Morningstar stuft Deutschland-Flaggschiffe der DWS ab - Fondsnews


10.10.18 11:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die Fondsratinggesellschaft Morningstar stuft nach einem neuerlichen Managerwechsel die beiden Dickschiffe DWS Deutschland und DWS Aktien Strategie Deutschland ab, so die Experten von "FONDS professionell".

Den DWS Deutschland würden die Experten nur noch mit "Bronze" statt wie zuvor mit "Silber" bewerten. Der DWS Aktien Strategie Deutschland bekomme nunmehr die Note "Neutral". Zuvor habe ihn noch die Bewertung "Bronze" geziert. In beiden Portfolios zusammen liege ein Vermögen von rund elf Milliarden Euro.

Mit der Entscheidung würden die Morningstar-Analysten auf neuerliche personelle Umbesetzungen bei den beiden Flaggschiffen der Deutsche-Bank-Tochter DWS reagieren. Ihr jahrelanger Erfolgsmanager Henning Gebhardt sei Anfang 2017 bei der Hamburger Privatbank Berenberg gestartet. Im Juni dieses Jahres sei bekannt geworden, dass auch Gebhardts Nachfolger Tim Albrecht an die Alster wechsele. Morningstar habe daraufhin die Ratings der beiden Fonds ausgesetzt.

Bislang würden Anleger besonnen auf Albrechts Abgang reagieren: Das Volumen des Fonds-Duos habe sich seit dem neuerlichen Wechsel nicht wesentlich verändert. Albrecht habe im Interview auf dem FONDS professionell KONGRESS in Mannheim Anfang 2017 noch erläutert, wie er die Fonds habe steuern wollen.

Nach Gesprächen mit den neuen Managern Christoph Ohme vom DWS Deutschland und Hansjörg Pack vom DWS Aktien Strategie Deutschland hätten sich die Morningstar-Experten dennoch zu der Herabstufung entschieden. Beide Portfoliolenker würden von dem verbliebenen fünfköpfigen Deutschlandaktien-Team der DWS unterstützt. Die Gesellschaft suche noch einen Senior Manager sowie einen Junior-Analysten zur Verstärkung der Mannschaft.

Grundsätzlich bleibe der Ausblick für die Fonds positiv, betone Morningstar-Analystin Barbara Claus in der aktuellen Einschätzung der beiden Dickschiffe. Demnach solle der bewährte Prozess für die beiden Portfolios bestehen bleiben und von den neuen Managern fortgeführt werden. Zudem würden die Experten die 2016 eingeführte Kapazitätsüberwachung loben. Beide Portfolios könnten angesichts ihrer Größe nur begrenzt in Nebenwerte investieren. Der DWS Aktien Strategie Deutschland sei deswegen zeitweise sogar für Neuanleger zugesperrt worden.

Auch eine gewisse Erfahrung würden die neuen Portfoliolenker mitbringen. Ohme sei seit Oktober 2005 im europäischen Aktien Team der DWS und habe einen Branchenfokus auf Chemie und derivative Strategien. Seit Oktober 2014 sei er für den DWS German Equities Typ O verantwortlich und habe in der Zeit überdurchschnittliche Ergebnisse erwirtschaftet. Pack wiederum arbeite seit 1997 bei der DWS in verschiedenen Portfoliomanagerfunktionen, darunter im Bereich globale Aktien, Hedgefonds und Schwellenländer Asien. Als Mitglied im europäischen Aktienteam sei er auch für den Medien- und Telekommunikationssektor zuständig. Seit 2017 sei er zudem Stellvertreter von Albrecht gewesen.

Das Manko der Albrecht-Nachfolger würden die Morningstar-Analysten aber in einem Punkt sehen: Beide würden zwar Erfahrung aus dem Portfoliomanagement mitbringen, hätten aber bislang kaum Strategien verwaltet, die den Konzepten der beiden Dickschiffe entsprechen würden. "Ohmes Erfolgsbilanz im Portfoliomanagement ist noch recht kurz", erläutere Analystin Claus. Für den DWS Aktien Strategie Deutschland ergänze sie: "Angesichts des sehr flexiblen Prozesses möchten wir zunächst sehen, wie Hansjörg Pack die Strategie unter unterschiedlichen Marktbedingungen umsetzt." Dieses Portfolio hätten die Experten bereits nach Gebhardts Abgang von "Silber" auf Bronze" herabgestuft. (10.10.2018/fc/n/s)





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