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Fondsbranche bleibt auf Kurs


21.02.17 15:01
BVI

Frankfurt (www.fondscheck.de) - "2016 hat eindrucksvoll gezeigt, dass Anleger auch in schwierigen Marktphasen und im Niedrigzinsumfeld unverändert auf die professionelle Kapitalanlage durch Fondsgesellschaften setzen. An Fonds führt kein Weg vorbei", sagt Tobias C. Pross, Präsident des deutschen Fondsverbands BVI, auf der Jahrespressekonferenz.

2016 sei das Jahr der volatilen Märkte und politischen Überraschungen gewesen. Erst seien die Börsen auf Talfahrt gegangen, dann seien der Brexit, ein knapper US-Wahlsieg und das italienische Referendum gefolgt. "Vor diesem Hintergrund ist das Ergebnis der Branche mehr als respektabel", erläutere Pross. Das von den Fondsgesellschaften verwaltete Vermögen markiere mit 2,8 Billionen Euro erneut einen Rekord. In den letzten zehn Jahren sei das für private und institutionelle Anleger verwaltete Vermögen um beachtliche 84 Prozent gestiegen.

Die Fondsgesellschaften hätten 2016 netto 102,8 Milliarden Euro in Publikums- und Spezialfonds eingesammelt - das sei das drittbeste Absatzjahr seit der Finanzkrise. Bei den Zuflüssen hätten wieder die Spezialfonds dominiert; sie hätten mit 96,3 Milliarden Euro ihr zweitbestes Absatzjahr verzeichnet. Nur im Ausnahmejahr 2015 hätten Spezialfonds mit 120,7 Milliarden Euro mehr eingesammelt.

Wegen der Börsenturbulenzen am Jahresanfang sei das traditionell starke erste Absatzquartal der Publikumsfonds ausgeblieben. Daneben hätten die politischen Überraschungen in Europa und den USA für große Unsicherheit bei Anlegern gesorgt und deren Investitionsbereitschaft gedämpft. Publikumsfonds hätten nur 6,5 Milliarden Euro eingesammelt. Damit liege Deutschland im Trend: Auch das Neugeschäft in Europa und den USA sei geringer ausgefallen. Wertpapierfonds hätten europaweit im Schnitt 56 Prozent weniger eingesammelt als im Vorjahr. In den USA sei der Absatz von "mutual funds" um 20 Prozent zurückgegangen.

Bei den Publikumsfonds hätten vor allem zwei Gruppen auf der Kaufliste gestanden. Mischfonds hätten 11,6 Milliarden Euro neue Gelder eingesammelt. Insgesamt würden sie 229 Milliarden Euro verwalten. Das entspreche einem Viertel des Publikumsfondsvermögens von 915 Milliarden Euro. Beliebt seien 2016 auch offene Immobilienfonds gewesen. Sie würden Zuflüsse von 4,2 Milliarden Euro verzeichnen. Darin seien Substanzauszahlungen im Wert von 2,7 Milliarden Euro als Rückflüsse enthalten, die offene Immobilienfonds in Auflösung an Anleger überwiesen hätten. Faktisch hätten die Fonds 2016 damit 6,9 Milliarden Euro eingesammelt. Ihr Vermögen habe Ende 2016 rund 88 Milliarden Euro betragen.

Aus Aktienfonds seien im vergangenen Jahr netto 1,8 Milliarden Euro abgeflossen. Dazu hätten vor allem Aktien-ETFs beigetragen, die Abflüsse von 3 Milliarden Euro verzeichnet hätten. Aktiv gemanagte Aktienfonds hätten 1,2 Milliarden Euro neue Mittel eingesammelt. Nach wie vor seien Aktienfonds die volumenstärkste Gruppe der Publikumsfonds. Sie würden ein Vermögen von 340 Milliarden Euro verwalten. Auf aktiv gemanagte Aktienfonds würden dabei 250 Milliarden Euro, auf Aktien-ETFs 90 Milliarden Euro entfallen.

Bei Spezialfonds seien Versicherungen mit einem Vermögen von 552 Milliarden Euro die größte Anlegergruppe. Im Neugeschäft 2016 hätten allerdings erstmals die Altersvorsorgeeinrichtungen wie Vorsorgewerke und Pensionskassen vorn gelegen. Sie legten netto 37,5 Milliarden Euro neue Gelder an, Versicherungsgesellschaften 25,1 Milliarden Euro, so die Experten vom BVI. Gemessen am Fondsvermögen sei der Anteil der Altersvorsorgeeinrichtungen in den vergangenen fünf Jahren von 17 Prozent auf 22 Prozent gestiegen. Insgesamt würden Versicherungsgesellschaften und Altersvorsorgeeinrichtungen ein Vermögen von 878 Milliarden Euro verwalten. Damit seien rund 60 Prozent der Spezialfonds der Altersvorsorge zuzuordnen. (21.02.2017/fc/n/s)