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Hedgefonds bereiten sich auf die US-Wahlen vor


18.02.20 14:00
Lyxor Asset Management

Paris (www.fondscheck.de) - Der Präsidentschaftswahlkampf in den USA hat begonnen, so die Experten von Lyxor Asset Management (Lyxor AM).

Die Märkte würden auf die Bekanntgabe der Entscheidung warten, wer letztlich Donald Trumps Rivale sein werde. Bis Ende März dürfte sich das Kräftespiel bei den Demokraten transparenter gestalten, da in diesem Monat im Rahmen der Vorwahlen 60% der Kandidaten gewählt würden. Sollte bis dahin kein demokratischer Spitzenkandidat in Erscheinung getreten sein, würden sich die Märkte möglicherweise bis zum Ende der Vorwahlen im Juni gedulden müssen. Bernie Sanders' Kampagne scheine Zugkraft zu entwickeln, während Pete Buttigieg und Michael Bloomberg anscheinend ihren Anteil der sich zerstreuenden Wählerstimmen Joe Bidens erobern würden. Die nächsten Vorwahlen könnten für den Erfolg von Bidens Kampagne entscheidend sein.

Einstweilen ist bei US-Aktien hinsichtlich der Wahlen ein begrenztes Risiko eingepreist, wie sich an unserem US-Elections-Korb zeigt, berichten die Experten von Lyxor Asset Management. Die Märkte scheinen eine zweite Amtszeit Trumps zu favorisieren und mit seinem letztendlichen Wahlsieg zu rechnen, was zwar im Widerspruch zu nationalen und in den Swing-States durchgeführten Meinungsumfragen steht, sich aber mit den Online-Wetten deckt, so die Experten von Lyxor Asset Management. Die Fortschritte Sanders', der als leichterer Gegner im Vergleich zu Biden oder Bloomberg angesehen werde, würden die Märkte bisher nicht beunruhigen. Die Entwicklung der zentristischen Kräfte gegenüber den progressiven Kräften bei den Demokraten könnte letztlich die Größenordnung der Risikoprämie bestimmen. In jedem Fall würden die Vorwahlen am 3. März, dem "Super Tuesday", wohl ausschlaggebend sein.

Bekanntgaben von L/S-Equity- und Event-Driven-Managern mit Schwerpunkt auf den USA würden ebenfalls den Schluss nahelegen, dass sie eine zweite Amtszeit Trumps erwarten würden. Angesichts der begrenzten Risikoprämie würden sie jedoch mit einem Anstieg der Volatilität bis März rechnen. Manche Kandidaten würden radikale Veränderungen unterstützen, unter anderem eine Überarbeitung des Gesundheitssystems, eine Zerschlagung großer Banken und Technologieunternehmen, ein Fracking-Verbot und eine Anhebung der Löhne bei gleichzeitiger Erhöhung der Vermögens- und Körperschaftsteuern.

Ihren Erwartungen zufolge würden die Sektoren Gesundheitswesen, Energie, Rüstung, Finanzen und Technologie am empfindlichsten auf die Wahlen reagieren. Einige Manager würden ihre Exposures in diesen Sektoren reduzieren, andere wiederum würden mittels noch erschwinglicher langfristiger Optionen ihre Absicherungspositionen aufstocken. In Anbetracht des Widerstands, der sich im Falle eines radikalen politischen Kurswechsels im Kongress regen dürfte, würden sie außerdem davon ausgehen, dass sich bei überverkauften Aktien Chancen ergeben könnten.

Darüber hinaus würden sie damit rechnen, dass die Umsetzung aller entsprechenden Änderungen einige Zeit in Anspruch nehmen dürfte. Event-Driven-Manager könnten sich ein Anziehen der Unternehmensaktivität im Vorfeld der Wahlen vorstellen, da die Unternehmen vom aktuellen Umfeld profitieren wollten, solange es anhalte - ein Muster, das sich in der Vergangenheit häufig gezeigt habe. (18.02.2020/fc/n/s)