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Fondskosten: Die stille Revolution an der Gebührenfront - Fondsnews


11.06.18 12:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die Anbieter aktiv gemanagter Fonds werben damit, den Markt zu schlagen, so die Experten von "FONDS professionell".

Doch bekanntlich werde dieses Versprechen oft gebrochen: Den wenigsten Managern gelinge es, nach Kosten auf Dauer besser abzuschneiden als ihr Index. Also würden immer mehr Anleger zum günstigen Indexfonds greifen. Damit würden sie zwar die Hoffnung auf Alpha begraben, doch auch das Enttäuschungspotenzial sei geringer.

Dieser Trend sorge seit Jahren für eine aufgeregte Diskussion rund um die Gebühren im aktiven Asset Management. Es wäre zu kurz gegriffen, nur auf die Leistung der Fondsmanager abzustellen - jedem halbwegs aufgeklärten Anleger müsse klar sein, dass es keinem noch so guten Finanzprofi glücken könne, jedes Jahr Outperformance abzuliefern. Bemängelt werde vielmehr die Kombination aus schwachen Ergebnissen und hohen Kosten. Wenn ein Fonds den Markt schlage, beschwere sich niemand über üppige Gebühren. Sobald ein Anleger allerdings eine schlechte Performance auch noch teuer bezahlen müsse, sei er sauer.

Um dieses Dilemma zu lösen, würden einige Asset Manager an alternativen Modellen arbeiten. So habe Fidelity International im vergangenen Herbst für einige Aktienfonds Anteilsklassen mit so genannter "Fulcrum Fee" eingeführt. Dabei erhalte der Anbieter einen umso höheren Anteil am Mehrertrag, je deutlicher der Manager seinen Vergleichsindex hinter sich lasse. Entwickle sich der Fonds jedoch schwächer als die Benchmark, sinke auch die Managementgebühr spürbar. Hier liege der Unterschied zu einer herkömmlichen Performance Fee, bei der die Basisgebühr unangetastet bleibe, selbst wenn der Fonds dem Markt hinterherhinke.

Allianz Global Investors und Alliance Bernstein würden im angelsächsischen Raum ähnliche Modelle anbieten. Weitere würden folgen, schon weil wichtige Großinvestoren Druck ausüben würden. So gönne Japans staatlicher Pensionsfonds GPIF den beauftragten Asset Managern seit April nur noch dann eine höhere Vergütung, wenn sie den Vergleichsindex schlagen würden. Andernfalls würden sie bloß Gebühren auf Indexfondsniveau zahlen.

Bis sich solche Modelle durchgesetzt hätten, werde noch einige Zeit vergehen. Dennoch zeichne sich schon heute ab, dass den Fondsanbietern hohe Ertragseinbußen drohen würden. Letztlich würden "Fulcrum Fee" und Co. eine Entwicklung forcieren, die Beobachter ohnehin seit Jahren erwarten würden: Der Markt werde sich zweiteilen - in passive Anbieter auf der einen und wirklich aktive Asset Manager auf der anderen Seite. (11.06.2018/fc/n/s)