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Ex-Managerin wirft DWS "Öko-Schwindel" vor - Fondsnews


03.08.21 12:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die frühere Nachhaltigkeitschefin der DWS behauptet, sie sei entlassen worden, weil sie "ihre Meinung gesagt" habe, so die Experten von "FONDS professionell".

Der Vorwurf: Die Asset-Management-Tochter der Deutschen Bank habe ihre Leistungen im Bereich Umwelt, Soziales und Unternehmensführung absichtlich aufgebläht.

Noch im März dieses Jahres habe DWS-Chef Asoka Wöhrmann in einem internen Memo, das "FONDS professionell ONLINE" vorliege, betont: "Nichts wird uns davon abhalten, unser Ziel zu erreichen, ESG in den Mittelpunkt unseres Handelns zu stellen." Gleichzeitig habe Wörhmann persönlich die "Verantwortung für Nachhaltigkeit auf übergeordneter Ebene" übernommen.

Nun würden Berichte verschiedener deutscher und internationaler Medien Zweifel an der Ernsthaftigkeit seiner Worte aufkommen lassen. In den Artikeln werde die frühere Nachhaltigkeitschefin der DWS, Desiree Fixler, zitiert, die ihren Job nur gut sechs Monate nach ihrer Ernennung verloren habe. Fixler behaupte, sie sei entlassen worden, weil sie die Unzulänglichkeiten bei der Integration von Umwelt-, Sozial- und Governance-Faktoren (ESG) angesprochen habe. Ihr Rauswurf sei erfolgt, kurz nachdem sie eine Präsentation vor dem Vorstand der Gruppe gehalten habe, in der sie sich kritisch über die ESG-Strategie der DWS geäußert habe und nur einen Tag, bevor der Vermögensverwalter seinen Jahresbericht veröffentlicht habe, in dem er seine ESG-Qualitäten angepriesen habe.

Auf Anfrage der Redaktion betone die DWS in einer schriftlichen Stellungnahme, sie habe seit über 20 Jahren eine lange Tradition in nachhaltiger und verantwortungsvoller Geldanlage. "Im Jahr 2019 haben wir ESG als einen zentralen Baustein unserer Unternehmensstrategie definiert, da wir erwarteten, dass ESG künftig die Betriebslizenz für die gesamte Asset Management Industrie wird", heiße es darin unter anderem. Die im "Wall Street Journal" und anderen Medien erhobenen Anschuldigungen seien gründlich und umfassend von unabhängiger Stelle untersucht worden. Der daraus resultierende Bericht bestätige, dass keine der Anschuldigungen Substanz habe, insbesondere in Bezug auf Greenwashing. (03.08.2021/fc/n/s)