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Morningstar: Aktive Billigheimer schlagen passive Konkurrenz - Fondsnews


24.01.20 14:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Klassische, von einem Manager gesteuerte Fonds übertreffen eher die Indexfonds-Konkurrenz, wenn sie nur geringe Gebühren erheben, berichten die Experten von "FONDS professionell".

Zu diesem Ergebnis komme eine Auswertung der Fondsratinggesellschaft Morningstar. Die Analysten hätten die Leistung der 20 Prozent besonders günstigen und der 20 Prozent auffällig teuren aktiven Fonds einer Kategorie über zehn Jahre betrachtet. Die Ergebnisse hätten die Experten dann mit der Entwicklung der jeweiligen Indexfonds abgeglichen.

Demzufolge hätten 57 Prozent der "billigen" Rentenfonds die passive Konkurrenz übertroffen, bei den teuren Kollegen seien es lediglich 25 Prozent gewesen. Auch bei Aktienfonds erwirtschafte das günstigste Fünftel deutlich bessere Ergebnisse als die teuersten Manager. So hätten 49 Prozent der Billiganbieter die Benchmark-Produkte übertroffen, aber nur 23 Prozent der teuren Portfoliolenker.

Die Ergebnisse würden sich allerdings je nach Kategorie deutlich unterscheiden. Die Outperformance-Quote der günstigen Fonds sei in den Feldern Euro-, globale und Schweizer Renten sowie Unternehmensanleihen besonders hoch gewesen. Auch bei Aktienfonds mit Fokus auf die Eurozone, Schwellenländer sowie Deutschland und der Schweiz sei günstig besonders gut gewesen.

"Der Unterschied zwischen den günstigsten und den teuersten Fonds ist besonders frappierend in den beiden Kategorien Aktien Standardwerte USA und Aktien Welt", führe Morningstar-Experte Ali Masarwah aus. Während 19 Prozent der günstigsten aktiv verwalteten USA-Fonds ihre Indexfonds-Konkurrenten übertroffen hätten, sei dies keinem einzigen der 20 Prozent teuersten USA-Fonds gelungen. "In der Aktien-Welt-Kategorie konnten sogar 24 Prozent der günstigsten Fonds übertreffen, während dies auch hier keinem einzigen der teuersten Fonds gelang", so Masarwah.

Doch es sei auch zu umgekehrten Konstellationen gekommen. Im Bereich Aktien Großbritannien hätten 86 Prozent der teuren Manager die passiven Wettbewerber übertreffen können, aber "nur"73 Prozent der günstigen Portfoliolenker. Masarwah erkläre diese Merkwürdigkeit mit dem Zuschnitt der Auswertung. Diese betrachte nur Fonds, die noch am Markt seien und unterliege damit dem sogenannten "Survivorship Bias".

Durch das Ausklammern der - mutmaßlich schwachen Ergebnisse - zwischenzeitich liquidierter Fonds sehe die Bilanz aktiver Manager besser aus, als sie die Fondsanleger in der Praxis erlebt hätten. In der Kategorie "Aktien Großbritannien" habe ein wahres Fondssterben grassiert. Nur 107 der 215 aktiv verwalteten Portfolios, die es vor zehn Jahren am Markt gegeben habe, hätten überlebt, berichte Masarwah.

Das gute Abschneiden der aktiven Vertreter bei britischen Aktien entspringe noch einem anderen Phänomen. In Großbritannien gebe es eine besonders lange Indexfonds-Tradition. Die Morningstar-Analysten hätten 35 Indexfonds gezählt, die zehn Jahre oder älter seien. Doch gerade die älteren Vertreter würden zum Teil noch üppige Gebühren aufweisen - und somit den Kostenschnitt der passiven Vertreter in die Höhe treiben, was natürlich auf deren Wertenwicklung laste. Die aktiven Vertreter erscheinen somit etwas besser, so die Experten von "FONDS professionell". (News vom 23.01.2020) (24.01.2020/fc/n/s)