Guido Barthels verlässt Ethenea - Fondsnews


30.04.19 14:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Der Luxemburger Fondsanbieter Ethenea Independent Investors verliert einen seiner bekanntesten Köpfe, so die Experten von "FONDS professionell".

Der Anleiheexperte Guido Barthels, derzeit noch leitender Portfoliomanager des Ethna-Defensiv, werde das Haus Ende Juli verlassen, "um sich beruflich einer neuen Herausforderung zu widmen", wie es in einer Mitteilung der Fondsgesellschaft heiße.

Die Verantwortung für den Ethna-Defensiv würden nun die Firmengründer Luca Pesarini und Arnoldo Valsangiacomo übernehmen, die bereits die Anleihen- und Währungsallokation des Firmenflaggschiffs Ethna-Aktiv steuern würden. Ab Juni 2019 solle zudem ein weiterer Bondexperte das Portfoliomanagement-Team des Fonds ergänzen.

"Wo immer wir Synergien sinnvoll nutzen können, werden wir dies stets im Sinne unserer Anleger in jedem unserer Fonds tun", sage Pesarini. "Unsere Expertise auch für die Verwaltung des anleihefokussierten Mischfonds Ethna-Defensiv zu nutzen, ist daher die logische Konsequenz."

"Die Zeit bei Ethenea war spannend und toll", lasse sich Barthels in der Mitteilung zitieren. "Dennoch ist es für mich nun an der Zeit, mich beruflich nochmal einer neuen Herausforderung zu stellen. Auch wenn sich nach elf gemeinsamen Jahren unsere Wege beruflich trennen, werde ich Ethenea und den Kollegen - allen voran Luca - weiterhin eng verbunden bleiben." Pesarini bedanke sich in der Mitteilung ausdrücklich für Barthels "langjähriges Engagement".

Gerüchte um Barthels Weggang hätten in Branchenkreisen schon vor einigen Monaten die Runde gemacht. Auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE habe Barthels das damals entschieden dementiert. Er plane zwar ein Fondsprojekt in Frankfurt, werde Ethenea aber dennoch die Treue halten, habe er damals gesagt. Zu seinem neuen Vorhaben habe er sich seinerzeit noch nicht näher äußern wollen, weshalb FONDS professionell ONLINE auf eine Berichterstattung verzichtet habe.

Details möge Barthels auch aktuell noch nicht verraten. Die Möglichkeit, in seiner Heimat, dem Rhein-Main-Gebiet zu arbeiten, habe sich erst sehr kurzfristig ergeben, so Barthels am Dienstag gegenüber FONDS professionell ONLINE. Das Pendeln nach Luxemburg werde ihm nicht fehlen: Seine Familie wohne nahe Frankfurt in Friedrichsdorf, wo er sich auch politisch engagiere - Barthels sei Fraktionsvorsitzender der FDP in der Stadtverordnetenversammlung.

Ethenea durchlebe keine einfache Zeit: Der einstige Bestsellerfonds Ethna-Aktiv sei den Wettbewerbern insbesondere in den Jahren 2015, 2016 und 2018 deutlich hinterhergehinkt. Anleger würden Geld in Scharen abziehen: 2015 habe der Fonds zeitweise mehr als zwölf Milliarden Euro verwaltet, mittlerweile seien es nur noch gut vier Milliarden Euro.

Auch Barthels Ethna-Defensiv habe Federn lassen müssen: Seit dem Jahr 2016 habe sich dessen Volumen von mehr als einer Milliarde Euro auf gut 500 Millionen Euro halbiert. Der dritte Ethenea-Fonds, der Ethna-Dynamisch, halte sich mit Blick auf das Volumen am besten, verwalte mit aktuell knapp 260 Millionen Euro aber deutlich weniger als die anderen beiden Portfolios.

Barthels Abgang sei nicht der erste prominente Verlust für die Luxemburger Gesellschaft: Im Februar habe Thomas Herbert, der Leiter des Portfoliomanagements bei Ethenea, das Haus verlassen, um als Geschäftsführer bei Hauck & Aufhäuser Global Investment Management anzuheuern. (30.04.2019/fc/n/p)





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