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Erneuerbare Energien 2017 - Windstille in Bayern


20.12.16 10:12
Lacuna AG

Regensburg (www.fondscheck.de) - Nach dem Reaktorunglück von Fukushima wurde der Atomausstieg und notwendige Umstieg auf Erneuerbare Energien von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft konsequent und erfolgreich vorangetrieben, so die Experten der Lacuna AG.

Deutschland sei einer der erfolgreichsten Staaten gewesen, sowohl bei Technologie als auch beim Ausbaugrad. Derzeit kippe jedoch die Lage. Seit Jahren würden nicht nur Fördermittel für Erneuerbare Energie gekürzt, sondern zu allem Überfluss auch noch die bürokratischen Voraussetzungen erschwert. Die CDU debattiere bereits, ob man mit der Forderung nach einem kompletten Stopp der Förderungen in den kommenden Wahlkampf ziehen solle.

Währenddessen werde den großen Energiekonzernen, die jahrelang gut am Atomstrom verdient hätten, die Verantwortung für Atommüll abgenommen und auf den Steuerzahler abgewälzt. "Die Politik befindet sich derzeit auf einem gefährlichen Weg. Sie bremst innovative und nachhaltige kleinere und mittelständische Konzerne sowie regionale Investoren aus und setzt auf die großen Stromversorger", kommentiere Ottmar Heinen, Geschäftsführer der Lacuna Gruppe, die aktuelle Entwicklung. "Damit verliert die Energiewende aber ihre Haupttreiber."

Während im Norden Deutschlands durch die dort stark vertretene Windenergie ein positives Bild der Energiewende entstehe, sei die Lage im industriestarken und damit stromhungrigen Süden anders. Hier gehe der Ausbau schon seit Jahren nur langsam voran, auch weil hier die gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht stimmen würden. "Gerade bei uns in Bayern werden praktisch nur noch Windparks errichtet, die schon vor Seehofers 10 H-Regelung genehmigt wurden. Mit der EEG Novelle 2017 werden es Anbieter im neuen Jahr noch schwerer haben, sinnvolle Investmentchancen anzubieten", so Heinen weiter. "Durch die lange Vorlaufzeit von Windkraftprojekten werden wir die Auswirkungen der derzeitigen Politik erst in den nächsten Jahren zu spüren bekommen, wenn es auf einmal kaum noch neue Projekte geben wird und die großen Stromversorger weiterhin die Preise diktieren."

Die Lacuna betreibe derzeit das größte zusammenhängende Windparkcluster in Bayern, wolle sich aber nach erfolgreichen Jahren in der deutschen Windkraftbranche nun dem Ausland zuwenden: "Wir wollen unseren Investoren ein gutes Chancen-Risiko Verhältnis für ihre Anlagen anbieten. Das ist in Deutschland derzeit im Erneuerbare Energien Bereich kaum noch möglich, weshalb wir zukünftig vermehrt ausländische Beteiligungen anbieten werden", erkläre Heinen den Schritt seiner Gesellschaft. "In Kanada beispielsweise kann man derzeit mit Photovoltaik bei vergleichbarem Risiko etwa 2 Prozent bis 3 Prozent mehr jährliche Rendite erzielen als in Deutschland. Warum sollten Investoren also in Deutschland bleiben?" (20.12.2016/fc/n/s)