Erweiterte Funktionen

Paribus-Geschäftsführer: "Wer vom Üblichen abweicht, muss viel argumentieren" - Fondsnews


14.10.21 15:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Paribus, Emissionshaus für Immobilien-, Private-Equity- und Rail-Fonds, hat sein Portfolio an Bestandsfonds anderer Initiatoren durch Übernahmen massiv ausgebaut, so die Experten von "FONDS professionell".

Im Interview mit "FONDS professionell" veranschauliche Geschäftsführer Thomas Böcher, was er darunter verstehe, "die Extrameile" zu gehen.

Der Hamburger Sachwertanbieter Paribus habe in den vergangenen Jahren durch einige Übernahmen die Anzahl der Fonds, für die er das Asset Management leiste, massiv ausgebaut. Neben den Immobilienfonds von Wölbern Invest seien Fonds von ABN Amro, der Immobilienwerte Hamburg und zuletzt Private-Equity-Fonds von Marble House hinzugekommen.

Selbstläufer seien das nicht. Im Gegenteil. Mal seien Fonds zuvor nach betrügerischem Abzug von Liquidität in Schieflage geraten, mal hätten die Änderung des Geschäftsmodells eines Emissionshauses oder der plötzliche Tod des Geschäftsführers erforderlich gemacht, dass Bestandsfonds ein neues Zuhause bekommen würden. Selbst bei der Übernahme mehrerer Fonds eines Hauses zeige sich, dass jedes einzelne Asset ganz spezifische Aufmerksamkeit erfordere.

Paribus gehe dabei zum Teil ungewöhnliche Wege und hinterfrage Gepflogenheiten, die sich im Zuge der allmählichen Gewöhnung daran zu Standards entwickelt hätten. Beispiel Mieteroptionen. Es sei üblich geworden, einem Gewerbemieter bei Vertragsabschluss die Option einzuräumen, bestehende Konditionen nach Fristablauf nach eigenem Ermessen zu verlängern. "Das halten wir für Nonsens", sage Paribus-Geschäftsführer Thomas Böcher. Schließlich räume man jemandem Rechte ein und verpflichte sich selbst aber dazu, passiv zu bleiben. "Damit macht man sich abhängig von der Entscheidung des Mieters."

Für zwei Fonds habe Paribus unübliche Exitstrategien entwickelt, die es den Anlegern ermöglichen würden, nach Ablauf der regulären Fondslaufzeit entweder ausbezahlt zu werden oder weiterhin investiert zu bleiben - oder sogar eine anteilige Mischung aus beidem. "Man muss viel argumentieren," sage Böcher, "wenn man von dem, was der Vertragspartner für üblich hält, abweicht." Aber letztlich stärke es die Position des Asset Managers und die Interessen der Anleger. (14.10.2021/fc/n/s)