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GAM trennt sich von Fondsmarke Julius Bär - Fondsnews


13.07.17 13:45
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Der Schweizer Asset Manager GAM hat Anfang Juli alle seine Julius-Bär-Fonds umbenannt, so die Experten von "FONDS professionell".

"Wo GAM drin ist, steht jetzt auch GAM drauf", habe Daniel Durrer, Head of Institutional and Fund Distribution Continental Europe bei GAM, im Gespräch mit FONDS professionell ONLINE gesagt. Betroffen seien 46 Luxemburger und einige Schweizer Fonds, die zum Jahresende 2016 in Summe 24 Milliarden Schweizer Franken (rund 22 Milliarden Euro) verwaltet hätten.

"Mit der Umbenennung der Fonds schließen wir die Trennung unseres Hauses von Julius Bär ab", so Durrer. "Wir haben im März 2017 eine Vereinbarung getroffen, die Lizenzrechte zurückzugeben." Stattdessen wolle sich sein Haus nun auf GAM als "Master-Brand" fokussieren. "Eine starke Marke war für den Außenauftritt schon immer ein entscheidendes Kriterium. Wir sind überzeugt davon, dass die Bedeutung der Marke in Zukunft sogar noch zunehmen wird."

Abgesehen vom Namen des Fonds ändere sich für Investoren nichts. "Anlagestrategie, Portfoliomanager und Wertpapierkennnummer bleiben unverändert", betone Durrer. Die Anleger seien bereits über das Rebranding informiert worden. "Von unseren Vertriebspartnern haben wir bislang nur positive Rückmeldungen bekommen", so Durrer.

Ganz vom Markt verschwinden werde die Fondsmarke Julius Bär allerdings nicht: Die Privatbank selbst verwalte einige Fonds, die diesen Namen tragen werden. Bislang dürfte die Bank wegen der Lizenzvereinbarung mit GAM für diese Portfolios allerdings kein öffentliches Marketing machen. Doch das könnte sich nun ändern.

Mit der Umbenennung der Julius-Bär-Fonds von GAM ende eine Ära mit einer zeitweise verwirrenden Markenführung. Unter dem Dach der börsennotierten GAM Holding habe es vor einigen Jahren zwei unabhängige Fondsanbieter gegeben: GAM und Swiss & Global Asset Management. Letztgenanntes Haus sei für das Management der meisten Julius-Bär-Fonds zuständig gewesen.

Um dieses Konstrukt zu verstehen, helfe ein kurzer Ausflug in die Firmengeschichte: GAM sei 1983 gegründet worden. 1999 habe die UBS den bis dato unabhängigen Anbieter übernommen. Die Schweizer Großbank wiederum habe GAM 2005 an Julius Bär veräußert. Die Zürcher Privatbank habe fortan zwei Fondssparten gehabt: GAM und Julius Bär Asset Management.

Nach der Finanzkrise habe sich das Institut dazu entschieden, das Privatbanken- und das Asset-Management-Geschäft zu trennen. 2009 hätten die Julius-Bär-Aktionäre daher Aktien der GAM Holding erhalten, in der die beiden Fondssparten gebündelt worden seien. Die frühere Julius Bär Asset Management habe dann als Swiss & Global firmiert, die Fonds jedoch hätten den Markennamen der Bank behalten.

Fast sechs Jahre lang habe sich die GAM Holding zwei mehr oder weniger eigenständige Asset Manager geleistet - mit eigener Produktentwicklung und eigenen Vertriebsabteilungen. Im Juni 2015 seien die beiden Bereiche schließlich verschmolzen worden, und die Marke Swiss & Global sei vom Markt verschwunden. An der Fondsmarke Julius Bär habe das Haus jedoch festgehalten, obwohl dafür Lizenzgebühren angefallen seien.

Auf die Zusammenarbeit mit der Privatbank habe die Umbenennung der Fonds keinen Einfluss, betont Durrer. "Julius Bär verfolgt im Fondsvertrieb schon lange eine offene Architektur. Wir waren schon früher nur einer von vielen Produktlieferanten - trotz des Fondsnamens. Die Bank wird unabhängig von der Umbenennung der Fonds ein wichtiger Vertriebskanal für uns bleiben."

Mit dem Rebranding gehe auch keine Straffung der Fondspalette einher, so Durrer. "Wir überprüfen unsere Produktpalette laufend, und bei Bedarf verschmelzen oder schließen wir Fonds. Im Zuge der Umbenennung haben wir aber keine Produkte vom Markt genommen."

Zum Ende des ersten Quartals habe GAM knapp 70 Milliarden Schweizer Franken in eigenen Fonds verwaltet. Dazu komme ein recht großes Private-Label-Geschäft, das über die vergangenen Jahre auf 57 Milliarden Franken angewachsen sei. Die Summe der betreuten Assets belaufe sich daher auf rund 127 Milliarden Franken. (News vom 12.07.2017) (13.07.2017/fc/n/s)