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Offene Immobilienfonds verwalten erstmals mehr als 100 Milliarden Euro - Fondsnews


17.07.19 12:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Das Vermögen der offenen Immobilien-Publikumsfonds in Deutschland hat zum Ende des ersten Quartals 2019 erstmals die Marke von 100 Milliarden Euro überschritten, so die Experten von "FONDS professionell".

Darauf weise die Service-Kapitalverwaltungsgesellschaft Intreal unter Berufung auf Zahlen des Branchenverbands BVI hin. Demnach hätten die Fonds allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres rund drei Milliarden Euro eingesammelt, fast doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum.

Intreal-Geschäftsführer Michael Schneider bezeichne das Überschreiten der 100-Milliarden-Euro-Marke als "historischen Schritt" für die Produktkategorie. "Das Wachstum und die anhaltend hohen Mittelzuflüsse zeigen, dass die Nachfrage vonseiten privater Investoren ungebrochen hoch ist und aktuell sogar weiter zunimmt", so Schneider.

Offene Immobilienfonds seien vielfach die einzige Möglichkeit für Privatinvestoren, auch mit kleinen Beträgen ab 50 Euro in Immobilien zu investieren. "Insbesondere in einem langanhaltenden Niedrigzinsumfeld gewinnen Immobilieninvestments auch für die Altersvorsorge an Bedeutung", sei Schneider überzeugt. Er betone, dass die Produkte nach den Erfahrungen der Vergangenheit verbessert und rechtlich sicherer ausgestaltet worden seien.

Damit spiele er auf die Finanzkrise an, als mehr als ein Dutzend Immobilienfonds in die Abwicklung hätten geschickt werden müssen, weil die Investoren schneller ihr Geld hätten abziehen wollen, als die Anbieter die Objekte hätten veräußern können. Viele Anleger würden seither auf hohen Verlusten sitzen. Als Reaktion auf diese Krise seien unter anderem Mindesthaltefristen eingeführt worden.

Schneider zufolge seien allein in den vergangenen zwei Jahren acht neue offene Immobilienfonds aufgelegt oder angekündigt worden. "Darunter waren etablierte Anbieter wie Deka Immobilien oder Union Investment, aber auch Häuser, die neu in das Geschäftsfeld eingestiegen sind, wie KGAL oder Industria Wohnen", so der Intreal-Chef. Weitere neue Fonds würden von Doric, Habona und der Credit Suisse kommen.

Viele der großen, etablierten Fonds seien nicht frei investierbar, sondern würden mit Kontingenten arbeiten. Schneider zufolge biete das Potenzial für die neuen Portfolios: "Der Mangel an verfügbaren Produkten zeigt, dass die neuen Fondsinitiativen mehr als gerechtfertigt sind." Er rechne damit, dass bis Ende kommenden Jahres weitere Fondsauflagen folgen würden. (News vom 16.07.2019) (17.07.2019/fc/n/s)