufolge entfalle bislang die Hälfte bis zwei Drittel der Transaktionskosten auf Research.

Neben der Deka würden bislang der französische Vermögensverwalter Carmignac sowie die Man Group diesen Weg gehen. Amundi habe sich eigentlich ebenfalls dazu entschieden, denke nun aber offenbar noch einmal nach. Denn neben dem Weg, die Ausgaben für Studien Dritter dem jeweiligen Fondsvermögen zuzuweisen, gebe es noch die Option, die Kosten für externes Research auf die eigene Bilanz zu nehmen, wie es der Großteil der Fondsanbieter künftig halten wolle.

Diesen Weg nehme nun auch Union Investment. In einem Interview habe Vorstand Alexander Schindler noch angekündigt, dass der Fondsanbieter der Genossenschaftsbanken die Research-Kosten wie bisher den Portfolios zurechnen werde. Dann habe das Haus aber eine Kehrtwende vollzogen - und übernehme die Kosten künftig doch selbst.

Union Investment habe aber ebenfalls schon eine Gebührenordnung für die Researchkosten aufgestellt. Dies gehe aus einer weiteren Vertriebsmitteilung hervor, die "FONDS professionell ONLINE" vorliege. Bei den Genossen liege die Höchstgrenze am oberen Ende bei 20 Basispunkten, am unteren Ende nur bei fünf Basispunkten. Bei einem Geldmartkfonds für institutionelle Investoren habe die Union sogar nur einen Basispunkt angesetzt. Dieser Kostenschlüssel sei noch entwickelt und herausgegeben worden, bevor die Führungsetage der Union entschieden habe, die Kosten auf die eigene Bilanz zu nehmen, habe ein Sprecher auf Nachfrage der Redaktion erklärt.

Neben Union Investment hätten sich auch die Häuser Janus Henderson und Schroders umentschieden. Hätten sie zunächst die Researchausgaben den Fonds zuweisen wollen, hätten sie nun auf den Branchentrend umgeschwenkt und würden die Kosten auf die eigene Kappe nehmen. Schwenke Amundi auch noch um, stünden Carmignac, Man und die Deka weitgehen alleine da. Angesichts dieser Lage scheine es nicht ausgeschlossen, dass auch die Deka-Führung im Frankfurter Trianon-Hochhaus noch einmal neu nachdenke. (News vom 22.09.2017) (25.09.2017/fc/n/s)





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