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Fondsriesen stocken Belegschaft in Europa um mehr als ein Drittel auf - Fondsnews


12.01.21 12:51
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Führende Fondsgesellschaften haben über die vergangenen fünf Jahre hinweg ihre Belegschaft in Europa um 38 Prozent ausgebaut, so die Experten von "FONDS professionell".

Dies habe eine Umfrage der Wirtschaftszeitung "Financial Times" ("FT") ergeben. Demnach sei die Mitarbeiterzahl der acht größten Fondsanbieter, die Angaben für 2015 und 2020 gemacht hätten, in der Europäischen Union ohne Großbritannien von insgesamt 4.771 auf 6.569 geklettert. "Das Blatt" habe Häuser wie Amundi, Franklin Templeton, Schroders oder Invesco befragt. BlackRock oder Fidelity International hingegen hätten keine Details nennen wollen.

Auch im Vereinigten Königreich, das nunmehr gänzlich die Union verlassen habe, hätten die Anbieter ihre Belegschaft ausgebaut, habe die Umfrage der "FT" ergeben. Der Anstieg falle mit immerhin 35 Prozent sogar fast genauso hoch aus wie in der EU. Das Resultat verblüffe: Mit Blick auf den Brexit sei vielfach erwartet worden, dass Finanzdienstleister Stellen auf der Insel abbauen und auf den Kontinent oder nach Irland verlagern würden. Dies scheine der Umfrage zufolge nicht im großen Stil der Fall gewesen zu sein - bislang jedenfalls.

Der Jobaufbau gehe mit dem beispiellosen Boom der Fondsindustrie einher. Die Branche habe seit 2016 das weltweit verwaltete Vermögen von 84 auf 110 Billionen Dollar gesteigert, so die Unternehmensberatung PwC. Als Grund für die gute Entwicklung würden Beobachter auf die Folgen der lockeren Geldpolitik und der niedrigen Zinsen verweisen. "Die Zentralbanken haben die Vermögenspreise in die Höhe getrieben. Damit heizten sie indirekt das Personalwachstum in weiten Teilen der Branche seit 2015 an", habe Amin Rajan von Create Research der "FT" gesagt.

Ob die Industrie den Höhenflug nach der Corona-Pandemie fortsetzen könne, stehe noch nicht fest. Die wachsende Konkurrenz durch günstige Indexfonds drücke auf die Preise, zugleich würden die Kosten steigen. Diese strukturellen Trends könnten unter den Fondsanbietern eine Trendwende auslösen, würden Experten meinen. So würden etwa manche Personalberater davon ausgehen, dass die Beschäftigtenzahl im Asset Management nunmehr sinken werde. (News vom 11.01.2021) (12.01.2021/fc/n/s)