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Öl: Politische Unsicherheiten beflügeln den Preis - Die 60 USD-Marke rückt näher


23.10.17 10:45
BNP Paribas

Paris (www.fondscheck.de) - Des einen Freud, des anderen Leid, so die Analysten der BNP Paribas in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly".

Während die Stimmung der Autofahrer beim Tanken nicht die allerbeste sein dürfte, hätten Anleger allen Grund zur Freude - zumindest diejenigen, die zuletzt auf einen steigenden Ölpreis gesetzt hätten. Schließlich sei der Preis der Nordseesorte Brent seit Ende Juni um gut 25 Prozent gestiegen. Zu erklären sei die Rally am ehesten mit einer starken Nachfrage, einer schrumpfenden Öllieferung aus Saudi-Arabien und dem schwächelnden US-Dollar.

Der jüngste Preisschub hingegen sei das Ergebnis der gestiegenen geopolitischen Risiken in ölreichen Regionen - gepaart mit einer weiterhin recht hohen Nachfrage. Preistreibend sei nicht nur der Kurdenkonflikt im Nordirak; Medienberichten zufolge seien irakische Truppen in die teilweise sehr ölreichen und von den kurdischen Peschmerga-Einheiten kontrollierten Gebiete im Irak vorgedrungen. Auch der wieder an Brisanz gewinnende Atomstreit zwischen dem Iran und den USA habe die Nervosität und die Preise am Ölmarkt steigen lassen. Sollten sich die OPEC und ihre Verbündeten auf ihrer Sitzung im November nun noch auf eine Verlängerung der aktuell bis März 2018 vereinbarten Förderdrosselung einigen, könnte sogar die 60 US-Dollar-Marke übersprungen werden. Eine langanhaltende Ölpreis-Rally sei aber dennoch nicht zu erwarten. Zum einen habe der US-Dollar zuletzt wieder etwas an Fahrt gewonnen und zum anderen würden die US-Schieferölproduzenten die höheren Preise zum Anlass nehmen, ihre Produktion hochzufahren. Eine dauerhafte Angebotslücke sei somit nicht zu erwarten. (Ausgabe vom 20.10.2017) (23.10.2017/fc/a/m)