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Ölmarkt schaut nur auf preisunterstützende Nachrichten und blendet gegenteilige Meldungen aus


23.10.17 12:31
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der Ölmarkt bleibt aktuell weiterhin auf einem Ohr taub und reagiert vornehmlich auf preisstützende Nachrichten, so die Analysten der Commerzbank.

Während die Äußerungen der OPEC im Hinblick auf eine baldige Bereinigung des Marktes vor Überschüssen oder der Streit um das Ölfeld Kirkuk im Norden Iraks die Preise steigen lassen würden, reagiere der Markt auf eine Beruhigung der Situation kaum. So vermelde der Irak eine Erhöhung der Ölexporte im Süden um 200 Tsd. Barrel täglich, um den Exportausfall aus Kirkuk zu kompensieren. Ebenfalls stützend würden die Meldungen über eine geringere Explorationsaktivität in den USA wirken, wobei laut Baker Hughes die Anzahl der aktiven Ölbohrungen letzte Woche zum dritten Mal in Folge gefallen sei, weshalb viele Skeptiker wie OPEC-Generalsekretär Barkindo das Ende des US-Schieferölbooms voraussagen würden.

Bei einem aktuellen WTI-Preis von deutlich über 50 USD je Barrel müsste die Bohraktivität eigentlich wieder zunehmen. Es sei allerdings nur ein scheinbares Paradoxon, denn zwischen der Preisentwicklung und dem Beginn der Bohrungen lägen nach Einschätzung der US-Energiebehörde EIA rund vier Monate. Und vor vier Monaten habe der WTI-Ölpreis tatsächlich das Jahrestief bei knapp 42 USD je Barrel markiert. Sollte diese Einschätzung also stimmen, dürften wir in den kommenden Monaten eine merkliche Zunahme der Bohraktivität erwarten. Die US-Ölproduktion könnte dann bereits in der ersten Jahreshälfte 2018 auf ein Rekordniveau von über 10 Mio. Barrel täglich steigen. Die Analysten der Commerzbank erachten die Situation bei beiden Ölsorte, insbesondere bei Brentöl, als überhitzt und rechnen mit einer kurzfristigen Korrektur. (23.10.2017/fc/a/m)