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Fonds sammeln über 100 Milliarden Euro ein - Fondsnews


16.01.19 13:30
BVI

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Investmentfonds sammelten von Anfang Januar bis Ende November 2018 in Deutschland netto 100,7 Milliarden Euro neue Gelder ein, so die Experten vom BVI.

Abgesehen von den beiden Rekordjahren 2015 (193 Milliarden Euro Zuflüsse) und 2017 (160 Milliarden Euro Zuflüsse) liege der Fondsabsatz damit auf dem Niveau der Vorjahre. In anderen europäischen Ländern sei das Neugeschäft im laufenden Jahr offenbar deutlich geringer. Die in Europa aufgelegten Fonds hätten bis Ende Oktober 2018 netto 275 Milliarden Euro eingesammelt. Der deutsche Absatzmarkt habe hierzu rund 31 Prozent beigesteuert. Im Jahr 2017 habe Deutschland einen Anteil von 17 Prozent gehabt (163 Milliarden Euro von 949 Milliarden Euro von Anfang Januar bis Ende Dezember).

Die stabile Stütze bei den Zuflüssen hierzulande würden offene Spezialfonds bleiben. Institutionelle Anleger wie Altersvorsorgeeinrichtungen und Versicherungsgesellschaften hätten bis Ende November 2018 netto 76,3 Milliarden Euro neue Gelder in diese Fonds investiert. Offenen Publikumsfonds seien 22,9 Milliarden Euro zugeflossen. Dabei hätten allein Mischfonds 21,6 Milliarden Euro eingesammelt. Immobilienfonds hätten 5,7 Milliarden Euro erzielt. Andere Gruppen wie Rentenfonds hätten Abflüsse verzeichnet. Das Neugeschäft der Publikumsfonds im November sei geprägt von Zuflüssen in Geldmarktfonds für institutionelle Anleger. Geschlossene Fonds hätten im laufenden Jahr 1,6 Milliarden Euro eingesammelt. Aus freien Mandaten hätten institutionelle Anleger 27,6 Milliarden Euro abgezogen. Die Fondsbranche habe Ende November 2018 ein Gesamtvermögen von 3 Billionen Euro verwaltet.

Die Auslagerung des Portfoliomanagements habe in den vergangenen Jahren zugenommen. Bei den Wertpapier-Spezialfonds mit einem Vermögen von 1,5 Billionen Euro würden 41 Prozent auf konzernfremde Asset Manager entfallen. Ende 2012 habe der Anteil bei 37 Prozent gelegen. Ein Grund liege darin, dass viele institutionelle Anleger für das Management bestimmter Assetklassen wie Wertpapiere aus Schwellenländern oder Unternehmensanleihen spezialisierte Asset Manager zum Beispiel aus den USA auswählen würden.

Zudem würden ausländische Vermögensverwalter das Portfoliomanagement für Fonds als Zugang zum deutschen Markt nutzen, ohne eine eigene Kapitalverwaltungsgesellschaft zu gründen. Bei offenen Immobilien-Spezialfonds, die ein Netto-Vermögen von 89 Milliarden Euro verwalten würden, habe diese Entwicklung deutlich an Fahrt aufgenommen. Vor sechs Jahren hätten Manager außerhalb des Konzerns vier Prozent des Vermögens gesteuert. Der Anteil habe sich seitdem auf 25 Prozent erhöht. (16.01.2019/fc/n/s)