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Schroders Institutional Investor Study 2019: Immer mehr institutionelle Anleger setzen auf Private Assets


10.12.19 13:00
Schroders

London (www.fondscheck.de) - Geopolitische Sorgen und die Angst vor einer Verlangsamung der Weltwirtschaft haben zugenommen und dominieren in der Wahrnehmung institutioneller Investoren, so die Experten von Schroders.

Um diesen Risiken zu begegnen, würden diese in wachsendem Maße auf nicht börsengehandelte Vermögenswerte (Private Assets) setzen. Dies sei ein Ergebnis der Schroders Institutional Investor Study 2019.

Die Studie, für die 650 institutionelle Investoren mit einem verwalteten Gesamtvermögen von rund 25,4 Billionen US-Dollar befragt worden seien, habe gezeigt: Politische Ereignisse würden als Quelle von Sorgen immer mehr in den Vordergrund rücken. So habe mehr als die Hälfte der Investoren (52 Prozent) gesagt, dass sich die Politik und weltweit bedeutsame Ereignisse wie der Brexit und die derzeitigen Handelskonflikte in den nächsten zwölf Monaten auf die Wertentwicklung von Anlageportfolios auswirken dürften. Das sei eine deutliche Zunahme gegenüber den Jahren 2017 und 2018, in denen 32 Prozent beziehungsweise 44 Prozent der Anleger diese Auffassung vertreten hätten.

Mehr als ein Drittel der Investoren (37 Prozent) habe zudem eine Verlangsamung der Weltwirtschaft als ihre größte Sorge genannt - verglichen mit 27 Prozent vor einem Jahr. Diese Umfrageergebnisse würden möglicherweise die immer spürbareren Auswirkungen geopolitischer Spannungen und politischer Ereignisse reflektieren wie des sich ständig zuspitzenden Handelskonflikts oder der anhaltenden Unklarheit in Bezug auf den Brexit auf die globale Wirtschaft - während in den Jahren davor noch Hoffnung geherrscht habe, dass diese und ähnliche Angelegenheiten schnell gelöst werden könnten.

Gleichzeitig seien höhere Zinssätze als größter Einflussfaktor für die Investment-Performance genannt worden - wenn auch von weniger Umfrageteilnehmern als im Vorjahr. Hierfür dürften die zunehmende Abschwächung der globalen Konjunktur und die Ankündigungen der wichtigsten Zentralbanken eine Rolle gespielt haben, ihre Geldpolitik wieder oder weiter zu lockern, um die Wirtschaft anzukurbeln. Zuvor als sehr bedeutsam eingeschätzte Faktoren hätten dagegen in den vergangenen zwölf Monaten stetig an Relevanz verloren. Hierzu zähle eine Straffung der Geldpolitik, Regulierungsbestimmungen oder die Gefahr von Cyber-Angriffen.

In puncto einzelne Anlageklassen habe das Interesse institutioneller Investoren an den Schwellenländern nachgelassen. Ihr durchschnittlicher Portfolio-Anteil sei von 15 Prozent in 2017 auf 10 Prozent in diesem Jahr zurückgegangen. Und für die nächsten zwölf Monate werde für diese Anlageregion ein weiterer Rückgang auf neun Prozent erwartet.

Fast ein Drittel der Investoren (29 Prozent) halte seine Investments zwischen drei und fünf Jahren, und lediglich 10 Prozent würden dies über einen gesamten Zyklus hinweg tun. Demgegenüber habe mehr als die Hälfte der Investoren (53 Prozent) auf einen größeren Bedarf an maßgeschneiderten Produkten verwiesen, weil Fonds "von der Stange" den finanziellen Zielen ihres Unternehmens oder ihrer Organisation nicht gerecht würden.

Für die zukünftigen Renditeerwartungen der Investoren spiele ihre fortgesetzte Ausrichtung auf Private Assets eine wichtige Rolle. Mehr als jeder Zweite (52 Prozent) plane, den Anteil solcher Vermögenswerte in seinem Portfolio in den nächsten drei Jahren zu erhöhen. Insbesondere würden Private Assets aus Investorensicht die Möglichkeit bieten, sowohl höhere Renditen zu erzielen als auch Portfolios breiter zu diversifizieren.

Innerhalb der Anlageklasse Private Assets sei es Private Equity, von dem sich die Investoren die höchsten Renditen erhoffen würden: 69 Prozent der Anleger würden hieraus Renditen von über fünf Prozent erwarten. Entsprechend würden von denjenigen globalen Institutionen, die Private Assets aufstocken möchten, 37 Prozent planen, den Portfolio-Anteil von Private Equity zu erhöhen. Mit erheblichem Abstand würden Private Debt, Infrastruktur-Aktieninvestments sowie Immobilien folgen.

Als größte Herausforderung würden die Investoren die Kosten und die Komplexität von Anlagen in Private Assets bezeichnen. Außerdem würden hohe Bewertungen bei Investments in die Anlageklasse für Bedenken sorgen.

Trotz der gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen hätten sich die Renditeerwartungen der Investoren in den vergangenen zwölf Monaten kaum verändert. Weltweit rechne die Mehrheit der Investoren (57 Prozent) in den nächsten fünf Jahren mit jährlichen Renditen zwischen fünf und neun Prozent. Vor einem Jahr hätten 60 Prozent der Anleger Renditen in dieser Größenordnung erwartet.

Geographisch betrachtet sei die Kluft zwischen einem optimistischen Nordamerika einerseits und zurückhaltenderen Investoren in Europa andererseits deutlich größer geworden: Mehr als drei Viertel (77 Prozent) der Anleger in Nordamerika würden mit Renditen zwischen fünf und neun Prozent rechnen - verglichen mit lediglich 42 Prozent in Europa.

Carlos Böhles, Leiter institutionelles Geschäft bei Schroders in Frankfurt am Main: "Die fortgesetzte Zinsdürre sowie die geopolitischen Unsicherheiten stellen gerade institutionelle Anleger vor beträchtliche Herausforderungen, denn sie müssen langfristige Renditeverpflichtungen erfüllen. Dazu gibt es am Markt gegenwärtig nur wenige Möglichkeiten - Private Assets sind eine davon. Das wird den Investoren auch zunehmend bewusst, wie unsere Studie beweist.

Um unseren institutionellen Kunden bestmögliche Unterstützung bei Investments in nicht-börsengehandelte Anlagen zu bieten, haben wir den Bereich Private Assets über die vergangenen Jahre strategisch ausgebaut. So haben wir 2017 die Private-Equity-Gesellschaft Adveq (heute Schroder Adveq) übernommen und 2018 den pan-europäischen Hotelmanager Algonquin (heute Schroder Real Estate Hotels) akquiriert. Zudem kamen im laufenden Jahr das deutsche Immobilienunternehmen Blue Asset Management sowie der vollständige Erwerb der schweizerischen Secquaero Advisors, eines Spezialisten für versicherungsgebundene Wertpapiere, hinzu. Institutionellen Anlegern bieten wir damit vielfältige Möglichkeiten, um ihre Renditeziele heute wie auch in Zukunft zu erreichen."

Georg Wunderlin, Global Head of Private Assets bei Schroders: "Institutionelle Investoren sind sich zunehmend bewusst, dass sie angesichts ihrer langfristigen Verpflichtungen einen größeren Anteil illiquider Vermögenswerte in ihren Portfolios allokieren sollten. Deshalb zielen sie zunehmend darauf ab, Illiquiditätsprämien zu vereinnahmen und gleichzeitig ihre Portfolios breiter zu diversifizieren.

Private Assets bieten Zugriff auf ein großes Anlageuniversum mit einem breiten Spektrum an Risiken und Renditen, Korrelationen, Cashflows und den Möglichkeiten von Risikokapital. Entsprechende Portfolios können individuell zugeschnitten werden, damit sie die Ergebnisse liefern, die der jeweilige Investor benötigt.

Angesichts der derzeitigen Marktbedingungen interessieren sich Investoren besonders für Strategien, die auf "tiefgehenden operativen Fähigkeiten" beruhen und bei denen die Performance von den zuständigen Investmentteams effektiv realisiert werden kann. Beispiele sind Buyouts bei kleinen oder mittelgroßen Unternehmen im Private-Equity-Segment oder differenzierte Wertsteigerungsstrategien für Immobilien. In beiden Bereichen wird die Performance deutlich weniger durch Marktzyklen beeinflusst." (10.12.2019/fc/n/s)