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Schroders: "Eine Megafusion wird es mit uns nicht geben" - Fondsnews


02.12.20 10:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Eine Fondsgesellschaft wie Schroders wird auch künftig sehr viel Wert legen auf ihre Unabhängigkeit, so die Experten von "FONDS professionell".

Daran würden Geschäftsführer Achim Küssner und sein Vertriebsleiter Joachim Nareike im aktuellen Magazin-Interview keinen Zweifel lassen.

Die britische Schroder Investment Management sei bereits seit 1998 in Deutschland und Österreich aktiv. Laut einer Untersuchung des Thinking Ahead Instituts, Tochterfirma des Beratungshauses Willis Towers Watson, gehöre die Gesellschaft zu den Asset Managern mit dem größten Wachstum beim verwalteten Fondsvermögen unter den Top-50-Managern weltweit. Das sei insofern nicht überraschend, als das Unternehmen mit heute insgesamt rund 5.500 Mitarbeitern und weltweit verwalteten Assets von mehr als 700 Milliarden US-Dollar sicher in Anspruch nehme, zu den bedeutendsten Häusern im Asset Management zu gehören.

"Es ist aber noch gar nicht so lange her, da war das noch nicht der Fall", würden Achim Küssner, Geschäftsführer Deutschland und Österreich, und sein Vertriebsleiter für Publikumsfonds, Joachim Nareike, im Interview für die aktuelle Heftausgabe von "FONDS professionell" erklären. Vor 13 Jahren, als beide für die Briten hierzulande in den Ring gestiegen seien, habe Schroders in Bezug auf die verwalteten Assets gerade einmal bei 100 Milliarden US-Dollar gestanden.

Geholfen habe bei dem beachtlichen Wachstum vor allem eins: die Unabhängigkeit einer Gesellschaft wie Schroders. Und darauf werde man auch in Zukunft sehr großen Wert legen. Genau wie auch auf die Ausrichtung als aktiver Asset Manager.

Einige Highlights aus dem Interview von "FONDS professionell"-Herausgeber Hans Heuser mit den Schroders-Führungskräften Achim Küssner und Joachim Nareike:

Achim Küssner: "Zur Frage einer Megafusion gibt es das eindeutige Statement unserer Unternehmensführung und der dahinter stehenden Familie, dass es bei Schroders eine solche Megafusion mit einem bedeutenden Mitbewerber auch künftig nicht geben wird."

Joachim Nareike: "Wenn man keinen guten Service bietet, setzt man schnell seine Existenzberechtigung aufs Spiel."

"Die Tatsache, dass wir weder einer Bank noch einer Versicherung oder einem größeren Vertriebsnetzwerk angehören, war ein nicht zu unterschätzendes Kriterium für unser Wachstum in den vergangenen Jahren. Wir konnten nicht erwarten, dass eine Muttergesellschaft uns sozusagen laufend neue Mittel hereinspülen würde."

"Unsere Vertriebspartner haben zum Teil schon seit 13 Jahren den gleichen Ansprechpartner, weil wir eine extrem geringe Fluktuation in unserem Vertriebsteam haben."

"Wir hätten sicher einiges falsch gemacht, wenn wir auf die steigende Nachfrage nach ESG-Anlagemöglichkeiten nicht vorbereitet wären. Wir haben bereits vor rund zwei Jahren begonnen, das Thema Nachhaltigkeit sowohl in unsere Produktentwicklung als auch in die Vorbereitung unserer Marketingaktivitäten aufzunehmen."

"Unserem Büro hier in Frankfurt hat die Etablierung eines eigenen Portfoliomanagements einen regelrechten Push verliehen. Für uns im Vertrieb ist es jedenfalls eine vorteilhafte Erfahrung, den direkten und persönlichen Zugriff auf einen Fondsmanager zu haben." (02.12.2020/fc/n/s)