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Fallende LME-Aluminiumbestände nicht notwendigerweise ein Zeichen von Knappheit


23.10.17 13:24
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Ein Rückgang der LME-Lagerbestände ist nicht immer mit einer starken physischen Nachfrage gleichzusetzen, weil ein großer Teil davon auch umgelagert werden kann, so die Analysten der Commerzbank.

Ein Paradebeispiel dafür sei der Aluminiummarkt. Hier würden schon seit Anfang 2014 die LME-Lagerbestände fast unterbrochen zurückgehen und seien nach der heutigen Meldung erstmals seit neun Jahren unter 1,2 Mio. Tonnen gefallen. Die unmittelbar verfügbaren Bestände lägen sogar mit 959 Tsd. Tonnen auf dem tiefsten Stand seit März 2008. Doch der jüngste Rückgang überzeichne die tatsächliche Verknappung, wie man am Anstieg der SHFE-Bestände ablesen könne. Hätten diese Anfang März noch bei 100 Tsd. Tonnen gelegen, hätten sie zuletzt ein Rekordhoch bei über 615 Tsd. Tonnen erreicht. Auch würden die niedrigen physischen Prämien auf eine gute Versorgung des Marktes hindeuten. Man könne zwar auf einen Rückgang der chinesischen Aluminiumproduktion als ein weiteres stützendes Argument hinweisen, die im September mit 2,61 Mio. Tonnen auf den niedrigsten Stand seit April 2016 gefallen sei. Auch würden die gestiegenen Öl-, Kohle- und Strompreise stützen.

Allerdings halten die Analysten der Commerzbank das Ausmaß des Preisanstiegs für übertrieben und weisen auf einen starken Zusammenhang zwischen dem Aluminiumpreisverlauf und der Anzahl offener Positionen an der SHFE hin. Letzteres würden sie als Zeichen eines stark zugenommenen spekulativen Interesses sehen. Sollte sich die Liquidität in China anspannen, dürften die Anleger ihre Positionen abbauen und den Preis unter Druck bringen. (23.10.2017/fc/a/m)