ETF-Handel: Schlechte Stimmung wegen Handelsstreit


26.06.18 15:34
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Ängste wegen der Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China bzw. Europa haben die Börsen zu Wochenbeginn weltweit auf Talfahrt geschickt, davon blieb auch der ETF-Markt nicht verschont: "Wir hatten sehr viel zu tun, und es herrschte Verkaufsstimmung", beschreibt Frank Mohr von der Commerzbank die Lage, so die Deutsche Börse AG.

Auch Tobias Runkehl von IMC Markets melde erhöhte Umsätze, von Panik wolle er aber nicht sprechen. "Wir haben durchaus auch noch Käufe gesehen."

Der DAX habe am gestrigen Montag bei 12.270 Punkten geschlossen - das sei der niedrigste Stand seit Anfang April gewesen. Der Dow Jones habe zeitweise über 2 Prozent abgegeben und sei mit 24.252,80 Punkten aus dem Handel gegangen. US-Medien zufolge wolle Donald Trump nun den Verkauf bestimmter Technologiefirmen an chinesische Investoren verbieten, daher seien die Verluste bei Technologieaktien besonders heftig ausgefallen. Generell werde befürchtet, dass der Handelskonflikt die Konjunktur in Deutschland und Europa belastet werde. Am Dienstagmorgen sehe es an der Börse wieder etwas besser aus, der DAX liege mit 12.305 Zählern im Plus.

Durch die Unruhe an den Märkten seien die Umsätze im ETF-Geschäft den Händlern zufolge zu Wochenbeginn in die Höhe geschossen, vergangene Woche sei es hingegen etwas ruhiger zugegangen. So melde die Commerzbank 35.000 Transaktionen für die Tage Montag bis Freitag.

Auch auf die Woche gesehen seien Aktien-ETFs abgestoßen worden - vor allem europäische. "Der Trend ging weiterhin heraus aus Europa und hinein in die USA", stelle Mohr fest. So hätten sich Anleger von EURO STOXX 50- (ISIN DE0005933956 / WKN 593395; ISIN LU0378434079 / WKN ETF050) und DAX-Trackern (ISIN DE0005933931 / WKN 593393; ISIN LU0378438732 / WKN ETF001) getrennt und stattdessen auf S&P 500- und auch MSCI World-Tracker gesetzt. Auch Runkehl berichte von vielen Abgaben vor allem in EURO STOXX- und STOXX Europe 600-Indexfonds.

Cornelia Schübel von der Unicredit Group melde ebenfalls Abflüsse aus Industrieländeraktien, speziell europäischen. Auch europäische Faktor-ETFs seien nicht verschont geblieben, wie Schübel feststelle, etwa der UBS MSCI EMU Value (ISIN LU0446734369 / WKN A0X97R). Im Rahmen von Value-Strategien werde auf Vermögenswerte gesetzt, die verglichen mit ihrem fundamentalen Wert als zu günstig gelten würden. Beliebt seien auch bei der Unicredit hingegen MSCI World-Tracker, etwa der iShares MSCI World und dessen Pendant mit Währungsabsicherung gewesen. Der MSCI World habe zwar auch zuletzt nachgegeben, komme seit Jahresanfang - anders als DAX und EURO STOXX 50 und ähnlich wie der S&P 500 - aber immer noch auf ein Plus.

Runkehl berichte außerdem von umfangreichen Abgaben in europäischen und japanischen Small Cap-ETFs. "Das ist bei uns schon ein klarer Trend." In den Portfolios der IMC-Kunden seien stattdessen MSCI Switzerland- und SMI-Tracker gelandet.

Gemischt falle das Bild bei Schwellenländeraktien aus. Schübel zufolge seien beide Seiten gespielt worden: ETFs wie der iShares MSCI Emerging Markets (ISIN IE00B0M63177 / WKN A0HGWC) und der Xtracker MSCI Emerging Markets (ISIN LU0292107645 / WKN DBX1EM) seien gut angekommen, der Amundi MSCI Emerging Markets sei hingegen aus den Portfolios geflogen. Auch laut Commerzbank hätten sich Zu- und Abflüsse die Waage gehalten. Runkehl melde hingegen Verkäufe, etwa im Amundi MSCI Emerging Markets Asia und im Amundi MSCI Emerging Markets (ISIN LU1681045370 / WKN A2H58J).

Mit dem Ausverkauf an der NASDAQ am gestrigen Montag hätten Anleger auch von Technologie-ETFs nicht mehr viel wissen wollen. Während die Tech-Titel vergangene Woche noch gekauft worden seien, würden sie in dieser Woche verkauft, wie Mohr feststelle. Auch bei IMC hätten sich Anleger von NASDAQ-ETFs wie dem iShares NASDAQ 100 verabschiedet. Der NASDAQ 100, der am Freitag noch bei 7.197 Punkten gestanden habe, sei gestern bis auf 6.990 Zähler gerutscht.

Laut Commerzbank hätten Anleger auf Immobilien-ETFs gesetzt. Zugegriffen worden sei außerdem noch in ETFs, die die Energiebranche abbilden würden, während Banken-ETFs abgegeben worden seien.

Anders als US-Aktien seien US-Staatsanleihen überwiegend verkauft worden, wie die Händler außerdem melden würden. Runkehl berichte von Abgaben US-Staatsanleihen mit kurzen und mittleren Laufzeiten, auch Schübel zufolge hätten sich Anleger von US-Treasuries mit Laufzeiten von 1 bis 3 sowie 7 bis 10 Jahren (ISIN IE00B14X4S71 / WKN A0J202; ISIN IE00B1FZS798 / WKN A0LGP4) getrennt. Mohr melde darüber hinaus etwas höhere Umsätze in europäischen Staatsanleihen - mit einem leichten Käuferüberhang.

Schübel habe außerdem noch höhere Umsätze in auf Euro lautenden hochverzinste Anleihen beobachtet, konkret Käufe im iShares Euro High Yield Corp Bond und Verkäufe im SPDR Bloomberg Barclays Euro High Yield Bond. (26.06.2018/fc/a/e)





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