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Fondsbarometer: Die Stunde der Autokraten - Fondsnews


08.10.18 13:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Der September gestaltete sich als durchaus durchwachsener Monat für Fondsanleger, so die Experten von "FONDS professionell".

Von 56 beobachteten Kategorien hätten es nur 19 geschafft, eine positive Monatsperformance zu erzielen. Dass der Sektor "Welt" sich ins Plus habe retten können, habe nicht zuletzt daran gelegen, dass auch die USA eine marginale positive Entwicklung hingelegt hätten und so den Rest des Globus' mit sich hätten ziehen können.

Auffällig sei gewesen, dass Länder, die von Autokraten oder, könne man sagen, recht forsch auftretenden Präsidenten gelenkt würden, die an der Spitze des Rankings zu finden seien. Wer nun an Länder aus den Schwellenländern denke, liege richtig. Wer daraus den Schluss ziehe, dass das Sentiment gegenüber den Schwellenländern ins Positive gedreht habe, irre jedoch. Mit Indien stelle die Region das Land, das die höchsten Abschläge habe hinnehmen müssen, auch die Kategorie "Emerging Markets" sei ihrem Minus treu geblieben - das gelte übrigens nicht nur für den September, sondern auch auf drei, sechs und zwölf Monate gerechnet.

Auch die Unsicherheiten rund um den Brexit hätten ihre Spuren hinterlassen. Die Experten würden aufschlüsseln, welche Autokraten es seien, die im September die Nase vorne gehabt hätten, wie das Vereinigte Königreich und Europa sich geschlagen hätten und welcher Sektor einen Beleg dafür liefern könnte, dass man sich tatsächlich in der späten Phase eines Konjunkturzyklus befinde.

Welche Fondskategorien hätten sich im September am besten geschlagen? Eine Aufschlüsselung der interessantesten Teilergebnisse sowie das Gesamtresultat seien wie folgt:

Der Besuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan bei Kanzlerin Angela Merkel habe die Hoffnung geschürt, dass sich das Verhältnis zwischen Europa und der Türkei wieder normalisiere oder dass die Türkei zumindest einen Weg finde, mögliche volkswirtschaftliche Schäden aus dem Konflikt mit den USA zu kompensieren. In den vergangenen Wochen sei es ja zu massiven Währungs- und Marktturbulenzen gekommen.

Genau die Heftigkeit der Kursausschläge dürften Marktteilnehmer aber inzwischen als Übertreibung und somit als Kaufgelegenheit wahrgenommen haben. Das satte Plus von mehr als 16 Prozent im September spreche jedenfalls für eine technische Erholung der Extraklasse. Damit hätten türkische Aktien die beste September-Entwicklung aller 56 beobachteten Kategorien abgeliefert. An die zweite Stelle habe sich Russland bugsieren können - wenn auch mit Respektabstand zur Türkei. Das Plus habe aber immerhin noch bei knapp acht Prozent gelegen.

Dass es Theresa May gelingen würde, die Konservativen mit einem Tänzchen hinter sich zu vereinen, sei im September eher nicht so leicht vorherzusehen gewesen. Eine aus Mays Sicht desaströse Brexit-Runde im österreichischen Salzburg habe Befürchtungen aufkommen lassen, die Tage Mays seien gezählt und ein harter Brexit somit die unmittelbare Konsequenz.

Die Unruhe um den Brexit, aber auch in Italien, dazu das durchwachsene Markt-Sentiment hätten sich auf Europa niedergeschlagen. Fonds mit Großbritannien-Fokus lägen rund 0,4 Prozent im Minus, Europa-Portfolios würden etwa 0,5 Prozent verlieren.

Das Wiederstarken der Rohölpreise habe den Rohstoffsektor insgesamt nach oben gezogen. Mit einem Plus von knapp zwei Prozent habe die Kategorie beeindrucken und sich unter den Top-10 einreihen können.

Die starke Performance von Rohstoffaktien deute auch darauf hin, dass man sich derzeit tatsächlich in einem konjunkturellen Spätzyklus befinde. Zumindest von Seiten des deutschen Finanzhauses DJE habe es zuletzt bei einer Veranstaltung des FONDS professionell-Verlages geheißen, man gehe davon aus, dass die Ölpreise nicht zuletzt aufgrund dieses konjunkturellen Arguments weiter steigen könnten.

Und hier die Gesamtwertung. Wie immer seien die zehn besten Kategorien einer Periode grün-, und die schlechtesten zehn rot eingefärbt. Daraus ergebe sich ein relativ klares Bild, wo man in den vergangenen zehn Jahren gerne gewesen sei: Japan, IT und Nordamerika - und ein Ort, den man mit Vergnügen physisch oder literarisch, aber eher nicht so gerne als Anleger aufgesucht habe: Afrika.

Über das FONDS professionell Fondsbarometer:

"FONDS professionell" veröffentliche seit Juli 2014 monatlich das FONDS professionell Fondsbarometer - eine Performanceübersicht der FIAP-Aktienfonds-Indices gereiht nach ihrer Monatsperformance. Daraus werde ersichtlich, welche Fonds gerade "Rückenwind" hätten und welche unter Kursverlusten leiden würden. Damit daraus eine brauchbare Information werde, zeige die Darstellung auch, wie diese Fondskategorien (Länder, Regionen, Branchen und Themen) über andere Zeiträume abgeschnitten hätten - 1 Monat, 3 Monate, 6 Monate, 1 Jahr, 3 Jahre sowie über 5 und 10 Jahre. Die jeweils zehn stärksten und zehn schwächsten Ergebnisse seien farblich hervorgehoben.

Das nächste Fondsbarometer erscheine Anfang November. (08.10.2018/fc/n/s)