Neues Institut in Köln: Max Otte unterwirft sich der Bafin-Aufsicht - Fondsnews


28.11.17 09:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - "Börsen-Professor" Max Otte hat ein eigenes Finanzdienstleistungsinstitut gegründet, das der Bafin-Aufsicht unterliegt, so die Experten von "FONDS professionell".

Die PI Privatinvestor Kapitalanlage GmbH aus Köln habe seit Ende August die Erlaubnis zur Anlageberatung nach Kreditwesengesetz (KWG), gehe aus dem Unternehmensregister der Bonner Behörde hervor.

Bislang seien die vier Fonds, die Otte und sein Team betreuen würden, von einem Schweizer Unternehmen des Bestsellerautors und Wirtschaftsprofessors beraten worden. Nun übernehme die Kölner Einheit diese Aufgabe. Auch zwei Analysten würden aus der Schweiz nach Köln umziehen, wo Otte wohne. In der Domstadt sitze außerdem das IFVE Institut für Vermögensentwicklung, das unter anderem Ottes Börsenbrief "Der Privatinvestor" herausgebe.

"Wir sind schon seit langem dabei, den Standort für unser Instutional Advisory nach Deutschland zu verlagern", so Otte auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE. Ottes erster Fonds, der PI Global Value Fund, sei im März 2008 aufgelegt worden. "Damals war die Welt eine andere, und gesetzeskonforme Anlageberatung war in der Schweiz wesentlich einfacher und nicht so bürokratisiert", sage Otte. Nach der Finanzkrise sei über die Branche "eine Flut bürokratischer Regelungen" hereingebrochen. Die Schweiz sei zum "Wettbewerbsnachteil" geworden.

Weil die meisten Anleger aus Deutschland und Österreich stammten, sei es ohnehin sinnvoll, die Fonds aus einem EU-Land heraus zu steuern. "So haben wir uns entschlossen, das Beratungsgeschäft von Deutschland aus zu führen, zumal in Köln mein Wohnsitz ist." Die Bafin habe den KWG-Antrag des Instituts "extrem sorgfältig geprüft, sodass wir erst vor einigen Wochen die Erlaubnis zur institutionellen Anlageberatung erhalten haben", berichte Otte.

Otte habe auf dem FONDS professionell KONGRESS im Januar 2016 in Mannheim angekündigt, sich auf die Fondsberatung konzentrieren zu wollen. Damit habe er auf den Vorwurf reagiert, auf zu vielen Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen - Otte sei früher auch Hochschullehrer, zudem ein gefragter Vortragsredner und Wirtschaftsautor gewesen. "Im vergangenen Jahr hatten wir eine phantastische Performance", betone Otte. "Die Übersiedlung nach Köln trägt noch einmal dazu bei, das Fondsgeschäft in den Mittelpunkt meiner Aufmerksamkeit zu rücken."

Die PI Privatinvestor Kapitalanlage GmbH habe nur die Erlaubnis zur Anlageberatung. Eine Erlaubnis zur Anlagevermittlung, um die Fonds Privatanlegern empfehlen zu können, und zur Finanzportfolioverwaltung, um als "echter" Fondsmanager agieren zu können, würden fehlen. Das sei eine bewusste Entscheidung gewesen, meine Otte. Für die Vermittlung der Fonds habe man bereits "hervorragende Partner", das müsse man nicht selbst übernehmen. "Und die Finanzportfolioverwaltung kommt mit so vielen komplexen Auflagen daher, dass wir uns lieber auf unsere Stärken - die Investmentstrategie und die Kapitalmarktanalyse - fokussieren wollen."

Otte berate zwei Publikumsfonds, den PI Global Value und den Max Otte Vermögensbildungsfonds (ISIN DE000A1J3AM3 / WKN A1J3AM). Daneben betreue er seit rund vier Jahren einen institutionellen Fonds für eine Genossenschaft mit etwa 27 Millionen Euro und seit November 2016 einen alternativen Investmentfonds (AIF) für professionelle Investoren, den Max Otte Multiple Opportunities mit circa 23 Millionen Euro. "Im AIF verfolge ich fast dieselbe Strategie wie in den Publikumsfonds, kann aber größere Positionen fahren und auch in physisches Gold investieren", erläutere Otte. In Summe lägen in den vier Mandaten Otte zufolge rund 195 Millionen Euro. (News vom 27.11.2017) (28.11.2017/fc/n/s)





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