Morningstar stuft zwei Aberdeen-Flaggschiffe herunter - Fondsnews


03.03.15 14:58
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die Fondsanalysten von Morningstar haben neue Ratings veröffentlicht, so die Experten von "FONDS professionell".

Dabei hätten zwei Flaggschiffe ihr Höchstrating verloren, während ein Neuling auf Anhieb die Note "Bronze" erhalten habe. Sieben weitere Fonds hätten ihre Ratings behalten, wie Morningstar in einer Pressemitteilung schreibe.

Die Herabstufungen würden zwei prominente Fonds von Aberdeen betreffen. Der Asia Pacific und der Emerging Markets Equity (ISIN LU0231479394 / WKN A0HL3Q, A1 USD; ISIN LU0132412106 / WKN 769088, A2 USD) seien von ihren Höchstratings "Gold" auf "Silber" zurückgestuft worden, weil die mittlerweile stattliche Größe der beiden Portfolios deren Flexibilität mindere.

Aktuell verwalte Aberdeen gut 56 Milliarden US-Dollar in asiatischen Aktien. Auch die Kosten seien höher als bei vergleichbaren Produkten, sodass Morningstar nach eigenen Angaben das Rating "Silver" für angemessener halte, zumal es auf dem Markt etwas bessere Produkte gebe. Nach wie vor überzeuge aber das starke Investmentteam von über 40 Leuten und die Konsistenz des Investmentansatzes.

Der erst im September 2014 aufgelegte Artemis US Select habe gleich zu Beginn das Analyst Rating "Bronze" erhalten, weil Fondsmanager Cormac Weldon ein "alter Bekannter" sei. Er sei vorher für die USA-Fonds von Threadneedle Investments verantwortlich gewesen, und sei Mitte 2014 bei Artemis gestartet. Dabei habe er einen Großteil seines eingespielten Management-Teams zum neuen Arbeitgeber mitgenommen, sodass Morningstar glaube, dass Weldon seinen bewährten und erfolgreichen Ansatz auch bei Artemis erfolgreich umsetzen könne.

Zwei Ratings für weitere USA-Fonds seien bestätigt worden. Der US-Nebenwerte-Fonds Legg Mason Royce US Small Cap Opportunity überzeuge nach wie vor mit seiner Anlagestrategie, in überwiegend unterbewertete US-Small Caps zu investieren, wobei gerade Unternehmen mit Turnaround-Story, in außergewöhnlichen Situationen oder fehlgeschlagene IPOs im Fokus der Fondsmanager stünden. Der Franklin US Opportunities (ISIN LU0260872956 / WKN A0KEDU) behalte Dank des erfahrenen Managements und der starken Ressourcen der Fondsgesellschaft weiterhin sein Bronze-Rating, denn die laufenden Kosten lägen hinter dem Kategoriedurchschnitt.

Beim Nordea-1 European Value sei das Rating Bronze ebenfalls bestätigt worden: Trotz einiger Rücksetzer sei die langfristige Performance des Investmentteams gut, jüngste personelle Änderungen seien nicht ins Gewicht gefallen. "Der flexible Ansatz des Fonds ist bei Tom Stubbe Olsen weiterhin in erfahrenen Händen", urteile Morningstar.

Für den Investec GSF Asian Equity sei das Rating Silber bestätigt worden. Die Analysten seien nach wie vor von dem Vier-Faktoren-Ansatz in Kombination mit der Fundamentalanalyse bei diesem Asien-Fonds überzeugt. Der INVESCO Greater China Equity wiederum zeige eine solide Entwicklung, sodass die Morningstar-Analysten ihr Silber-Rating bestätigt hätten.

Bei den Anleihe-Fonds halte Morningstar den Investmentprozess mit einer Mischung aus Bottom-Up- und Top-Down-Elementen im Raiffeisen Europa High-Yield (ISIN AT0000796529 / WKN 921291) für gut durchdacht und daher weiter würdig für ein Silber-Rating. Der Ansatz habe sich langfristig bewährt und im Vergleich zur Konkurrenz (durchschnittlich 4,9% p.a.) seit Ende 1999 eine deutlich bessere Performance von 6,1 Prozent per annum eingebracht.

Beim Unternehmensanleihe-Fonds Raiffeisen Euro Corporates sei positiv, dass der Investmentansatz erprobt und das Management einiges an Erfahrung aufweisen kann, so die Experten von "FONDS professionell". Mit Unsicherheit würden die Experten auf die anstehenden Veränderungen innerhalb der Fondsgesellschaft Raiffeisen Capital Management blicken, die häufig auch personelle Konsequenzen nach sich ziehen würden. Es bleibe daher bei dem Analyst-Rating Bronze. (03.03.2015/fc/n/s)