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Schroders Global Investor Study 2019: Anleger in Deutschland und Österreich haben aus der Vergangenheit gelernt


15.07.19 12:30
Schroders

London (www.fondscheck.de) - Im vierten Quartal 2018 brachen die Kurse an den Finanzmärkten ein, so die Experten von Schroders.

Auf die erhöhte Volatilität habe eine Mehrheit sowohl der Anleger weltweit als auch der Investoren in Deutschland und Österreich umgehend reagiert und das Risikoprofil ihrer Investments angepasst. Dies zeige die Schroders Global Investor Study 2019, für die mehr als 25.000 Teilnehmer in 32 Ländern befragt worden seien.

In Deutschland und Österreich hätten 79 Prozent der Anleger auf die Instabilität reagiert, derselbe Prozentsatz, der auch im internationalen Vergleich gemessen worden sei. Hervorzuheben sei, dass es sich bei den Umschichtungen keineswegs durchgängig um überhastete Kurzschlussreaktionen gehandelt haben dürfte. Indiz dafür sei, dass in Deutschland 40 Prozent der Investoren die Marktschwäche ausgenutzt und Gelder in risikoreichere Anlagen umgeschichtet hätten, in Österreich sei es sogar jeder Zweite gewesen (50 Prozent; weltweit: 35 Prozent).

Nachholbedarf herrsche wiederum beim Anlagehorizont der Deutschen. Der Studie zufolge würden deutsche Investoren ihre Kapitalanlagen im Durchschnitt 3,1 Jahre halten. Sie lägen damit zwar über dem weltweiten Mittelwert (2,6 Jahre), jedoch um fast zwei Jahre unter dem allgemeinhin empfohlenen Anlagezeitraum von mindestens fünf Jahren. Ein Drittel (33 Prozent) der deutschen Investoren habe sogar gesagt, dass sie ihre Anlagen weniger als ein Jahr halten würden.

Österreicher seien etwas kurzfristiger ausgerichtet und würden ihre Anlagen nach durchschnittlich 2,8 Jahren verkaufen. Weniger als ein Jahr seien 38 Prozent der österreichischen Anleger investiert.

Ein möglicher Grund für diesen kurzfristigen Ansatz: Die weiterhin sehr optimistischen Ziele der Anleger. Weltweit würden die Anleger in den nächsten fünf Jahren im Durchschnitt eine Gesamtrendite (Erträge plus Kapitalzuwachs) von 10,7 Prozent pro Jahr erwarten. Vor einem Jahr habe dieser Wert noch 9,9 Prozent betragen. Jeder sechste erwarte sogar eine Jahresrendite von mindestens 20 Prozent.

Dies stehe im Gegensatz zur Wertentwicklung der großen Aktienindices wie dem S&P 500 und dem DAX. Diese hätten 2018 unter dem Strich allesamt Wertrückgänge verbucht. Die durchschnittliche Jahresrendite habe beim S&P 500 seit seiner Einführung im Jahr 1957 bei unter 8 Prozent gelegen.

Anleger aus Nord- und Südamerika würden mit 12,4 Prozent die höchsten Renditeerwartungen besitzen, verglichen mit 9,0 Prozent in Europa. Diese hohen Erwartungen würden möglicherweise erklären, warum mehr als die Hälfte der weltweit befragten Investoren (51 Prozent) angegeben habe, dass sie in den vergangenen fünf Jahren ihre Anlageziele nicht erreicht hätten.

Deutsche Investoren würden sich für die kommenden fünf Jahre dagegen wenig Illusionen machen. Die von ihnen erwartete Durchschnittsrendite liege mit 6,8 Prozent deutlich unterhalb des globalen Mittelwerts. Dennoch hätten 46 Prozent angegeben, die Investmentziele in den vergangenen Jahren verfehlt zu haben.

Eine etwas höhere Rendite von durchschnittlich 8 Prozent für die kommenden fünf Jahre würden österreichische Anleger erwarten. Andersherum hätten hier jedoch nur 44 Prozent gesagt, die Anlageziele in den vergangenen fünf Jahren nicht erreicht zu haben.

Achim Küssner, Geschäftsführer der Schroder Investment Management GmbH: "Wenn Anleger ihre Investment-Allokation hektisch umschichten, um dadurch auf Marktveränderungen kurzfristig reagieren zu wollen, führt dies selten zu langfristig guten Ergebnissen. Ganz im Gegenteil: Investoren laufen damit Gefahr, den Entwicklungen beständig hinterherzulaufen. Eine geeignete Lösung können Multi-Asset-Strategien sein, für die wir gegenwärtig auch am Standort Frankfurt am Main die Kapazitäten weiter ausbauen. Denn diese Fonds nehmen Anpassungen professionell gemanagt und mit dem Ziel vor, immer in denjenigen Anlageklassen übergewichtet zu sein, für die wir die größten Wertsteigerungsmöglichkeiten sehen. Zudem verdeutlicht die Schroders Global Investor Study 2019, dass viele Investoren zuletzt ihre Anlageziele verfehlt haben - auch in Deutschland und Österreich. Um dies zu ändern und selbst in angespannten Marktsituationen auskömmliche Renditen zu erwirtschaften, bieten wir unseren Kunden zahlreiche Möglichkeiten an. Dazu zählen unter anderem Investments in alternative Anlageklassen sowie Private Assets."

Charles Prideaux, Global Head of Product and Solutions bei Schroders: "Das Auf und Ab an den Märkten wird Anleger immer in Spannung halten. Worauf es ankommt, ist aber eine Fokussierung auf lange Zeiträume. Wenn Anleger ihre Investments vor allem bei schwierigen Marktbedingungen zurückfahren und verändern, wirkt sich dies oftmals nachteilig auf ihre Portfolios aus und führt letztlich zu enttäuschenden Renditen. Stattdessen gilt es, auch in unsicheren Phasen standhaft zu bleiben. Unser Ziel bei Schroders ist es deshalb, Anlagelösungen bereitzustellen, die den Erfordernissen der Anleger im Laufe der Zeit gerecht werden und zu ihrer Risikobereitschaft passen." (15.07.2019/fc/n/s)