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Planänderung: Fidelity übernimmt Researchkosten doch - Fondsnews


23.02.18 13:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die Fondsgesellschaft Fidelity wird die Kosten für externes Research auf die eigene Rechnung nehmen - und zwar unabhängig von Anlagevehikel, Kundentyp und geografischem Standort, so die Experten von "FONDS professionell".

Damit vollziehe das Unternehmen eine Kehrtwende. Im Oktober 2017 habe Fidelity noch angekündigt, die Kosten für externe Analysen sollten den Fonds und damit den Anlegern belastet werden.

Zu der Planänderung sei es auf Basis ausführlicher Kundengespräche gekommen, teile die Fondsgesellschaft mit. Ursprünglich habe Fidelity einen sogenannten Research-Payment-Account-Ansatz (RPA) nutzen wollen, bei dem die Researchkosten letztendlich vom Anleger übernommen würden. In der Branche bestehe jedoch weitgehend Konsens darüber, das RPA-Modell nicht zu nutzen.

Daher beschreite nun auch Fidelity einen anderen Weg und führe für aktive Aktienfonds ein variables Gebührenmodell ein. Dabei würden die Researchkosten übernommen, die jährliche Managementgebühr werde außerdem um zehn Basispunkte reduziert.

Seit Inkrafttreten der Finanzmarktrichtlinie Mifid II am 3. Januar 2018 müssten Asset Manager die Ausgaben für externe Studien genau aufschlüsseln. Zuvor hätten etwa Fondsgesellschaften Research von den Brokern und Investmentbanken praktisch gratis erhalten - im Austausch für lukrative Handelsaufträge. Diese Praxis sei den Regulierern jedoch zu undurchsichtig gewesen. Mit dem klaren Kostenausweis solle mehr Transparenz geschaffen werden.

Fildelity sei mit seiner Planänderung keineswegs allein. Auch andere Fondsanbieter hätten sich bereits umorientiert, nachdem sich in der Branche abgezeichnet habe, dass die meisten Asset Manager die Kosten selbst tragen würden. So hätten etwa Amundi, Union Investment, Schroders, Invesco oder Janus Henderson ihre anfänglichen Entscheidungen revidiert und würden für Researchkosten selbst aufkommen. Die Deka, der Wertpapierdienstleister der deutschen Sparkassen, habe auch noch einmal neu überlegt, sei aber bei ihrem Entschluss geblieben. Neben der Deka bleibe unter den größeren Anbietern nun nur noch Carmignac, der die Researchkosten den Fonds zuweise.

So gehe die Branche mit Researchkosten um:

Kosten selbst übernehmen:

Amundi*
Aberdeen Standard Investments
Allianz Global Investors
Aviva Investors
Axa IM
Bantleon
Barings
Bellevue
Blackrock
Bluebay
BNP Paribas*
Candriam
Columbia Threadneedle
Credit Suisse AM
Deutsche AM
DJE Kapital
Ethenea
Fidelity International*
First Private IM
Fisch AM
Flossbach von Storch
Franklin Templeton
GAM
Goldman Sachs AM
Hermes
HSBC Global AM
Insight Investment
Invesco**
Investec
Janus Henderson*
JO Hambro
J.P. Morgan AM
Jupiter
Kempen Capital
Legal & General
Lyxor
M&G
Man Group*
Meag
Morgan Stanley IM
NN Investment Partners
Nordea AM
Pimco
RBC AM
Robeco
Russell Investments
Sauren
Schroders*
State Street Global Avisors
T. Rowe Price
UBS Global AM
Unigestion
Union Investment*
Vanguard
Vontobel AM

Kosten den Fonds zurechnen:

Carmignac
Deka

Auswahl; * habe Kosten zunächst den Fonds zurechnen wollen, nun umentschieden; ** ursprünglich sei bevorzugter Weg gewesen, Kosten den Fonds zuzurechnen
Quelle: FT Research, Anbieter, FONDS professionell; Stand: 23.02.2018 (23.02.2018/fc/n/s)