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Exklusive Rentenfonds-Analyse: Was nach Kosten übrigbleibt - Fondsnews


22.10.18 11:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - "FONDS professionell" hat für fast 1500 Anleihenfonds untersucht, welche Rendite Anleger nach Abzug der laufenden Kosten realistisch erwarten dürfen, so die Experten von "FONDS professionell".

Das Ergebnis sei ernüchternd.

Bei 15 Prozent aller Rentenfonds würden die laufenden Kosten der Retail-Anteilsklassen die Rendite der Anleihen im Portfolio übersteigen. Zu diesem Ergebnis komme eine Analyse von "FONDS professionell", für die die Redaktion Morningstar-Daten zu fast 1500 Fonds mit Vertriebszulassung in Deutschland oder Österreich ausgewertet habe. In Summe hätten die untersuchten Sondervermögen fast eine Billion Euro verwaltet.

Die Verfallrendite ("Yield to Maturity") gebe an, welches Ergebnis der Inhaber einer Anleihe erwarten dürfe, wenn er das Papier bis zum Laufzeitende halte. Im Schnitt liege diese Kennzahl bei den untersuchten Fonds bei 3,26 Prozent. Die laufenden Kosten würden 1,14 Prozent betragen. Würden unter dem Strich immerhin 2,12 Prozent für den Anleger bleiben.

Allerdings würden bei 221 Fonds, die in Summe stolze 133 Milliarden Euro verwalten würden, die Kosten der Retail-Anteilsklasse die Verfallrendite überschreiten. Besonders dramatisch sei die Lage bei Fonds mit Euro-Unternehmensanleihen: In dieser Kategorie würden 39 Prozent des Geldes in Portfolios stecken, bei denen die laufenden Kosten der untersuchten Tranchen höher seien als die Rendite der Papiere im Portfolio.

Das bedeute allerdings nicht, dass Anleger mit diesen Fonds Verluste erwirtschaften würden - das wäre nur der Fall, wenn der Manager alle Papiere bis zum Laufzeitende halte, was wenig realistisch sei. Durch geschicktes Umschichten des Portfolios könne es durchaus gelingen, auch in Zeiten niedriger Zinsen mit Anleihen noch Geld zu verdienen. Allerdings gebe die Differenz aus Verfallrendite und Kosten zumindest eine Indikation, was mit Rentenfonds perspektivisch zu verdienen sei - und dieses Ergebnis falle ernüchternd aus. (22.10.2018/fc/n/s)