Kann ESG die Performance optimieren?


30.09.19 16:48
Lyxor Asset Management

Paris (www.fondscheck.de) - Lyxor Asset Management ("Lyxor") hat ein neues Research-Paper veröffentlicht, das sich mit einer der aktuellsten Fragen für Investoren befasst: Wirken sich Investitionen unter Berücksichtigung der Kriterien Umwelt, Soziales und der Unternehmensführung (Environmental, Social, Governance; ESG) negativ auf die Rendite eines Portfolios aus?

Lyxor komme in diesem Research-Paper zu dem Ergebnis, dass ESG-Investoren keine Kompromisse hinsichtlich der Performance eingehen müssten. Im Gegenteil: Eine auf ESG-Scores basierende Screening-Strategie könne das ESG-Profil von Smart-Beta-Portfolios erhöhen, ohne dabei die risikoadjustierten Renditen zwangsläufig zu reduzieren.

Dieses Ergebnis werde durch eine neue Studie der Lyxor Dauphine Research Academy sowie durch Erkenntnisse des Lyxor-internen Research-Teams unterstützt. Fabio Alessandrini und Eric Jondeau, Forscher der Universität Lausanne, hätten in dem Zusammenhang festgestellt, dass sich eine Ausschluss-Strategie auf Basis von ESG-Scores der zugrundeliegenden Unternehmen nicht negativ auf die Performance eines Portfolios auswirke. Grundlage dieser Untersuchung sei eine Analyse der zurückliegenden Performance eines Aktienuniversums, vertreten durch den MSCI All Country World Index im Zeitraum von 2007 bis 2018.

Durch den Einsatz eines ESG-Filters habe sich sogar in den meisten Fällen die Performance von Portfolios mit Risikofaktoren und das auch auf risikoadjustierter Basis verbessert. So hätte sich beispielsweise ein Ausschluss aller Unternehmen mit einem ESG-Rating unterhalb des Medians - also 50 Prozent der zugrundeliegenden Unternehmen - aus einem europäischen Aktienportfolio positiv ausgewirkt: Über einen Zeitraum von zehn Jahren hätte so eine zusätzliche Rendite von 2,3 Prozent pro Jahr erzielt und gleichzeitig die Volatilität um 1,6 Prozent gesenkt werden können.

Das Research-Paper von Lyxor liefere zudem zahlreiche statistische Belege für ein steigendes Interesse an ESG-Investments. Nachhaltige Vermögenswerte, einschließlich aktiv und passiv verwalteter ESG-Fonds, hätten zu Ende 2018 einen Wert von mehr als 31 Billionen US-Dollar erreicht - ein Plus von 34 Prozent seit 2016. Damit würden sie derzeit einen Anteil von 39 Prozent am weltweit professionell verwalteten Vermögen ausmachen.

Obwohl der Großteil der auf ESG-Kriterien basierenden Vermögenswerte nach wie vor aktiv gemanagt werde, sei auch bei ESG-Investoren ein Trend in Richtung Indexfonds erkennbar. "Lyxor betrachtet ETFs und ESG als eine ideale Kombination und erwartet, dass dieses Segment des europäischen ETF-Marktes deutlich wachsen wird", habe François Millet, Head of ETF Strategy, ESG and Innovation bei Lyxor Asset Management, gesagt. In Europa beispielsweise sei das passiv verwaltete ESG-Fondsvermögen in den vergangenen fünf Jahren um 35 Prozent pro Jahr gewachsen, verglichen mit 11 Prozent Wachstum bei aktiv verwalteten ESG-Fonds.

Ein Fokus auf ESG-basierte Produkte bedeute jedoch nicht, Kompromisse bei der erwarteten Performance einzugehen, wie die Studie der Lyxor Dauphine Research Academy zeige: "Die Verbesserung des ESG-Profils eines Portfolios geht nicht zulasten der Performance. In einigen Fällen kann es sogar zu höheren Renditen führen", so Marlène Hassine Konqui, Head of ETF Research bei Lyxor Asset Management. "Und da ESG-Informationen immer verfügbarer und verlässlicher werden, entstehen immer mehr indexbasierte Strategien zur Einbettung von ESG-Eigenschaften." (30.09.2019/fc/n/e)