So teilen VV-Fondsmanager ihre Investments auf - Fondsnews


03.12.20 11:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Vermögensverwaltende Fonds setzen auf einen Mix unterschiedlicher Anlageklassen, so die Experten von "FONDS professionell".

Traditionelle Rezepturen würden allerdings an Wirkung verlieren. "FONDS professionell" habe sich umgehört, wie sich die Portfoliomanager aufstellen würden.

Das Umfeld für klassische Mischfonds sei deutlich schwieriger geworden. Denn auf der einen Seite würden sichere Komponenten wie Anleihen nahezu keine Erträge mehr abliefern. Für Renditen müssten die Manager höhere Risiken in Kauf nehmen. Wie einzelne Portfoliomanager vorgehen würden, habe "FONDS professionell" bei einer Reihe von Anbietern des VV-Fonds-Segments erfragt.

Die hier dargestellten Portfolios würden nur einen schmalen Ausschnitt zeigen. Die reine Betrachtung nach Anlageklassen lasse zudem Aspekte wie die Einzeltitelauswahl bei Aktien oder die Bonitäts- und Durationssteuerung bei Anleihen sowie das Währungsmanagement außen vor. So hätten mehrere der hier befragten Fondslenker angegeben, dass sie den Corona-Einbruch genutzt hätten, um Aktien von soliden Unternehmen günstig aufzustocken oder in niedrig bewertete Branchen einzusteigen.

Zudem würden die gewählten Zeitpunkte eine reine Stichtagsbetrachtung darstellen. Gewählt worden seien dafür drei kürzere Perioden um die Corona-Verwerfungen herum sowie ein Blick zurück in die Welt vor drei Jahren. Dennoch würden die Beispiele einen Einblick ermöglichen, zu welchen Zutaten in welcher Dosierung verschiedene VV-Fondsmanager greifen würden, um in dem schwierigen Marktumfeld das ihnen anvertraute Vermögen zu erhalten und zu mehren.

Fondsmanager vermögensverwaltender Fonds würden dem Dilemma eines Gleichlaufs unter den Anlageklassen mit unterschiedlichen Rezepten begegnen. Wie würden die von "FONDS professionell" befragten VV-Fondslenker reagieren?

Acatis Fair Value Modulor Vermögensverwaltungsfonds (ISIN LU1904802086 / WKN A2N9ZR)
Das Team um Manager Hendrik Leber investiere in unterbewertete Anlageklassen. Prinzipiell setze Leber auf eine hohe Aktienquote. Diese sichere er aber ab, wenn er Risiken oder Überhitzungsphasen an den Märkten wähne. So habe die Absicherungsquote im März 2020 wegen des Corona-Crashs acht Prozent betragen. Im Dezember zuvor seien es nur zwei Prozent gewesen. Die Einzeltitel gewichte der Acatis-Chef monatlich anhand des Chance-Risiko-Profils. Renteninvestments habe er in den vergangenen Jahren zurückgefahren. Durch die anhaltende Niedrigzinspolitik der Notenbanken sei es schwieriger geworden, attraktiv verzinste Anleihen mit angemessenem Risiko zu finden. Börsennotierte Private-Equity-Investments sowie Rohstoffe würden der Risikostreuung dienen.

Carmignac Patrimoine (ISIN FR0010135103 / WKN A0DPW0)
Das Fondsmanagerduo David Older und Rose Ouahba führe das Erbe von Edouard Carmignac fort. Das Gespann investiere auf der Aktienseite grundsätzlich in Wachstumstitel. Das Team nutze aber auch günstige Einstiegsgelegenheiten wie zur Wahl von Trump 2016 bei Banken und Energieinfrastrukturunternehmen sowie während der Coronakrise in der Reisebranche. Bei Staatsanleihen setze das Duo zudem ein Engagement in Rentenpapieren abseits der Kernstaaten. Bei Unternehmensanleihen würden Older und Ouahba vor allem bei Finanztiteln lukrative Chancen sehen. Seit Beginn der Covid-19-Pandemie würden sie zudem indirekt Gold im Portfolio halten.

Ethna-Aktiv (ISIN LU0136412771 / WKN 764930)
Das Jahr 2016 habe den Brexit und US-Präsident Trump gebracht. Entsprechend vorsichtig habe sich die Truppe um Manager Luca Pesarini positioniert. Drei Jahre später schien der von Trump angezettelte Handelsstreit überwunden, so die Experten von "FONDS professionell". Pesarini habe die Aktienquote fast auf das maximal mögliche Maß hinaufgeschraubt. Bei Anleihen habe er hingegen auf eine bessere Bonität gesetzt. Im Zuge der Coronakrise habe der Ethenea-Gründer im März 2020 die Aktienquote drastisch nach unten gesenkt. Ein halbes Jahr später wiederum schienen die kurze Rezession und der Bärenmarkt bereits passé, so die Experten von "FONDS professionell". Die Goldrally habe der Ethna-Aktiv zum Teil mitgenommen: Zuletzt habe Pesarini den Anteil des Edelmetalls reduziert. Langfristig gehe er wegen rekordniedriger Anleihenrenditen von einer Alternativlosigkeit der Aktien aus.

Flossbach von Storch Multiple Opportunities
Aktien würden langfristig die attraktivste Anlageklasse darstellen. Davon sei Bert Flossbach, der Mitgründer des Vermögensverwalters Flossbach von Storch, überzeugt. Dies lasse sich auch am Portfolio des Flaggschifffonds ablesen, der einen hohen Aktienanteil halte und in Österreich in der Variante FvS Multiple Opportunities II vertrieben werde. Ende Februar 2020 habe Flossbach aber wegen der gestiegenen Bewertungen und der Ausbreitung von Covid-19 in Italien die Aktien abgesichert. Die Nettoaktienquote habe mit unter 30 Prozent so niedrig wie seit 2011 nicht mehr gelegen. Der Manager habe die Kursrücksetzer genutzt, um Aktien ertragsstarker Unternehmen zuzukaufen. Die Kölner würden seit Langem eine markante Goldposition halten. Angesichts der Geldschwemme der Notenbanken und der staatlichen Rettungspakete sehe Flossbach Aktien und Gold als erste Wahl für Anleger.

Nordea Stable Return
Zum Jahresende 2019 hätten Asbjørn Trolle Hansen und sein Team von Nordea Asset Management zunehmend auf stabile Aktien aus den Industrieländern gebaut und dafür Titel aus den Schwellenländern verkauft. Inmitten der Covid-19-Wirren habe Hansen diese Strategie fortgesetzt. Er habe bei Aktien aus den Industrieländern eine attraktive Bewertung im Vergleich zum Gesamtmarkt gesehen. Emerging-Markets-Titel habe er weiterhin abgebaut. Zudem habe er hochsolide Staatsanleihen wegen der gesunkenen Attraktivität im Niedrigzinsumfeld und der schwindenden Durationsprämie verkauft. Per Ende September 2020 habe Hansen schließlich Investments in alternative, defensive Portfoliokomponenten ausgebaut. Dazu zähle der Nordea-Manager etwa defensive Währungen.

Oddo BHF Polaris Moderate
Die Performance seines Portfolios erziele Manager Peter Rieth von Oddo BHF Asset Management durch die Aktienauswahl. Er baue auf Qualitätstitel von krisenresistenten Unternehmen, an denen er auch in turbulenten Marktphasen festhalte. In solchen Situationen setze er kurzfristig Derivate zur Absicherung ein, etwa im März 2020. Seither pendele die Aktienquote je nach aktueller Marktlage zwischen 20 und 30 Prozent. Den 2016 noch höheren Anteil an Staatsanleihen habe Rieth wegen des geringen Ertrags reduziert und setze stattdessen auf Unternehmensbonds. Einen erheblichen Zuwachs habe das Engagement in Gold gebracht, das Rieth wegen zunehmender Schwankungen aufgebaut habe. Per Ende September sei der Fonds vorsichtiger positioniert gewesen. (03.12.2020/fc/n/s)





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LU1904802086 A2N9ZR 147,30 € 111,58 €
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