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Neue Regeln enthüllen: Fondskosten oft um Vielfaches höher - Fondsnews


22.01.18 13:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die Gesamtkosten, die bei der Anlage in Fonds anfallen, sind mitunter viermal so hoch wie bislang ausgewiesen, so die Experten von "FONDS professionell".

Dies berichte die Wirtschaftszeitung "Financial Times" und berufe sich dabei auf eine Auswertung der Investmentberatung Long Cat. Seit Inkrafttreten der neuen Finanzmarktrichtlinie Mifid II müssten Asset Manager erstmals auch die Transaktionskosten in den Portfolios und sonstigen Aufwendungen in den Angaben ausweisen. Diese Punkte seien in der bisherigen Kennzahl "laufende Kosten" nicht enthalten gewesen.

Der Auswertung zufolge würden Anleger für in Großbritannien beliebte Fonds oftmals allein schon durch die Kosten für den Wertpapierhandel das Doppelte zahlen als bislang angegeben. Rechne man noch die Performance-Gebühren sowie Vertriebskosten hinzu, vervierfachten sich die Preise mitunter, heiße es in dem Bericht weiter. "Es ist zweifellos gut, dass wir nun diese Klarheit haben", habe Mike Barrett, Geschäftsführer von Long Cat, der Zeitung gesagt.

Der Befund sei allerdings nur bedingt auf die kontinentaleuropäischen Märkte übertragbar. Denn in Großbritannien gelte seit 2012 ein Provisionsverbot (Retail Distribution Review, RDR). Seither seien die Kosten für den Vertrieb und den Fondshandel nicht mehr in den Gebührenkennziffern enthalten. Damit seien die Portfolios auf dem Papier zwar billiger geworden, allerdings würden für Endanleger noch die Honorare für Berater sowie Handelsgebühren der Vertriebsplattformen anfallen. Und diese Posten seien auf dem Kontinent meist noch in den Fondsgebühren enthalten.

Die Ausgaben für den Kauf- und Verkauf von Wertpapieren der Portfolios sowie die erfolgsabhängigen Vergütungen könnten jedoch auch auf dem Kontinent eine erhebliche Rolle spielen. Dies hätten verschiedene Studien, unter anderem Auswertungen des "Petersmann Instituts für den unabhängigen Finanzberater" mehrfach gezeigt. (22.01.2018/fc/n/s)