So kontert das Ethna-Aktiv-Team die Morningstar-Kritik - Fondsnews


20.10.17 13:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Das Fondsmanagement des Ethna-Aktiv hat auf die Kritik der Ratingagentur Morningstar reagiert, so die Experten von "FONDS professionell".

"Unser Ansatz war in einigen Bereichen nicht ausreichend formalisiert. Daran haben wir gearbeitet", sage Thomas Herbert, Mitglied des Teams um Ethenea-Gründer Luca Pesarini, im Gespräch mit FONDS professionell ONLINE. "Wir hatten nicht strikt genug zwischen der strategischen Allokation und taktischen Ausrichtungen getrennt", räume Herbert ein. "So kam es, dass kurzfristige Anpassungen an die Marktlage in manchen Situationen die langfristige Ausrichtung des Portfolios verwässerten und damit der Kern unserer Strategie in diesen Phasen aufgeweicht wurde."

Die Analysten von Morningstar hätten dem mehr als sechs Milliarden Euro schweren Portfolio Mitte September das qualitative Rating entzogen. Bis dahin sei der Fonds mit der Note "Neutral" beurteilt worden. Da jedoch keine Aussicht auf eine nachhaltig bessere Entwicklung des ins Straucheln geratenen Produkts erkennbar gewesen sei, habe Morningstar die Benotung eingestellt. Auch Dickschiffe diverser Konkurrenten wie der DWS Vermögensbildungsfonds I (ISIN DE0008476524 / WKN 847652), der Carmignac Investissement und der UniGlobal hätten damals ihr Rating verloren.

Die Analysten hätten bezweifelt, dass die vergangenen Ergebnisse angesichts des hohen Fondsvolumens und der Veränderungen im Ethna-Team und im Investmentansatz ohne weiteres wiederholbar seien. Die Erfolge der Vergangenheit seien dem Gespür der Manager Luca Pesarini und Arnoldo Valsangiacomo entsprungen. Dieses Vorgehen sei jedoch mit einem Milliardenfonds nicht ohne weiteres zu wiederholen. Zudem hätten die Experten eine schwache Aktienauswahl und hohe Gebühren des einstigen Vorzeigeportfolios moniert.

"Der Ratingbericht hatte an vielen Stellen Recht. Wir haben in der Zwischenzeit einige Veränderungen in die Wege geleitet. Der Report bereitet mir deshalb keine Kopfschmerzen", sage Herbert. So räume der ehemalige Investment- und Vertriebschef von Oddo Meriten ein, dass die Performance des Ethna-Aktiv von Mitte 2015 bis Mitte 2016 eher enttäuschend ausgefallen sei. "Die Unruhe im Markt hatte sich bis Anfang 2016 zu einer Panik ausgewachsen. Es schien durchaus möglich, dass sich die Korrektur zu einem Crash ausweitet", berichte Herbert rückblickend. "So entschlossen wir uns zum Ausstieg. Damit sollte unser Versprechen an die Anleger, größere Verluste zu vermeiden, gehalten werden."

Dann habe die Börse gedreht und der Ethna-Aktiv habe weite Teile der folgenden Rally verpasst. "Der Aufschwung verlief so rasch, dass erhebliche Teile der Erholung an uns vorbeizogen." Das habe den Fonds hinter Konkurrenten katapultiert, die die Schwankungen ausgesessen hätten. "Hätten wir die Turbulenzen durchgestanden, wären wir besser gefahren. Aber dann hätten wir das Versprechen an die Anleger zu brechen riskiert, höhere Verluste zu vermeiden", argumentiere Herbert. Mit der stärkeren Trennung zwischen taktischer und strategischer Komponente würde das Management solche Marktumschwünge künftig besser handhaben. Zudem werde das Team zusätzliche Instrumente zur Absicherung einsetzen, um so flexibler reagieren zu können.

Besondere Probleme bei der Aktienauswahl, wie von Morningstar angekreidet, vermöge Herbert hingegen nicht erkennen. Die Fondbeobachter hätten darauf verwiesen, dass der Ethna-Aktiv zu seinen Glanzzeiten eher Small-Caps herausgepickt habe, aufgrund des stark angeschwollenen Volumens nun aber stärker in Standardtitel investieren müsse. "Die Renditebeiträge unserer Aktienkomponente sind durchaus solide", erwirdere Herbert.

Den Ausbau des Teams streiche Herbert als Stärkung der Kompetenz heraus. Morningstar habe hingegen eine abwartende Haltung eingenommen: Die neuen Mitglieder müssten sich erst in die Strukturen und Prozesse des Hauses einfinden, habe es geheißen.

Die Kritik an der Gebührenhöhe weise Herbert hingegen zurück. "Der Fonds ist zwar etwas teurer als der Durchschnitt der Morningstar-Kategorie, aber er liegt nur knapp über dem Durchschnitt." Die Ratinganalysten hätten insbesondere die erfolgsabhängige Vergütung bemängelt, die 20 Prozent aller Erträge abschöpfen würden, die über die Renditemarke von fünf Prozent hinausgehen würden. (20.10.2017/fc/n/s)






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