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Kehraus: Viele Fondsneulinge machen's nicht lange - Fondsnews


18.04.19 14:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Frischware lässt sich gut verkaufen, so die Experten von "FONDS professionell".

Nach diesem Motto würden Asset Manager ihre Produktpipeline immer wieder aufs Neue bestücken. Doch allzu oft würden werbewirksam lancierte Fonds rasch wieder im Papierkorb landen, zeige eine Auswertung von "FONDS professionell".

Europas Fondsgesellschaften hätten seit 2009 unterm Strich rund 1.000 Anteilsklassen aufgelöst. Die Gesamtzahl der vermarkteten Tranchen sei damit auf rund 32.000 gesunken. Dies zeige eine Auswertung der Lipper-Datenbank durch "FONDS professionell". Demnach hätten im Krisenjahr 2009 die Anbieter viele Anteilsklassen geschlossen, im folgenden Erholungsjahr seien hingegen mehr neue hinzugekommen, als aufgelöst worden seien. Seither schrumpfe die Fondslandschaft netto. Erst 2017 habe sich das Blatt wieder gewendet.

Zudem würden die Asset Manager augenscheinlich recht zyklisch agieren, was die Neuauflage und die Auflösung von Fonds angehe, würden die Daten zeigen, die der Thomson-Reuters-Analyseableger Refinitiv der Redaktion zur Verfügung gestellt habe. Demnach hätten während der Hausse an den Rohstoffmärkten die Anbieter immer neue Produkte auf den Markt geworfen. Die Begeisterung für Neuauflagen habe sogar noch angehalten, als der Preisboom bei Öl, Gold und Kupfer bereits abgeebbt sei. Im Jahr 2013 sei die Stimmung dann auch bei den Anbietern umgeschlagen - Rohstofffonds seien fortan verschmolzen oder ganz geschreddert worden.

Wie konsequent würden die Asset Manager ihre Produktpalette bereinigen? Wie stark orientiere sich die Branche an den Moden der Kapitalmärkte? Um diese Fragen zu beantworten, habe "FONDS professionell" Neuauflagen sowie Fusionen und Liquidierungen im europäischen Markt für Publikumsfonds über die vergangenen zehn Jahre ausgewertet.

Im Krisenjahr 2009 hätten Asset Manager konsequent ihr Sortiment ausgemistet. Seither lasse die Freude am Aufräumen nach. Bei der Auswertung seien Fonds mit begrenzter Laufzeit außen vorgeblieben.

Trotz des Aufschwungs an den Börsen hätten die Fondsgesellschaften unter dem Strich ihre Produktpalette gelichtet.

Eine überraschende Erkenntnis bringe die Auswertung nach Anlageklassen. So sei 2010 und 2011 ein Aufschwung der Kategorie "Alternatives" zu beobachten gewesen. Der sei jedoch abgeebbt und 2013 sogar ins Gegenteil umgeschlagen. Dabei würden alternative Strategien als Zukunftsthema gelten. Demgegenüber würden die Lipper-Daten den Boom der Mischfonds bestätigen: Neun Jahre lang hätten die Anbieter mehr neue Anteilsklassen erschaffen, als sie alte aufgelöst oder verschmolzen hätten.

Zudem offenbare sich, wie zyklisch die Fondsanbieter mitunter agieren würden. Während der Hausse an den Rohstoffmärkten hätten sie immer neue Produkte auf den Markt geworfen. Im Bärenmarkt sei die Begeisterung merklich abgekühlt.

Ein ähnliches Bild zeige sich bei Fonds mit Fokus auf japanische Aktien. Die Häuser hätten zahlreiche Portfolios geschlossen und zunehmend das Feld vernachlässigt. Seit 2013 trete die ersehnte Rückkehr japanischer Aktien tatsächlich ein. So manche Gesellschaft stehe nun allerdings ohne passendes Produkt da - und ohne entsprechende Historie, die Anlegern als Beweis der Leistungsfähigkeit des Managers dienen könnte. (18.04.2019/fc/n/s)