Nachgefragt (6): So gehen Fondsanbieter mit der Corona-Krise um - Fondsnews


29.04.20 15:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Wie Investmentgesellschaften ihre Vertriebsbetreuung und ihr Marketing an die Corona-Krise anpassen und mit welchen innovativen Konzepten es ihnen gelingt, Berater und Kunden in diesem herausfordernden Umfeld bestmöglich zu unterstützen, hat FONDS professionell ONLINE in Erfahrung gebracht, so die Experten von "FONDS professionell".

Beim morgendlichen Kaffee die Agenden des Tages mit Kollegen durchgehen und anschließend rasch weiter zum ersten Außer-Haus-Termin. Danach stehe ein Meeting im Restaurant auf dem Plan, und am Nachmittag folge noch ein wichtiges Strategiegespräch mit dem Chef: Was bis Mitte März 2020 selbstverständlich gewesen sei, sei mittlerweile nur noch eine Erinnerung. Praktisch alle Seminare, Konferenzen und sonstigen Vertriebsevents seien abgesagt, unzählige Angestellte würden vom Homeoffice aus arbeiten, und Kundentermine würden - wenn überhaupt - nur noch online stattfinden. Die Corona-Pandemie stelle den traditionellen Finanzvertrieb auf die Probe.

FONDS professionell ONLINE habe dutzende Anbieter gefragt, wie sie ihre Vertriebs- und Marketingaktivitäten an die neue Situation angepasst hätten. In einer mehrteiligen Reihe stelle die Redaktion in den kommenden Tagen die Konzepte der Investmentgesellschaften en détail vor.

Mit welchen Ideen zur Vertriebsunterstützung und innovativen Konzepten im Marketing hätten die Investmentgesellschaften auf die Corona-Krise reagiert? Die Redaktion habe nachgefragt:

FEDERATED HERMES

Sehen Sie infolge der Corona-Krise vermehrte Anfragen durch Vertriebspartner wie Banken und unabhängige Berater, falls ja, wo sehen Sie den größten Informationsbedarf?
Unsere Investoren wollen natürlich regelmäßig darüber informiert werden, wie es in der Corona-Krise um unsere Portfolios steht, besonders wenn es um Schwellenländer-Investments geht. Zudem sehen wir eine Verschiebung der Informationsanfragen. Während Investoren früher vermehrt Details zu Aktien und Private-Markets angefragt haben, steigt aktuell die Nachfrage im Bereich flexibler Anleiheprodukte wie zu unserem Hermes Unconstrained Credit Fonds. Den größten Informationsbedarf sehen wir derzeit im High-Yield-Anleihesegment zu unserem Hermes Global High Yield Fonds. Investoren sind sehr interessiert an den Produktdetails.

Haben Sie für 2020 einen oder mehrere Vertriebsschwerpunkte festgelegt, falls ja, welche sind das?
Unser vorrangiges Ziel ist es, unseren Kunden zu einem besseren Ruhestand zu verhelfen. Nachhaltigkeit und Verantwortungsbewusstsein ziehen sich daher wie ein roter Faden durch all unsere aktiven Investments. Bei globalen Aktien wollen wir dem Thema vor allem durch nachhaltige ESG-Strategien gerecht werden. Darüber hinaus fokussieren wir uns auf unsere breite Palette flexibler Anleihestrategien.

Hat sich Ihre Vertriebs- und Marketingplanung für 2020 infolge der Corona-Krise geändert, falls ja, in welcher Form?
Nein, unser Vertriebsfokus für dieses Jahr hat sich aufgrund der Corona-Pandemie nicht geändert. Zwar sind wir nicht mehr auf Veranstaltungen und Events präsent und arbeiten wie vermutlich alle derzeit im Home Office, aber abgesehen davon halten wir unsere Vertriebsaktivitäten weiterhin normal aufrecht. Unsere Meetings und Conference-Calls wickeln wir jetzt beispielsweise über Videokonferenzen ab.

Welche Produkte bzw. Strategien empfehlen Sie Vertriebspartnern für das aktuelle Marktumfeld?
Im Aktienbereich setzen wir stark auf das Thema Nachhaltigkeit. Dabei stehen unsere beiden Fonds Hermes SDG Engagement und Hermes Impact Opportunities im Fokus, die beide eine gute Performance aufweisen. Im aktuellen Marktumfeld können sich vor allem flexible Anleihestrategien gut behaupten. Dazu zählen wir unseren Hermes Unconstrained Credit Fund, der sich seit Jahresbeginn positiv entwickelt hat, sowie unseren Multi-Strategy Credit Fund.

Wie kommen Sie im Marketing bzw. der Vertriebsbetreuung mit Heimarbeit zurecht?
Sehr gut. Wenn wir nicht im Kundenmeeting waren, haben wir ja auch schon vor der Corona-Krise im Vertrieb einen Großteil unserer Arbeit im Zug oder auf der Autobahn verbracht und waren dafür bereits bestens mit der nötigen technischen Infrastruktur ausgestattet, um von unterwegs arbeiten zu können. Natürlich haben wir jetzt verstärkt alle zwei bis drei Tage Team-Calls, um uns regelmäßig mit den Kollegen auszutauschen, aber sonst hat sich nicht viel geändert. Außer, dass manchmal die Familie im Hintergrund zu hören ist.

Werden Sie Ihre Online-Betreuungskapazitäten (Video-Konferenzen, Webinare etc.) weiter ausbauen?
Wir bieten aktuell bereits wöchentliche Webinare und regelmäßige Updates zu den Märkten, unseren Portfolios und Strategien an. Sollte der Informationsbedarf weiter steigen, werden wir diesen Service entsprechend ausbauen.

FENTHUM

Sehen Sie infolge der Corona-Krise vermehrte Anfragen durch Vertriebspartner wie Banken und unabhängige Berater, falls ja, wo sehen Sie den größten Informationsbedarf?
Die Unsicherheit bezüglich der gesellschaftlichen sowie wirtschaftlichen Entwicklungen, gepaart mit einer hohen Volatilität an den Kapitalmärkten hat natürlich zum Teil auch unsere Kunden verunsichert und selbstverständlich Fragen aufgeworfen. Im Wesentlichen sind unsere Investoren daran interessiert, wie unsere Portfoliomanager die aktuelle Situation einschätzen und wie sie mit den rasanten Bewegungen an den Kapitalmärkten umgehen. Also hauptsächlich, wie unsere Fondsmanager auf Basis ihrer Einschätzungen die Assetklassen, Branchen, Unternehmen und Liquidität steuern. Aktuelle und regelmäßige Statements der Fondsteams zur Marktlage, zur gegenwärtigen Positionierung der Fonds und wirtschaftliche Ausblicke unter Berücksichtigung verschiedener Szenarien, ergänzen unseren Service.

Haben Sie für 2020 einen oder mehrere Vertriebsschwerpunkte festgelegt, falls ja, welche sind das?
Die Frage des Schwerpunktes lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht klar beantworten, weil viele Faktoren noch offen sind. Je nach Marktsituation entscheiden wir flexibel, welche unserer qualitativ hochwertigen Produkte dem aktuellen Bedarf der Investoren entsprechen. Für unsere risikobewussten Kunden sind der Ethna-Aktiv sowie der Ethna-Defensiv sicher nach wie vor interessante Optionen, die gerade aktuell sehr positiv wahrgenommen werden. Sollte sich eine Erholung der Krise abzeichnen, sehen wir für offensive Investoren einen Schwerpunkt bei den aktiv gemanagten Mainfirst Aktienfonds. Im Mittelpunkt stehen immer die Kundenbedürfnisse und infolgedessen sind unsere Lösungen abgestimmt auf die diversen Zielgruppen, deren Anlageziel und ihren Anlagehorizont.

Hat sich Ihre Vertriebs- und Marketingplanung für 2020 infolge der Corona-Krise geändert, falls ja, in welcher Form?
Selbstverständlich hat uns die Absage vieler Veranstaltungen auch dazu gezwungen, unseren Vertriebs- und Marketingplan anzupassen. Zwar sehen vorsichtige Planungen seitens der Veranstalter eine Verlegung von Veranstaltungen in das zweite Halbjahr vor, wir rechnen aber mit einer Vielzahl von Einzelkundenterminen - selbstredend unter Wahrung aller Hygienemaßnahmen und Distanzregeln. Des Weiteren fokussieren wir uns auf eine intensivere telefonische Betreuung und den Einsatz von digitalen Medien, wie Podcasts, Webinare und Videos. Obwohl wir diese Instrumente bereits vor der Krise genutzt haben, versuchen wir nun, den Einsatz zu intensivieren, um unseren Kunden den bestmöglichen Service zu bieten und sämtlichen Informationsbedarf transparent zu decken.

Welche Produkte bzw. Strategien empfehlen Sie Vertriebspartnern für das aktuelle Marktumfeld?
Im Mittelpunkt steht immer das Kundenbedürfnis und infolgedessen sind unsere Lösungen abgestimmt auf die jeweilige Zielgruppe, deren Anlageziel und ihren Anlagehorizont. Unsere Produktpalette bietet Aktienfonds mit unterschiedlichem Fokus, Emerging-Markets-Produkte, Fixed Income- sowie Multi-Asset-Fonds.

Wie kommen Sie im Marketing bzw. der Vertriebsbetreuung mit Heimarbeit zurecht?
Da wir eine entsprechende IT-Infrastruktur haben und schon lange vor der Krise hatten, stellt die aktuelle Situation keine große Herausforderung dar. Die Teams tauschen sich regelmäßig telefonisch oder in Videokonferenzen zu aktuellen Projekten, Themen und Entwicklungen aus. Sicherlich fehlt der persönliche Kontakt oder auch mal der gemeinsame Kaffee, aber glücklicherweise bieten uns die digitalen Medien Möglichkeiten, dies auf andere Weise aufrechtzuerhalten. Es freuen sich aber jetzt schon alle auf die Zeit danach.

Werden Sie Ihre Online-Betreuungskapazitäten (Video-Konferenzen, Webinare etc.) weiter ausbauen?
Wir arbeiten ständig an der Weiterentwicklung unseres Service-Angebots. Die Webinare und Podcasts von Mainfirst und Ethenea freuen sich bereits seit Jahren großer Beliebtheit, und wir werden das digitale Angebot sicherlich weiter ausbauen.

FERI

Sehen Sie infolge der Corona-Krise vermehrte Anfragen durch Vertriebspartner wie Banken und unabhängige Berater, falls ja, wo sehen Sie den größten Informationsbedarf?
Das aktuelle Marktumfeld stellt natürlich auch die Vertriebspartner vor zahlreiche Herausforderungen. Vor allem kommt der Selektion von Produkten, die die Marktphase am besten überstanden haben, wesentlich mehr Bedeutung zu. Gerade in dem schwierigen Marktumfeld konnten sich unsere Produkte positiv hervorheben. Beispielsweise konnte der Feri Optoflex - ein Fonds, der Volatilitätsprämien vereinnahmt beziehungsweise eine Short-Vola-Strategie verfolgt - das erste Quartal 2020 trotz des herausfordernden Marktumfeldes mit einem geringfügigen Verlust abschließen. Insgesamt konnten wir, auch aufgrund von zahlreichen Telefonaten und Webinaren mit unseren Vertriebspartnern zur Positionierung und Performance des Fonds, sogar Netto-Zuflüsse von über 300 Millionen Euro in den letzten Wochen verzeichnen.

Haben Sie für 2020 einen oder mehrere Vertriebsschwerpunkte festgelegt, falls ja, welche sind das?
Bereits im letzten Jahr hat Feri seine Vertriebsschwerpunkte geplant und sukzessive mit der Umsetzung begonnen, um 2020 mit Fokusthemen wie Fiduciary Management 2.0 oder dem weiteren Ausbau unserer Alternativen Investments auf Kunden zuzugehen. Bei beiden Fokusthemen zeigt sich, dass wir den Schwerpunkt richtig gesetzt haben, denn mehr denn je profitieren unsere Kunden im aktuellen Markt von unserer umfassenden Expertise aus Asset Management und Consulting, um Wege aus der Krise zu finden und zeitnah zu implementieren.

Hat sich Ihre Vertriebs- und Marketingplanung für 2020 infolge der Corona-Krise geändert, falls ja, in welcher Form?
Wie bereits gesagt sind wir in diesem Jahr mit unseren gesetzten Vertriebsschwerpunkten sehr gut aufgestellt, um die erhöhte Nachfrage institutioneller Anleger gerade im Bereich der Beratung etwa beim Wiedereinstieg in die Märkte unter Berücksichtigung individueller Vorgaben und Restriktionen bedienen zu können. Bezüglich Vertriebs- und Marketingplanung hat sich natürlich in Folge des Social Distancings ergeben, dass wir die Kommunikation mit Kunden über Telefonate, E-Mails, Webinare oder Videokonferenzen stattfinden lassen, was von allen Seiten sehr positiv angenommen wird.

Welche Produkte bzw. Strategien empfehlen Sie Vertriebspartnern für das aktuelle Marktumfeld?
Für unsere Vertriebspartner ist weiterhin unsere Volatilitätsstrategie Optoflex der Fels in der Brandung, denn das Management-Team hat eindrucksvoll bewiesen, dass die Strategie des Fonds auch in diesen Zeiten bestens funktioniert und sich im Vergleich zu Mitbewerbern deutlich besser entwickeln konnte.

Wie kommen Sie im Marketing bzw. der Vertriebsbetreuung mit Heimarbeit zurecht?
Feri arbeitet kontinuierlich an der Weiterentwicklung der IT-Infrastruktur. Daher war es für uns zwar ein neuer, aber auch ein relativ unproblematischer Schritt, unsere Mitarbeiter über die Homeoffice- Lösung zu beschäftigen beziehungsweise ihnen die Möglichkeit zu geben, das jeweilige Tagesgeschäft wie etwa die Kundenbetreuung von zu Hause aus zu erledigen. Mittlerweile sind nahezu alle unserer Mitarbeiter im Homeoffice beschäftigt. Wir halten zur internen Abstimmung regelmäßige Telefonmeetings und Videokonferenzen in den unterschiedlichsten Abteilungs- und Teamkonstellationen ab, um die Mitarbeiter informiert zu halten, die Markteinschätzungen und -bewegungen zu diskutieren sowie Ideen und Vorschläge zu entwickeln. Aber auch in der externen Kommunikation mit Kunden oder Geschäftspartnern erfolgt die Kommunikation per Telefon, E-Mail oder Videokonferenz.

Werden Sie Ihre Online-Betreuungskapazitäten (Video-Konferenzen, Webinare etc.) weiter ausbauen?
In der aktuellen Situation nutzen wir die digitalen Kommunikationskanäle sehr stark, um den Vorgaben der Behörden zu entsprechen und unsere Kunden, Geschäftspartner und Mitarbeiter den bestmöglichen gesundheitlichen Schutz durch Social Distancing zu bieten. Wir werden auch im Rahmen unserer weiteren technischen Entwicklung prüfen, inwieweit wir unsere bereits bestehende Online-Betreuung ausbauen wollen und können. Wir sind aber der Meinung, dass die persönliche Begegnung mit dem Kunden und Kollegen nicht vollständig ersetzbar ist.

FIDELITY

Sehen Sie infolge der Corona-Krise vermehrte Anfragen durch Vertriebspartner wie Banken und unabhängige Berater, falls ja, wo sehen Sie den größten Informationsbedarf?
Wir sehen einen deutlich höheren Informationsbedarf. In Krisenzeiten und so massiven Marktverwerfungen ist die schnelle und klare Kommunikation sowie die Einordnung der Vorgänge das Gebot der Stunde. Wir verbringen täglich viele Stunden damit, unsere Kunden zu unterstützen, die Geschehnisse zu sortieren und Schlüsse daraus zu ziehen. Physische Meetings sind natürlich nicht möglich. Daher gibt es jetzt verstärkt Telefonschalten, Videokonferenzen und Webinare, aber auch wie bisher Mails und Telefonate.

Haben Sie für 2020 einen oder mehrere Vertriebsschwerpunkte festgelegt, falls ja, welche sind das?
Wir wollen auch 2020 unsere strategischen Partnerschaften ausbauen. Zudem haben wir die Bereiche Fund Buyer und Fund Seller noch stärker aufgestellt. Infolge der Corona-Krise erwarten wir, dass sich die Konsolidierung und Technologisierung der Branche beschleunigen wird. Daher werden wir auch unsere Kunden im Digital-Sales-Bereich noch intensiver betreuen.

Hat sich Ihre Vertriebs- und Marketingplanung für 2020 infolge der Corona-Krise geändert, falls ja, in welcher Form?
Die Planungen haben sich nicht verändert, allerdings haben wir unsere geplante Marketingkampagne auf die aktuelle Situation angepasst. In solchen Zeiten ist es enorm wichtig, als verlässlicher Partner den Kunden zur Seite zu stehen. Das reflektiert sich auch in unserer neuen Kampagne.

Welche Produkte bzw. Strategien empfehlen Sie Vertriebspartnern für das aktuelle Marktumfeld?
Die Krise kann die Portfolios künftig stark bewegen. Sie ist aber auch eine Chance, Portfolios genauer anzuschauen und durch Anpassungen für die kommenden sechs bis 18 Monaten wetterfest zu machen. Wir sehen, dass die klassische Portfolioallokation nach Assetklassen, Ländern und Regionen nicht mehr Schwerpunkt ist, es sollte eine stärkere Ausrichtung auf Sektoren und Themeninvestments wie Gesundheitsweisen oder Technologie geben. Zudem sind wir überzeugt, dass sich Asien und vor allem China schneller als andere Regionen von der Krise erholen wird. Zugleich werden die Zinsen dauerhaft niedrig bleiben. Daher ist die nachhaltige Dividende von enormer Bedeutung, hier haben wir als Stockpicker mit einer 50-jährigen Researcherfahrung Wettbewerbsvorteile vor anderen Anbietern.

Wie kommen Sie im Marketing bzw. der Vertriebsbetreuung mit Heimarbeit zurecht?
Nach vier Wochen im Homeoffice ist die Stimmung noch immer gut. Selbstverständlich ist es für alle Mitarbeiter anstrengend und wir hoffen alle, uns bald wieder in den Büros persönlich zu sehen. Andererseits zeigt sich sehr eindrucksvoll, dass wir von heute auf morgen rund 6.500 Leute bei Fidelity zeitgleich ins Homeoffice schicken konnten, ohne dass es technische Einschränkungen oder Probleme in der Kundenbetreuung gab. Das zeigt: Homeoffice geht.

Werden Sie Ihre Online-Betreuungskapazitäten (Video-Konferenzen, Webinare etc.) weiter ausbauen?
Corona stellt eine Zäsur dar. Die heutigen Ad-hoc-Maßnahmen werden den Vertrieb und die Vertriebskommunikation dauerhaft verändern, digitaler und sicher auch leichter konsumierbar machen. Die Realität zeigt: Die Kunden nehmen die digitalen Angebote enorm an. Wir hatten in Webinaren in der Spitze über 1.400 Zuhörer aus allen Bereichen unseres Drittvertriebsgeschäfts.

FIRST PRIVATE

Sehen Sie infolge der Corona-Krise vermehrte Anfragen durch Vertriebspartner wie Banken und unabhängige Berater, falls ja, wo sehen Sie den größten Informationsbedarf?
In jedem Fall wächst der Bedarf an Informationen in solchen Phasen. Vor allem erreichen uns neben Hintergrundfragen zur Portfolioperformance, Fragen zu Risikoexposures wie etwa die Höhe der offenen Aktienquote, da sich die Risikobudgets der Anleger zum Teil doch deutlich verringert haben. Aber auch erstes Interesse an den entstandenen Opportunitäten.

Haben Sie für 2020 einen oder mehrere Vertriebsschwerpunkte festgelegt, falls ja, welche sind das?
Wir konzentrieren uns weiter auf Alternative Investments im liquiden Segment wie Merger Arbitrage, Equity Market Neutral und im nicht-liquiden Bereich. Daneben spielen sich jetzt angesichts der Marktverwerfungen bestimmte Aktienstile wieder in den Vordergrund.

Hat sich Ihre Vertriebs- und Marketingplanung für 2020 infolge der Corona-Krise geändert, falls ja, in welcher Form?
Einige geplante Roadshows sind selbstverständlich abgesagt, Messen fallen aus. Vieles wird multimedial stattfinden können. Ansonsten stehen derzeit keine Veränderungen an.

Welche Produkte bzw. Strategien empfehlen Sie Vertriebspartnern für das aktuelle Marktumfeld?
Extreme Verwerfungen haben beispielsweise im Segment Merger Arbitrage zu historisch sehr interessanten Prämien geführt. Selten war dort der Einstiegszeitpunkt so günstig wie heute.

Wie kommen Sie im Marketing bzw. der Vertriebsbetreuung mit Heimarbeit zurecht?
Es fehlt natürlich der persönliche Austausch bei unseren Kunden vor Ort. Mit der technischen Situation sind wir sehr zufrieden.

Werden Sie Ihre Online-Betreuungskapazitäten (Video-Konferenzen, Webinare etc.) weiter ausbauen?
Dazu sehen wir derzeit nur temporär Anlass. Mittel- bis langfristig rechnen wir mit einer Normalisierung auch in dieser Hinsicht.

FIRST STATE

Sehen Sie infolge der Corona-Krise vermehrte Anfragen durch Vertriebspartner wie Banken und unabhängige Berater, falls ja, wo sehen Sie den größten Informationsbedarf?
Ja, aber vielleicht weniger, als man erwarten würde. First State ist ein langfristiges Investmenthaus, und wir glauben, dass unsere Kunden unseren Anlageprozess und unsere Philosophie gut verstehen. Unser Anlagestil ist so konzipiert, dass er in diesen schwierigen Zeiten Schutz bietet. Angesichts der Tatsache, dass wir in unserem täglichen Leben eine beträchtliche Menge an Informationen aus verschiedenen Quellen über die USA und Europa erhalten, glauben wir, dass die Erkenntnisse der in Asien ansässigen Investmentteams einige alternative und interessante Ansichten bieten können. Dies gilt unter "normalen" Marktbedingungen, nicht nur während der Covid-19-Krise. Wir haben kürzlich einen Podcast mit unseren chinesischen Aktienmanagern aufgenommen.

Haben Sie für 2020 einen oder mehrere Vertriebsschwerpunkte festgelegt, falls ja, welche sind das?
Im Folgenden werden unsere vorrangigen Strategien und Anlageklassen skizziert: Infrastruktur, sowohl börsennotiert als auch nicht börsennotiert, hier bieten wir den First State Global Listed Infrastructure und den European Diversified Infrastructure Fund. Auch unsere japanischen und chinesischen Aktienportfolios stehen im Mittelpunkt.

Hat sich Ihre Vertriebs- und Marketingplanung für 2020 infolge der Corona-Krise geändert, falls ja, in welcher Form?
Kundenseitige Veranstaltungen, Konferenzen und Meetings waren schon immer ein Kernelement unserer Marketingstrategie, die unweigerlich vorerst auf Eis gelegt wurden. Um unsere Kunden in diesen herausfordernden Zeiten weiterhin bestmöglich zu unterstützen, haben wir häufiger schriftliche Kommentare verfasst, eine Reihe von Podcasts mit unseren Investmentteams veröffentlicht und sind dabei, eine Reihe von akkreditierten Lerninhalten zu erstellen, um die Bildungsbedürfnisse unserer Kunden während dieser Zeit zu unterstützen.

Welche Produkte bzw. Strategien empfehlen Sie Vertriebspartnern für das aktuelle Marktumfeld?
Diese Frage ist schwer zu beantworten, da die Anforderungen je nach den Bedürfnissen des einzelnen Kunden variieren, obwohl unser Japan Equity Fund sicherlich eine starke Performance aufweist. Unsere Anlageteams in allen Bereichen haben das Know-How in den Portfolios weiter verbessert. Unsere Verpflichtung gegenüber unseren Kunden besteht darin, weiterhin die beste Lösung für ihre individuellen Bedürfnisse anzubieten, und zwar über die gesamte Anlagepalette.

Wie kommen Sie im Marketing bzw. der Vertriebsbetreuung mit Heimarbeit zurecht?
Da sich die Covid-19-Pandemie weiterhin rasch entwickelt, bleiben die Gesundheit und das Wohlergehen unserer Kunden, Mitarbeiter und der Gemeinschaft unsere Priorität, ebenso wie die weitere Bereitstellung von Expertendienstleistungen für unsere Kunden. Unsere Führungsteams halten regelmäßige Sitzungen ab, um Entwicklungen zu erörtern und Entscheidungen zu treffen, um sicherzustellen, dass wir gut aufgestellt sind. Als globales Unternehmen werden wir von einer globalen Betriebsplattform unterstützt, die es uns ermöglicht, unter diesen ungewöhnlichen Umständen die Geschäftskontinuität aufrechtzuerhalten.

Werden Sie Ihre Online-Betreuungskapazitäten (Video-Konferenzen, Webinare etc.) weiter ausbauen?
Um unsere Kunden in diesen herausfordernden Zeiten weiterhin bestmöglich zu unterstützen, haben wir eine Reihe von schriftlichen Kommentaren verfasst und sind bestrebt, diese häufiger zu verfassen, haben eine Reihe von Podcasts mit unseren Investmentteams veröffentlicht und sind auch dabei, eine Reihe von akkreditierten Inhalten zu Lernzwecken zu erstellen. All diese werden online verfügbar sein.

FLOSSBACH VON STORCH

Sehen Sie infolge der Corona-Krise vermehrte Anfragen durch Vertriebspartner wie Banken und unabhängige Berater, falls ja, wo sehen Sie den größten Informationsbedarf?
Das Informationsbedürfnis ist nachvollziehbarerweise deutlich höher als in ruhigen Marktphasen. Dabei geht es im Wesentlichen um unsere Einschätzung zur Lage an den Kapitalmärkten und was das Umfeld konkret für unsere Positionierung in den Fonds bedeutet. Uns ist es wichtig, dieses Bedürfnis vollumfänglich zu befriedigen und transparent zu sein. Das ist ein Teil unseres Jobs, den wir sehr gerne machen. Wir sind zudem in der komfortablen Situation, seit jeher einen ausgesprochen engen Draht zu unseren Vertriebspartnern zu haben. Sie sind also generell sehr vertraut mit unserer Anlagephilosophie.

Haben Sie für 2020 einen oder mehrere Vertriebsschwerpunkte festgelegt, falls ja, welche sind das?
Unser Fokus liegt weiterhin auf unseren Multi-Asset-Strategien, allen voran dem Flossbach von Storch - Multiple Opportunities. Darüber hinaus sind wir froh, mit dem FvS - Bond Opportunities einen sehr flexiblen Anleihenfonds zu haben, der in den vergangenen Jahren bewiesen hat, dass sich auch mit Anleihen und mit einem kaufmännisch geprägten Anlageansatz in einer Welt ohne Zinsen auskömmliche Renditen erzielen lassen. Auf der reinen Aktienseite fühlen wir uns mit dem FvS - Global Quality sehr gut aufgestellt. Er spiegelt unseren Qualitätsfokus, unsere Vorliebe für erstklassige Unternehmen perfekt wider.

Hat sich Ihre Vertriebs- und Marketingplanung für 2020 infolge der Corona-Krise geändert, falls ja, in welcher Form?
Alles läuft wie immer, nur digital.

Welche Produkte bzw. Strategien empfehlen Sie Vertriebspartnern für das aktuelle Marktumfeld?
Hier möchte ich auf die bereits bereits genannten Produkte verweisen, also letztlich auf die Strategien, die sehr flexibel und kaufmännisch geprägt sind. Am Ende geht es uns immer darum, das Vermögen der Anleger zu schützen und langfristig attraktive Renditen für sie zu erwirtschaften. Daran lassen wir uns messen.

Wie kommen Sie im Marketing bzw. der Vertriebsbetreuung mit Heimarbeit zurecht?
Sehr gut. Wir hatten uns frühzeitig entschlossen, die Arbeitsplätze ins Home Office zu verlegen. Die IT-Systeme laufen reibungslos, der Kontakt zu unseren Geschäftspartnern auch. Aber machen wir uns nichts vor: Natürlich fehlt uns das direkte Gespräch, der direkte Austausch. Das kann keine noch so gute Videokonferenz auf Dauer ersetzen.

Werden Sie Ihre Online-Betreuungskapazitäten (Video-Konferenzen, Webinare etc.) weiter ausbauen?
Die Lernkurve ist diesbezüglich steil. Wir prüfen derzeit, was unseren Vertriebspartnern hilft und ihnen langfristig Mehrwert bietet. Gut möglich, dass wir das Online-Angebot weiter ausbauen.

FRANKLIN TEMPLETON

Sehen Sie infolge der Corona-Krise vermehrte Anfragen durch Vertriebspartner wie Banken und unabhängige Berater, falls ja, wo sehen Sie den größten Informationsbedarf?
Ja, da niemand den Verlauf des Covid-Virus für uns, die Wirtschaft und auch die Kundendepots vorhersehen kann, ist der Informationsbedarf sehr hoch. Die Meinungen gehen dabei deutlich auseinander. Hier hilft es vor allem, in Szenarien zu denken, diese aufzuzeigen und sie mit unseren Partnern zu besprechen. Wir wollen unsere Partner nicht von einem Szenario überzeugen, sondern vor allem erfahren, wo sie und ihre Kunden gedanklich stehen, und aufzeigen, was wir für sinnvoll respektive wahrscheinlich erachten. Hier steht der persönliche Austausch für uns an erster Stelle, sei es per Telefon, Webinar oder Videokonferenz. Eine Kernaussage liegt uns besonders am Herzen: Es sind genau diese Marktphasen, die es für die langfristige Geldanlage zu nutzen gilt.

Haben Sie für 2020 einen oder mehrere Vertriebsschwerpunkte festgelegt, falls ja, welche sind das?
Wir wollen auf drei Themen aufmerksam machen: Die Digitalisierung wird zunehmend zum zentralen Baustein unserer Gesellschaft und Wirtschaft, daher sind Strategien wie unser Franlin Technology oder Franklin Innovation Fund keine Satelitenthemen, sondern sollten als Kerninvestments gesehen werden. Schwellenländer gehören zudem langfristig in jedes ausgewogene und chancenorientierte Depot, und zwar nicht nur mit sechs Prozent. Hier braucht man aber einen genauen Blick beziehungsweise die Expertise, welche Untenehmen in den einzelnen Sektoren der Länder zu den Marktführern, Vorreitern oder Newcomern gehören. Für ausschüttungsorientere Anleger, die keine Aktienfonds wollen, bieten wir außerdem auch in diesem Jahr unsere erfolgreichen Laufzeitfonds an. Der Anleger hat hierbei drei Vorteile. Die Renditen sind endlich wieder attraktiver, der Kunde erhält eine jährliche Ausschüttung und die Fälligkeit ist vorher festgelegt und damit für den Anleger planbar.

Hat sich Ihre Vertriebs- und Marketingplanung für 2020 infolge der Corona-Krise geändert, falls ja, in welcher Form?
Unsere Schwerpunkte haben sich nicht geändert, weil wir in langen Zeiträumen denken und planen. Verstärkt hinzugekommen sind nur die vielfältigen neuen Kommunikationskanäle, über die wir mit unseren Kunden in Kontakt treten. Ich denke, dass das Thema Technologie- und Innovationsfonds eine höhere Akzeptanz bekommen werden.

Welche Produkte bzw. Strategien empfehlen Sie Vertriebspartnern für das aktuelle Marktumfeld?
Strategien, die von der Digitalisierung profitieren, halten wir sowohl im Hinblick auf ein optimistischeres aber auch pessimistisches Szenario für eine gute Wahl, um die Aktienquote aufzubauen. Für Langfristinvestoren, die auch Abwärtsphasen verschmerzen können, sind sicherlich Schwellenländer sehr attraktiv. Auch hier finden wir beispielsweise in unserem Templeton Emerging Markets Fund viele interessante Unternehmen im Technologiesektor. Wer die Schwankung und Abwärtsphasen reduzieren möchte, wählt einen Schwellenländer-Mischfonds wie unseren Templeton Emerging Market Dynamic Income Fund.

Wie kommen Sie im Marketing bzw. der Vertriebsbetreuung mit Heimarbeit zurecht?
Sehr gut. Im Vertrieb arbeiten wir seit jeher überwiegend aus dem Home Office, wenn wir nicht bei unseren Vertriebspartnern sind. Präsenz-Meetings in Frankfurt wurden bereits auf ein- bis zwei Mal im Monat reduziert. Die wöchtlichen Meetings wurden auch vor Corona bereits über Microsoft-Teams als Videokonferenz durchgeführt.

Werden Sie Ihre Online-Betreuungskapazitäten (Video-Konferenzen, Webinare etc.) weiter ausbauen?
Webinare und Video-Konferenzen kamen schon vor der Corona-Krise sehr gut an und wir haben unser Angebot Jahr für Jahr erweitert. Da auch unsere Kunden immer flexibler werden, was den Arbeitsplatz betrifft, wird die Beliebtheit von Webinaren und Video-Calls auch nach der Krise weiter steigen. Man muss aber auch daran erinnern, dass wir in einem "People Business" arbeiten, bei dem beide Seiten von dem persönlichen Kontakt zu einander menschlich wie beruflich profitieren. Digital wird persönlich in unserem Geschäft niemals vollständig ersetzen. (News vom 28.04.2020) (29.04.2020/fc/n/s)





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