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Ex-Bankchef wegen Wuchergebühren in Vermögensverwaltung gefeuert - Fondsnews


26.06.19 13:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Nachdem die Danske Bank seit Monaten im Zentrum eines milliardenschweren Geldwäsche-Skandals steht, über den im vergangenen Herbst sogar Vorstandschef Thomas Borgen stolperte, steht dem dänischen Geldhaus erneut ein Abgang an der Spitze bevor, so die Experten von "FONDS professionell".

In einer Pressemitteilung sei nun die Abberufung des Vorstandsmitglieds und Leiters des nationalen Bankgeschäfts Jesper Nielsen verkündet worden, nachdem bekannt geworden sei, dass die Bank rund 87.000 erbosten Vermögensverwaltungskunden in Summe bis zu 54 Millionen Euro an Gebühren zurückerstatten müsse.

Konkret gehe es um überhöhte Entgelte für ein spezielles Vermögensverwatungsdepot, das in dieser Form nur auf dem dänischen Markt angeboten worden sei: Das Flexinvest-Fri-Konto habe Danske-Bank-Kunden einen komfortablen und günstigen Zugriff auf professionelle Anlagemöglichkeiten ab Einzelinvestments von 5.000 Dänischen Kronen (rund 700 Euro) aufwärts versprochen.

Wie die Bank bei einer Revision festgestellt habe, habe das damalige Management die Gebührenschrauben 2017 massiv angezogen, als interne Umbauten im Zusammenhang mit Mifid II durchgeführt worden seien - mutmaßlich, um den steigenden Regulierungsaufwand und niedrigzinsbedingte Ertragseinbrüche abzufedern. Nielsen sei mitverantwortlich dafür gewesen, dass Flexinvest-Fri-Kunden dadurch ein ungeeignetes Investmentprodukt verkauft worden sei, dessen Kosten in einem krassen Missverhältnis zu den erzielbaren Renditen gestanden habe. "Deshalb kann Jesper nicht in seiner Position bleiben", so Verwaltungsratschef Karsten Dybvad in einer Mitteilung, aus der das "Handelsblatt" zitiere.

Chris Vogelzang, der bis 2017 dem Vorstand der niederländischen Bank ABN Amro angehört habe, stehe seit dem 1. Juni an der Spitze der Danske Bank. Er verspreche, die betroffenen Kunden vollumfänglich zu entschädigen. Wie das im Detail geschehe, hänge entscheidend davon ab, wann das Investmentprodukt gekauft worden sei.

Diejenigen, die bei der Gebührenerhöhung am 1. Juli 2017 bereits investiert gewesen seien, würden eine Entschädigung für die Gebühren erhalten, die sich über einen Zeitraum bis 19. November 2018 erstrecken würden, als die Entgelte wieder gesenkt worden seien. Kunden, die das Produkt erst ab dem 1. Februar 2017 erworben hätten, würden auch "für die Renditen entschädigt, die erzielt worden wären, wenn sie ihre Investitionen in eine relevante Alternative zu Flexinvest Fri platziert hätten". (26.06.2019/fc/n/p)