ETF-Handel: Risiken im Zaum halten


19.06.19 15:24
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Analog zu den Aktienmärkten mangelt es im Handel mit Indexfonds an richtungsweisenden Signalen, so die Deutsche Börse AG.

Zwar könnten sich die ETF-Umsätze der Pfingstwoche mit rund 41.000 Transaktionen durchaus sehen lassen, wie Carsten Schröder von der Commerzbank beschreibe. Eine Tendenz sei allerdings schwer auszumachen. "MSCI-World-, S&P 500- und MSCI Europe-Tracker belegen bei uns sowohl auf der Kauf- als auch Verkaufsseite die Spitzenränge." Aktien-ETFs kämen auf einen Anteil von unterdurchschnittlichen 76 Prozent, Festverzinsliches erreiche mit 18 Prozent mehr als üblich. Über alle Anlageklassen hinweg überwögen mit 53 zu 47 Prozent die Zuflüsse. Seit Wochenbeginn hätten sich ETF-Investoren unter anderem aufgrund der am Mittwoch anstehenden US-Notenbanksitzung eher bedeckt gehalten.

Die Helaba-Analysten würden von einer Art Pattsituation an den Aktienmärkten sprechen. Einerseits hätten Belastungsfaktoren wie der Handelsstreit und der Irankonflikt für Kaufzurückhaltung gesorgt. Gleichzeitig bleibe ein nennenswerter Verkaufsdruck soweit aus. Mit Indien habe nun ein weiteres Land Vergeltungszölle auf US-Waren verhängt. Marktteilnehmer hätten aber auf Fortschritte im Zollstreit zwischen den USA und China beim G20-Gipfel in Osaka Ende des Monats gehofft.

In dieser Gemengelage hätten ETF-Investoren besonders häufig auf Strategien gesetzt, die versuchen würden, mit alternativen Indexzusammensetzungen und Gewichtungen die Volatilität zu minimieren. Schröder nenne beispielhaft Nachfrage für Tracker des MSCI World Minimum Volatility Index (ISIN IE00B8FHGS14 / WKN A1J781).

Auch in Minenunternehmen hätten Anleger Aufwärtspotenzial vermutet. Das liege nicht zuletzt am gestiegenen Goldpreis, wenngleich der Erfolg von Bergbau-Gesellschaften unter anderem von Faktoren wie den Förderkosten und der Effizienz des Unternehmens bestimmt werde. Zu den größten Goldminen-ETFs würden hierzulande Produkte von iShares und ComStage gehören.

Den Löwenanteil der Umsätze branchenbezogener ETFs sehe Schröder mit einem Anteil von 19 Prozent im Bereich Grundstoffe. Tracker des Stoxx Europe 600 Basic Resources Index (ISIN LU0292100806 / WKN DBX1SB) würden in beide Richtungen gespielt, per saldo aber verkauft. Welchen Kurs der Ölpreis mittelfristig einschlagen werde, sei ungewiss. Einer möglichen Zuspitzung im Irankonflikt stünden voller werdende Rohöl-Lager in den USA aufgrund schwächelnder Nachfrage gegenüber.

Von Technologie-Aktien etwa im NASDAQ 100 Index (ISIN LU1681038243 / WKN A2H577) hätten sich Anleger unterm Strich getrennt. Das gelte auch für S&P 500 IT-ETFs. "Zweidrittel der Flows waren Abflüsse." Zudem hätten sich Investoren in Summe von Unternehmen aus der Gesundheitsindustrie beispielsweise im MSCI World Health Care Total Return Net Index verabschiedet.

Im Handel mit Renten-ETFs erkenne Schröder eine Vorliebe für deutsche Staatsanleihen mit Fälligkeit zwischen sieben und zehn Jahren (ISIN DE000ETFL151 / WKN ETFL15). Hochverzinsliche US-Unternehmensanleihen im Markit iBoxx USD Liquid High Yield 0-5 Capped Index (ISIN IE00BCRY6003 / WKN A1W373) mit Restlaufzeiten bis zu einem halben Jahr stünden auf der Verkaufsseite ganz vorn. (Ausgabe vom 18.06.2019) (19.06.2019/fc/a/e)






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44,735 € 44,64 € 0,095 € +0,21% 16.07./10:23
 
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IE00B8FHGS14 A1J781 44,77 € 36,27 €
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