Rohstoff-ETCs: Handelsstreit schickt Preise auf Talfahrt


13.05.19 09:00
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die wieder härteren Töne im Handelsstreit zwischen den USA und China haben viele Rohstoffpreise fallen lassen, so die Deutsche Börse AG.

Am Markt dominiere erneut die Angst vor einer konjunkturellen Abkühlung.

Das betreffe zum einen Öl: Aktuell werde ein Barrel der Nordseesorte Brent zu 70,20 US-Dollar gehandelt, im April sei der Preis auf in der Spitze über 74 US-Dollar geklettert. Grund für den Preisanstieg seien vor allem die ab Mai geltenden schärferen US-Sanktionen gegen den Iran gewesen. Auf Vier-Wochen-Sicht hätten noch die Zuflüsse in Öl-ETCs (ISIN DE000A1N49P6 / WKN A1N49P) überwogen, wie Nitesh Shah von Wisdom Tree melde.

"Die Abwärtsrisiken für den Ölpreis steigen, insbesondere wenn die USA die OPEC davon überzeugen, ihre Produktion zu erhöhen", kommentiere Shah.

Für Carsten Fritsch von der Commerzbank sei der jüngste Ölpreisrückgang aber mehr Psychologie. "Die Nachfrage bleibt hoch, wie etwa die jüngsten Zahlen zur Benzinnachfrage in den USA zeigen. Dazu haben wir ein beträchtliches Unterangebot", erkläre der Rohstoffanalyst. In Venezuela und Libyen werde es weitere Produktionsausfälle geben, dazu kämen die US-Sanktionen gegen Iran. Die Bank sehe den Brent-Preis Mitte des Jahres bei 77 US-Dollar.

Auch Gold sei etwas günstiger geworden - trotz der zuletzt wieder höheren Risiken: Der Preis für eine Feinunze habe am Donnerstagmorgen bei 1.284 US-Dollar gelegen, vor einem Monat seien es 1.308 US-Dollar gewesen. "Das liegt am starken US-Dollar und der bis vor kurzem sehr guten Aktienmarktentwicklung und geringen Risikoscheu", stelle Fritsch fest. "Vor allem aber war und ist die Investmentnachfrage sehr schwach."

ETC-Anleger trennten sich von Gold, wie Fritsch melde. Auch Shah von Wisdom Tree berichte von Abflüssen aus Gold-ETCs. Anderswo sehr mehr holen zu gewesen, erkläre er mit Blick auf die neuen Allzeithochs bei S&P 500 und NASDAQ Anfang Mai. "Marktteilnehmer sind sich aber sehr bewusst, dass die Volatilität am Finanzmarkt schnell zurückkehren und eine Absicherung gegen Abwärtsrisiken wichtig werden kann." Makroökonomische sowie geopolitische Risiken blieben hoch, daher spreche weiter viel für Gold.

Umsatzstark seien unter anderem Xetra-Gold, der Xtrackers Physical Gold Euro Hedged mit Währungssicherung (ISIN DE000A1EK0G3 / WKN A1EK0G), der Gold Bullion Securities und der Xtrackers Physical Gold. Der Bestand an Xetra-Gold liege weiter auf Rekordhoch bei aktuell knapp 193 Tonnen, wie Deutsche Börse Commodities berichte.

Der Palladiumpreis habe weiter nachgegeben auf aktuell 1.300 US-Dollar. Von August 2018 bis März 2019 habe sich der Preis fast verdoppelt auf über 1.600 US-Dollar, sei dann aber abgestürzt. Der Platinpreis, der 2018 deutlich zurückgegangen sei, habe hingegen aufholen können bis auf über 900 US-Dollar im April, jetzt seien es 856 US-Dollar. Anleger verabschiedeten sich laut Wisdom Tree vom ETFS Physical Palladium und setzten auf den ETFS Platinum. "Platin gilt für manche Investoren nun als überverkauft, gerechnet wird mit einer steigenden Nachfrage aus der Autoindustrie", meine Shah. (Ausgabe vom 10.05.2019) (13.05.2019/fc/a/e)





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